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Abriss der Straßenbahnbrücke über der A 12 sorgt für Behinderungen / Ampel stoppt Verkehr nach Berlin

Staus und nächtlicher Baulärm

Frank Groneberg / 10.12.2017, 19:43 Uhr - Aktualisiert 11.12.2017, 12:41
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Abrissarbeiten auf der Autobahn A 12 haben am Sonntag im Stadtgebiet zu langen Fahrzeugstaus geführt. Vor allem auf der B 87 ging zwischen der Kopernikusstraße und dem Abzweig zur B 112n zeitweise nichts mehr. Anwohner im Stadtteil Süd litten in der Nacht unter Baulärm.

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Brückenabriss A12

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Sie ist seit Sonntag Geschichte - die Brücke, auf der mehr als 29 Jahre lang die Straßenbahnen auf ihrem Weg nach Markendorf und zurück die Autobahn A 12 überquert haben. Am 22. Oktober 1988 war der Linienbetrieb auf der neuen Strecke zwischen Kopernikusstraße und Halbleiterwerk auf den Linien 3, 4 und 7 aufgenommen worden. Die dafür nötige Brücke war zwei Jahre zuvor gebaut und im Dezember 1986 fertiggestellt worden. Nur 31 Jahre nach ihrer Fertigstellung ist diese Brücke jetzt wieder abgerissen worden. Warum? Betonkrebs, wie die die Alkali-Kieselsäure-Reaktion im Beton allgemein genannt wird, hatte die Fundamente der Widerlager und des Pfostens, der die Brücke in der Mitte stützte, zerfressen. Und deshalb muss die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) die Brücke nun erneuern. Die SVF ist übrigens das einzige deutsche Nahverkehrsunternehmen, das Eigentümer einer Brücke ist. Die Erneuerung kostet das Unternehmen etwa 3 Millionen Euro.

Der Abriss des Überbaus, mit dem am späten Sonnabendabend begonnen wurde, hat zum einen für erhebliche nächtliche Lärmbelästigung gesorgt. Vor allem Anwohner im Stadtteil Süd beklagten im Internetforen starken Baulärm, der auch bei geschlossenen Fenstern "gruselig", wie mehrere schrieben, gewesen sei.Zum anderen kam es am Sonntag wegen der Abrissarbeiten teilweise zu langen Fahrzeugstaus.

Die A 12 war ab Sonnabend, 22 Uhr, zwischen den Anschlussstellen Frankfurt-West und Frankfurt-Mitte gesperrt. Die Sperrzeit war extra so gewählt worden, dass sie in die Zeit des Sonntagsfahrverbotes für Lkw fiel. Trotzdem stauten sich den ganzen Sonntag über Autos auf der B 87, und zwar von der Autobahnauffahrt Frankfurt-West zurück nach Frankfurt, zeitweise bis zur Kopernikusstraße. Eine Ursache dafür war die Ampel auf der B 112n, direkt an der Autobahnauffahrt: Diese war nicht abgeschaltet worden. Linksabbieger nach Berlin - und alle, die der Umleitung über die B 87 gefolgt waren, waren dort Linksabbieger - bekommen aber immer nur für wenige Sekunden Grün, so dass es zwangsläufig zu langen Wartezeiten kam.

Probleme hatten auf der B 87 die Busse der Ersatzverkehrslinie EV 4 nach Markendorf, die immer wieder im Stau feststeckten. Problematisch war die Situation aber auch für die Rettungsfahrzeuge: Da die Autofahrer auch vor den Ampeln, wo die Fahrbahn mehrspurig ist, keinen Platz ließen, mussten die Krankenwagen über die mit Beton-Mittelstreifen abgetrennte Gegenfahrbahn fahren, was wiederum dort für Gefahr sorgte.

Einige Autofahrer umkurvten die Staus, indem sie die Fußgängerbrücke, die den Technologiepark Ostbrandenburg mit dem Astronergy-Gelände verbindet, als Abkürzung nutzten. Dabei gefährdeten sie Fußgänger, die von dort aus den Abriss der Straßenbahnbrücke verfolgten.

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