Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Am Ostkreuz halten nun die Züge nach Frankfurt (Oder), Cottbus und Schönefeld

Fahrplanwechsel
Ostkreuz - endlich Regionalbahnhof

Maria Neuendorff / 11.12.2017, 19:36 Uhr
Berlin (MOZ) Mit dem Fahrplanwechsel wurde am Ostkreuz der neue Regionalbahnsteig in Betrieb genommen. Dort können Fahrgäste nun unter anderem in den RE1 nach Frankfurt (Oder) steigen. Dafür wurde Karlshorst vom Regionalverkehr abgehängt.

Die ersten Pendler, die am Montagfrüh müde in die Regionalzüge am Ostkreuz steigen, werden zur Feier des Tages von Heiko Schmidt-Dworschak mit Schoko-Herzen überrascht. Uschi Fuchs hat die süße Aktion des "Eisenbahners mit Herz" zwar verpasst, ist aber trotzdem guter Dinge. "Sonst musste ich immer bis zum Ostbahnhof fahren. Für mich verkürzt sich der Weg auf jeden Fall", sagt die Rentnerin aus dem Plänterwald, die regelmäßig über Frankfurt (Oder) ins polnische Slubice fährt. Heute steht dort ein Friseur-Termin an. Den Zug um 10.09 Uhr hat sich die 73-Jährige im Internet herausgesucht. "Hoffentlich stimmt die Zeit", sagt sie und sieht sich nach den gelben Zugplänen um. Die sind im ersten Moment gar nicht so leicht zu finden. Auf dem neuen Regionalbahnsteig an Gleis 1/2, der mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag in Betrieb gegangen ist, verdecken immer noch Baustellen die Sicht. Die Rolltreppen, die noch nicht funktionieren, sind eingezäunt, genauso wie Betonmischer auf dem Bahnsteig. Während die Züge nach Cottbus, Nauen und Schönefeld einfahren, werkeln Arbeiter auf langen Leitern an herabhängenden Kabeln.

Ein Pärchen aus Tempelhof mit Rollkoffern, das nach Toulouse fliegen will, ist eher zufällig am Ostkreuz gelandet. "Unsere S-Bahn ist ausgefallen. Da sind wir schnell mit der Ringbahn hierher gefahren, in der Hoffnung, dass wir es mit dem schnelleren Regionalzug noch rechtzeitig zum Flieger schaffen", erklärt die junge Frau.

Auch Julian Dopp, Student in Potsdam, spart mit dem neuen Stopp der Regionalzüge Zeit ein. "Es sind zwar nur ein paar Minuten, aber es ist auf jeden Fall bequemer, nicht bis zum Alex oder zur Friedrichstraße fahren zu müssen", sagt der 25-Jährige. Zumal die Züge dort schon meist voll von Kommilitonen seien.

Doch was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Weil der Fahrplan keine Reserven mehr hat, durchfahren die Odeg-Züge der RE 2 (Wismar-Cottbus) nun dafür den Ostbahnhof ohne Halt. Seit dem Wechsel halten auch die Linien RE 7 und RB 14 nicht mehr in Karlshorst. Die dortigen Bahnsteige des Regionalverkehrs werden abgerissen. "Die Leute dort sind nun arm dran. Viele haben die Regionalzüge ja auch genutzt, wenn die S-Bahn mal wieder überfüllt war", weiß Uschi Fuchs. Doch für sie persönlich hat sich nun auch die Reise in die City West mit der S-Bahn verbessert. Die Seniorin zeigt auf den 344 Tonnen schweren und 21,4 Millionen Euro teuren neuen Brückenzug mit zwei Gleisen, der am Wasserturm von der Ost-West-Trasse abknickt. Über die neue Südkurve schweben nun die gelbweißen Züge der Linie 9 aus Schönefeld ohne Halt am Ostkreuz vorbei alle 20 Minuten nach Spandau. "Diese Kurve gab es ja schon mal zu DDR-Zeiten", erinnert sich die Treptowerin. Vor ihrer Wiederbelebung musste sie auf dem Weg zum Bahnhof Zoo immer am Ostkreuz umsteigen.

Auch die S 3 aus Erkner fährt nun wieder im 20-Minuten-Abstand bis Spandau durch. Dafür endet die S 5 aus Strausberg-Nord schon in Westkreuz und die S 75 aus Wartenberg bereits am Ostkreuz.

Der umgebaute S- und Regionalbahnhof in Friedrichshain ist der am meisten frequentierte Nahverkehrs-Umsteigebahnhof in Berlin. Zu Ost-Zeiten war der verwinkelte Knotenpunkt jahrzehntelang ein rostiges Provisorium. Seit 2006 wird nun umgebaut und erneuert. Der Ringbahn-Bahnsteig, der den Ost-West-Verkehr überkreuzt, hat seit 2012 erstmals eine Halle mit Geschäften. Die Gesamtkosten liegen laut Bahn bei rund 500 Millionen Euro.

Dafür legt nun sogar der Fernverkehrszug des privaten Unternehmens Locomore zwischen Berlin und Stuttgart am Ostkreuz einen Halt ein. Ab Sommer 2018 soll auch der Intercity Cottbus-Norddeich dort stoppen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG