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Helferinnen im Seniorenalltag

BKLOPPSTECH / 19.01.2010, 18:49 Uhr
Alt Zeschdorf Bei diesem Winterwetter wagen sich die Älteren selten raus. Nur bei wirklich dringenden Terminen, wenn ein Arztbesuch ansteht oder ein nicht aufschiebbarer Besuch in einem Amt, verlassen die betagten Einwohner das Haus. Und wer sonst von ihnen noch mit dem Fahrrad zum Einkaufen fuhr oder gelaufen ist, beschränkt sich bei diesem Schnee auf das Allernotwendigste oder bevorratet sich mehr als sonst.

Die Älteren im Dorf wissen allerdings auch, dass es jemanden gibt, der ihnen im Notfall hilft. Und sie kennen auch die Telefonnummer im Kulturhaus, die sie nur anrufen brauchen, um um Hilfe und Begleitung zu bitten.

Kerstin Hoffmann und Christina Buchholz haben dort ihr "Büro", wo sie von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr für die Wünsche und Anfragen der älteren Bürger erreichbar sind.

Kerstin Hoffmann und Christina Buchholz arbeiten als Seniorenbetreuerinnen in Alt Zeschdorf und in Petershagen. Ihr Minijob nennt sich "Arbeitsgelegenheit mit Entgelt". Was eigentlich schon alles sagt: Für wenig Geld leisten sie eine Arbeit, die jedoch immer wichtiger wird: die Betreuung von alten Menschen.

In der Altersgruppe 60 bis 100 Jahre leben im Zeschdorfer Ortsteil Petershagen 82 Menschen - das sind 24,3 Prozent. In Alt Zeschdorf sind es 219 Frauen und Männer im höheren Lebensalter. Das entspricht 26,9 Prozent der Einwohnerschaft. Tendenz steigend.

"Das zeigt, dass wir uns als Gemeinderat zunehmend um die älteren Bürger Gedanken machen müssen und vor allem, wie wir sie in das gesellschaftliche Leben im Ort einbeziehen können", betonte Bürgermeisterin Margot Franke in der Gemeinderatssitzung zur Thematik im November 2009. Erst gestern erfuhr die rührige, alleinstehende Ortschefin, als sie ausgerutscht war, wie wichtig es ist, dass jemand auch eine Bürgermeisterin mal schnell zum Arzt fahren kann...

Am 1. November 2009 wurde die "Arbeitsgelegenheit mit Entgelt", die Seniorenbetreuung in Alt Zeschdorf um weitere sechs Monate verlängert. Die zwei Frauen, die bis dahin von der Arbeitsinitiative Letschin für diese Aufgabe in Alt Zeschdorf zuständig waren, führen sie auch fort: Christina Buchholz und Kerstin Hoffmann. Beide sind aus Hohenjesar und gut bekannt im Dorf.

"Das hat einen großen Vorteil, denn die Älteren vertrauen ihnen. Und sie müssen sich nicht auf Fremde oder andere Betreuerinnen umstellen", sieht auch die Projektbetreuerin der Arbeitsinitiative Letschin, Katrin Schulz, den Vorteil. "Die meisten älteren Einwohner, die wir betreuen, betrachten uns fast schon wie eine kleine Familie", so die Erfahrung von Kerstin Hoffmann. "Zuhören und Geduld haben ist deshalb sehr wichtig für uns. Die Senioren freuen sich, sind dankbar, wenn wir mit ihnen reden und sei es nur ein kleines Schwätzchen. Das hilft manchmal mehr als Medizin", ist die junge Frau überzeugt. Mittlerweile wird das Betreuungsteam aber auch in Computerfragen zurate gezogen. Tendenz ebenfalls steigend.

Seit fünf Jahren gibt es eine solche Stelle zur Seniorenbetreuung in Alt Zeschdorf- als ABM, SAM oder seit November 2009 eben als AGH-E, als Arbeitsgelegenheit mit Entgelt. Den älteren Einwohnern dürfte es egal sein, welchen Namen sie hat, nur wegfallen - das dürfte sie wohl nicht mehr.

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