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Hilferuf
Risse in der Kirchenmauer

Schäden sind bereits erkennbar: Im mittelalterlichen Mauerwerk an der Rönnebecker Kirche arbeitet es.
Schäden sind bereits erkennbar: Im mittelalterlichen Mauerwerk an der Rönnebecker Kirche arbeitet es. © Foto: Sandra Jütte/GZ
Sandra Jütte / 09.12.2017, 07:48 Uhr
Rönnebeck (GU) Dass die mittelalterliche Kirchenmauer am Rönnebecker Friedhof baufällig ist, ist nicht neu. Nun hat Ortsvorsteher Andreas Feindura bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter Sonnenbergs erneut auf die Angst der Bürger hingewiesen, dass Steine herausbrechen könnten. "Ich will nicht, dass irgendwann die Polizei vor meiner Tür steht, wenn etwas passiert", sagte der Orstvorsteher. Da es an der Stelle keinen Bürgersteig gibt, müssen Fußgänger und auch Kinder die Mauer unmittelbar passieren. Daher sei es ihm wichtig, das Amt auf den Zustand hinzuweisen. "Einige Anwohner kontrollieren das ständig, da ist Gefahr im Verzug", so Feindura. Auch bei der vorangegangenen Ortsbeiratssitzung hätten Bürger erneut ihre Ängste geäußert.

Tatsächlich ziehen sich an einigen Stellen tiefe Risse durch die massive Mauer, die den Rönnebecker Friedhof von der Straße trennt. An einer Seite sind die Feldsteine im oberen Teil zur Straße hin gebeugt. "Da drinnen arbeitet es", empfindet es Andreas Feindura.

Den Ortsvorsteher beschäftigt das Mauerwerk bereits seit zwei Jahren. Mit der Kirche sei er regelmäßig in Kontakt. Er wisse, dass dort schon Fördermittel beantragt wurden, aber auch kein Geld für eine komplette Restaurierung vorhanden sei. "Irgendwann muss aber etwas passieren, und wenn die Mauer erst einmal gesichert wird", so Feindura.

Das Problem ist auch Pfarrer Mathias Wolf hinlänglich bekannt, seit er vor einem Jahr die Gemeinde dort übernommen hat. "Seitdem hatte ich sechs Vor-Ort-Termine, unter anderem mit dem kirchlichen Bauamt, dem Bauausschuss des Kirchenkreises und dem Denkmalschutz", sagt der Geistliche. Für den baufälligen Pfeiler, der links vom Eingang zum Kriegerdenkmal die Mauer stützen soll, hat er bereits am 18.April eine Firma mit dem Ab- und Wiederaufbau beauftragt. "Obwohl ich sie zwei Mal angemahnt habe, waren sie bis jetzt aber nicht da", so Wolf.

Da die Mauer, wie die Kirche aus dem 13. Jahrhundert, unter Denkmalschutz steht, müssen die Steine an ihrer ursprünglichen Stelle wieder eingesetzt werden. Alleine für den Pfeiler beläuft sich das auf 5500 Euro. Die Kosten für eine gesamte Restaurierung schätzt Mathias Wolf auf eine sechsstellige Summe. "Das müsste aus Friedhofsgeldern bezahlt werden, und das ist nicht zumutbar. Ich bin da, ehrlich gesagt, etwas hilflos." Für die Reparatur des Pfeilers hat er eine Beihilfe bei der Gemeinde beantragt.

Das Amt und die Gemeinde Sonnenberg wollen den Zustand der Mauer nun ebenfalls prüfen. Unklar ist zudem noch, ob ein Teil der Begrenzung nicht auch in die Zuständigkeit der Kommune fällt.

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