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Party voller Erinnerungen

Premiere für Snowy und die Zeitreise (Jubiläumsshow) im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt.
Premiere für Snowy und die Zeitreise (Jubiläumsshow) im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Janet Neiser / 11.12.2017, 09:14 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Er ist ein Rocker, ein Charmeur, ein Tollpatsch, ein Hitmonster, der Traum vieler kleiner Jungen, Mädchen und, ja, auch aller Schwiegermütter. Die Rede ist von Brandenburgs wohl berühmtesten Schneemann namens Snowy, der am Sonnabend seinen 20. Geburtstag feierte, und zwar bei der Premiere der Jubiläumsshow "Snowy und die Zeitreise" im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt, dort, wo 1997 eine wohl einmalige Erfolgsgeschichte begann.

"Megaprojekt", nennt Fabian Bothe, der neue Regisseur, das Bühnenwerk Schneemann Snowy. Es habe klein begonnen und sei immer größer geworden. 80 Darsteller und Tänzer wirbeln mittlerweile über die Bühne - allesamt Laien. "Aber da sind schon recht große Talente dabei, die sich vor Profis nicht verstecken brauchen", betont der 33-Jährige, der selbst als Musicaldarsteller aktiv ist. "Größtenteils ist der Unterschied, dass sie hier nicht bezahlt werden." Bothe sagt nicht nur, dass er mit dem Ergebnis der monatelangen Arbeit zufrieden ist, er wirkt auch so, und er kann es sein.

Die Show ist ein Geschenk voller Erinnerungen, voller Figuren, die Schneemann Snowy in den vergangenen Jahren die Suppe versalzen oder aber ihm helfen wollten, das Weihnachtsfest zu retten. Und voller wunderbarer Songs: mal Rock, mal Pop, mal lustig, mal traurig, mal laut, mal leise. So wie das Leben.

Es ist kein neues Snowy-Abenteuer, das die Besucher diesmal erleben, es ist eine etwa 100-minütige Zeitreise - ohne Kalender, ohne lange Monologe und Dialoge. Nur der Erzähler erhebt das Wort und Snowy (Tommy Bensch), der wiederholt Kontakt zum Publikum aufnimmt. Musik und Tanz bestimmen das Geschehen. Das kommt an. Es wird mitgeklatscht, mitgeschunkelt, mitgesungen. "Bravo"- und "Zugabe"-Rufe krönen den Abend.

Kaum vorstellbar, dass das beliebte Familienmusical mit der sympathischen Schneekugel, das jährlich mehrere Tausend Besucher - nicht nur aus Eisenhüttenstadt - anlockt, Anfang des Jahres fast vor dem Aus stand. Denn mit dem Tod des Drehbuchautors und Komponisten Axel Titzki (1968-2017) fehlte plötzlich der Kopf des Ganzen, das Gehirn. Das Herz aber schlug weiter - wohl auch, weil "Snowy" mehr ist als ein Musical. Da ist eine Familie gewachsen, von der die Darsteller immer wieder schwärmen. Kein Wunder, dass am Sonnabend viele ehemalige von ihnen im Publikum mitfieberten. Zudem wurde eine Plattform für Kinder und Jugendliche maßgefertigt, die singen, tanzen und schauspielern, sich Träume erfüllen können.

Das durfte nicht einfach zu Ende sein - dachte sich auch Andrea Titzki, die Frau des "Snowy"-Komponisten. Sie hat die Rechte an der Musik für die Eigenproduktion des Friedrich-Wolf-Theaters und an dem Markennamen "Snowy". Sie war es letztlich, die sich mit ihrer großen Tochter Allanah (16) sowie der vorherigen Regisseurin Julia Riedel zusammensetzte und die Bühnenfassung für die Jubiläumsshow erarbeitete, und sie war es auch, die einen neuen Regisseur via Agentur suchte. "Es war ein hartes Stück Arbeit hierhin zu gelangen und hat noch einmal deutlich gemacht, wie viel Axel jedes Jahr geleistet hat. Wir freuen uns sehr, dass die Zuschauer begeistert sind. Dafür sind auch die verantwortlich, die hinter den Kulissen mitgeholfen haben", sagt sie nach der Premiere dankbar.

"Snowy und die Zeitreise" ist eine tolle Jubiläumsshow, die an Vergangenes erinnert, aber zugleich nach der Moderne greift. Was am Bühnenbild zu sehen ist, das die Zuschauer mithilfe von Videoprojektionen mehrmals in andere Welten versetzt. Aber die Zeitreise ist auch ein künstlerischer Glücksfall, denn sie zeigt die riesige Schatztruhe, die Axel Titzki hinterlassen hat. Darin stecken geniale Ideen und Songs, die nicht verstauben dürfen. Denn wie heißtes in einem der Lieder? "Fantasie lässt die Welt in den schönsten Farben strahlen."

Karten nur noch für den 12., 13., 19., 20.12., 9.30 Uhr, Friedrich-Wolf-Theater, Lindenallee 23, Eisenhüttenstadt, Kartentel. 03364 413690

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