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Gemeindevertreter wollen neue Kulturgesellschaft rascher gründen

Kultur GmbH
Je schneller, desto besser

Margrit Meier / 04.12.2017, 20:17 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Die Kultur GmbH und somit auch die Zukunft von Kulturhaus und Museumspark waren auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung wieder Thema.

Schließen Kulturhaus und Museumspark in den nächsten Tagen und Wochen? - diese Frage macht in Rüdersdorf die Runde. Und das offenbar nicht zu Unrecht. Hintergrund ist, dass die Gemeindevertreter die Liquidation der Kultur GmbH beschlossen haben. Die Verwaltung hat daraufhin die Betreiber- und Nutzungsvereinbarungsverträge mit der Kultur GmbH außerordentlich gekündigt. Das wiederum hat Konsequenzen: "Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass als Folge der vorgenannten Kündigungen sowie Herausgabe auch der Betrieb selbst zum 2. Januar 2018 eingestellt wird", ist extra fett gedruckt in einer Informationsvorlage nachzulesen.

Bürgermeister André Schaller (CDU) hat diesen Termin am 2. Januar schon abgesagt. Der sei nicht zu halten. Wann aber nun konkret die Rückgabe beider Objekte erfolgt, da blieb er seltsam wortkarg in der Gemeindevertretersitzung.

Sind nun die Gemeindevertreter die Bösen, die mit Macht die Kultur in Rüdersdorf kaputtmachen wollen? Nein, eher nicht. Sie haben sich bewusst gegen die Insolvenz der Kultur GmbH entschieden. Sondern dafür, die Gesellschaft in die Liquidation zu führen. Wichtig war dieser Mehrheit zum einen, dass die Ursachen für das finanzielle Fiasko aufgearbeitet, zum weiteren, dass Lehren für die Zukunft gezogen werden und zum anderen ging es auch um die Außenwirkung.

Als Liquidator der bisherigen Kultur GmbH wurde Roderik Daul bestimmt. Er war der letzte Geschäftsführer der Kultur GmbH und erst wenige Wochen im Amt, als der Liquidationsbeschluss gefasst wurde. Begleitet werden soll die Gründung einer neuen Gesellschaft von einem zeitweiligen Ausschuss, der auf der jüngsten Sitzung namentlich benannt wurde - die CDU hat als Vorsitzenden Ronny Neumann (Linke) vorgeschlagen. Dieser zeitweilige Ausschuss hat auch die Aufgabe, festzulegen, was die neue Kulturgesellschaft alles zu tun und zu lassen hat.

Doch bis es diese neue Kulturgesellschaft gibt, wird Zeit vergehen. Zeit, in der Roderik Daul beide Einrichtungen - Kulturhaus und Museumspark - an die Gemeinde zurückgeben wird. Welche Veranstaltungen noch stattfinden - darauf gab es auf der Gemeindevertretertagung keine Antwort.

Sind beide Einrichtungen geschlossen, befürchtet Gemeindevertreterin Nadine Wirthwein-Darkow (SPD), hinterlässt das große Schäden in der Kulturlandschaft. Sie schlug vor, die Gründung einer neuen Betreibergesellschaft rascher voranzutreiben. Ronny Neumann, Vorsitzender der Gemeindevertretung, betonte, dass ja dafür dieser zeitweilige Ausschuss zuständig sei. Der genau festzurren soll, wofür die künftige GmbH zuständig ist, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Detlef Adler (Linke) regte an, dass es einen temporären Vertrag mit Roderik Daul gibt, so dass der regelt, dass alle kulturellen Veranstaltungen weiter stattfinden können. Das ginge nicht, weil ihm das Personal dafür fehlen würde, hielt Nadine Wirthwein-Darkow entgegen. Falko Maaß (FVG/BfB/RUAK) fragte, was denn die Gemeindevertreter daran hindere, im Januar gleich eine neue GmbH zu gründen? Er sei dabei. Annemarie Witteck (UBB/HWg) zeigte sich verwundert. Sie habe den Frankfurter Rechtsanwalt Sven Hornauf vor wenigen Wochen so verstanden, dass bei der Liquidation der Kultur GmbH beide Einrichtungen eben offen bleiben, das wäre bei einer Insolvenz nicht möglich gewesen. Im Endeffekt wurde der zeitweilige Ausschuss gegründet. Ziel ist es, dass die neue GmbH bis spätestens 1. April 2018 gegründet ist. Je früher, desto besser, waren sich die Gemeindevertreter einig.

Übrigens, ausgenommen von diesem ganzen Hickhack um die Kultur GmbH sind die Bauvorhaben, die mit Hilfe von öffentlichen Geldern aus der Städtebauförderung gestemmt werden sollen. Um alles, was dazugehört, kümmere sich Roderik Daul.

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