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Stadtverordnete sehen auf dem Areal am Krankenhaus Mehrzweckhalle, Parkhaus und mehr

Planung
Ladeburger Dreieck im Visier

Ideen gesucht: Das Ladeburger Dreieck, letztes innerstädtische Filetstück, soll bebaut werden.
Ideen gesucht: Das Ladeburger Dreieck, letztes innerstädtische Filetstück, soll bebaut werden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 03.12.2017, 06:05 Uhr
Bernau (MOZ) Mit dem Ladeburger Dreieck soll das letzte innerstädtische Filetstück Bernaus bebaut werden. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend beschlossen.

Was sich die Stadtverwaltung auf der Brachfläche zwischen Ladeburger Chaussee, Jahnstraße und Ladeburger Dreieck zu allererst wünscht, hat sie in der Begründung des Beschlusses zur Aufstellung eines Bebauungsplanes notiert: eine Mehrzwecksporthalle zur Schul- und Vereinssportnutzung mit zirka 2500 Zuschauerplätzen, Gebäude, die von medizinischen Einrichtungen genutzt werden können und ein Parkhaus mit rund 500 Stellplätzen. Einen Architekturwettbewerb will Bürgermeister André Stahl (Linke) nicht ausloben. "Was ich vermeiden will, ist ein formaler Wettbewerb", sagte er. Vielmehr sollen "Angebote mit Ideen und Vorschlägen von mehreren Planungsbüros" eingeholt werden, erklärte er am Donnerstag im Stadtparlament. Damit reagierte er offenbar auf Bedenken, die die Fraktionsspitzen in Gesprächsrunden mit ihm angemeldet hatten.

CDU-Fraktionschef Othmar Nickel eröffnete die Diskussionsrunde. Die Mehrzweck- und Sporthalle werde in Bernau dringend gebraucht, signalisierte er Zustimmung. "Die 500 Parkplätze erscheinen uns allerdings zu wenig. Bis zu 900 werden wohl nötig sein", prophezeite er. Was sich die CDU-Fraktion außerdem auf der Fläche vorstellen könnte, seien Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen, fügte er an.

Thomas Dyhr und seine Fraktionskollegen von Bündnis 90/Grüne-Piraten können sich mit einer Mehrzweckhalle am Ladeburger Dreieck überhaupt nicht anfreunden. Sie befürchten "chaotische Verkehrsverhältnisse" auf der ohnehin dicht befahrenen Jahnstraße, wenn es tausende Zuschauerplätze gebe. "Der Standort für eine solche Halle ist falsch", steht für Thomas Dyhr fest. "Sie wäre im Gewerbegebiet Ladeburg besser aufgehoben, weil sie dort niemanden stört", bemerkte er.

Dirk Weßlau (BVB/Freie Wähler) hingegen freute sich, "dass am Ladeburger Dreieck nun endlich etwas passiert. Es ist an der Zeit, dieses Quartier zu entwickeln und damit einen Akzent in der Stadtentwicklung zu setzen." Weßlau warnte allerdings davor, den Planern zu viele Vorgaben zu machen. "Wir sollten ihnen in der jetzigen Phase weitgehende Freiheiten für ihre Ideen lassen", schlug er vor. Denn eines ist dem 56-Jährigen, der vor knapp 25 Jahren gegenüber dem Ladeburger Dreieck das Rollbergeck bebaute, klar: "Es handelt sich hier um ein städtisches Grundstück, auf dem etwa 70 Millionen Euro investiert werden sollen. Das kann die Stadt selbst nicht stemmen."

Es gebe allerdings doch einiges Prämissen, die man setzen sollte, gab Wolfgang Kirsch (Linke), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, zu bedenken. So müsse beispielsweise das Parkhaus "nach oben limitiert werden, weil es ins Stadtbild passen soll", gab er einen Aspekt aus der Debatte im Ausschuss wieder.

Georgi Tontschev (Bündnis für Bernau) sieht Bedarf an einem Kongresszentrum mit Seminarräumen für die Medizinische Hochschule Brandenburg "Theodor Fontane, an der das Immanuel-Klinikum beteiligt ist und die in Bernau für ihre Studenten Ausbildungsmöglichkeiten schaffen will.

Gegener eines B-Plan-Verfahrens zum jetzigen Zeitpunkt ist der Bündnisgrüne Klaus Labod. "Wir müssen erst einmal wissen, was wir wolle", warnte er. Doch dies verhallte ungehört. Gegen die Stimmen der Bündnisgrünen wurde die Aufstellung des B-Planes beschlossen.

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