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Die Musikstudenten Julian Lentz und Tom Schmeichel organisieren eigenes Weihnachtskonzert in Gartzer Stephanskirche

Konzert
Mit Orgel und Trompete

Liebe zur Musik: Tom Schmeichel (links) und Julian Lentz aus Gartz
Liebe zur Musik: Tom Schmeichel (links) und Julian Lentz aus Gartz © Foto: privat
Josefin Roggenbuck / 12.12.2017, 06:33 Uhr
Gartz (MOZ) Vor zehn Jahren haben Julian Lentz und Tom Schmeichel begonnen, gemeinsam zu musizieren. Doch als Lentz an das sächsische Musikgymnasium wechselte, trennten sich vorerst ihre musikalischen Wege. Lediglich zu Weihnachten gab es ein Wiedersehen - in diesem Jahr sogar mit eigenem Konzert.

"Die Leute sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir nicht mal ein eigenes Weihnachtskonzert spielen wollen", erzählt Tom Schmeichel. Der 19-jährige Gartzer studiert seit einem Jahr an der Musikhochschule in Hannover, möchte Musik- und Geographielehrer werden. Sein langjähriger Freund Julian Lentz fügt hinzu: "Da haben wir uns entschieden, zusätzlich zur musikalischen Begleitung des Krippenspiels, ein eigenes Konzert zu geben." Am ersten Weihnachtsfeiertag wird es soweit sein. In der Stephanskirche in Gartz erklingen um 17 Uhr altbekannte Weihnachtslieder, aber auch neue, moderne Balladen, die von Lentz auf der Orgel und Schmeichel auf der Trompete gespielt werden. "Sogar der Pfarrer hat seinen Gottesdienst verschoben, dass wir unser Konzert geben können", sagt Schmeichel voller Stolz.

Die beiden Musikstudenten musizieren schon seit ihrer Kindheit zusammen. Lentz spielte bereits mit vier Jahren auf dem Klavier, Schmeichel fand etwas später zur Trompete. "Eigentlich wollte ich Posaune lernen", erzählt er. Doch seine Mutter habe ihn einfach für die Trompetenklasse an der Schwedter Musik-und Kunstschule angemeldet. "Sie dachte, ich habe zu kurze Arme für die Posaune", sagt er mit einem Lächeln. Das Spiel der Trompete habe ihn aber schon in der ersten Musikstunde überzeugt.

Als Duo nahmen sie am Wettbewerb "Jugend musiziert" teil, erreichten beachtliche Erfolge. Für Lentz stand der Wechsel auf das sächsische Musikgymnasium mit dem Übergang in die siebte Klasse aber fest. Sein Talent müsse intensiver gefördert werden, fand man auch in der Musikschule. "Auch mir ging der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf", sagt er. So ging es für den damals 12-Jährigen von Gartz nach Dresden. Schwer sei ihm das nicht gefallen, erzählt er. "So wirklich Heimweh hatte ich nie." Meiner Familie ist das wahrscheinlich schwerer gefallen als mir, mutmaßt der jetzige Klavier-Student. Er habe sich sofort wohlgefühlt und auch der Übergang vom Gymnasium zur Musikhochschule in Dresden gelang ohne Probleme.

Schmeichel hingegen verlor mit Lentz Wechsel aufs Musikgymnasium seinen Musikpartner. "Nachdem er nicht mehr da war, hatte ich keinen in meinem Alter zum Musik machen", erzählt er. Deshalb wechselte er vom Duo zum Orchester, wurde Mitglied im Brandenburgischen Jugend-Jazzorchester und fand im Jazz seine musikalische Leidenschaft. Dass viele Menschen zusammen kommen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, sei für ihn das Schönste am Musizieren. Das Üben hingegen fällt in eine andere Kategorie.

Doch die beiden fanden, trotz der frühen Trennung ihrer musikalischen Wege, wenigstens zu Weihnachten wieder zusammen. In den vergangenen drei Jahren begleiteten Lentz und Schmeichel auf Orgel und Trompete den Gottesdienst in der Gartzer Stephanskirche. "Da haben wir viele Anhänger gefunden", sagt Lentz. Sodass sie auf deren Idee eines eigenen Weihnachtskonzertes gern eingingen.

Neben dem Klavier beherrscht der 19-jährige Lentz auch das große Kircheninstrument. "Als ich noch ganz jung war, hatte ich eine Weile Orgelunterricht", erzählt Lentz. Zwar gebe es zwei Manuale (Tastenreihen) und auch der Anschlag sowie das Fingerlegatho würden sich unterscheiden, doch im Grunde ähneln sich die Funktionsweisen der beiden Instrumente. Nur mit den Basspedalen hadert er ein wenig. "Beim Orgelunterricht war ich noch so klein, dass ich da nicht ran kam." Aber alles kein Problem für den 19-Jährigen, bis zum Konzert würden auch die Bewegungen auf der Fußklaviatur sitzen, verspricht er. "Schließlich harmonieren Orgel und Trompete einfach so gut miteinander."

Dafür lohnt sich auch das Üben. Gemeinsam würden sie es aber erst zwei Tage vor der Premiere schaffen. "Da profitieren wir von der langjährigen Begleitung des Krippenspiels", sagt Lentz. "Und davon, dass wir schon früh angefangen haben, zusammen Musik zu machen. Wir kennen uns eben", ergänzt Schmeichel. So wollen die 19-jährigen Musikstudenten mit dem Konzert ihre Freude an der Musik einem großen Publikum zugänglich machen und mit ihrer Heimatstadt Gartz teilen.

Weihnachtskonzert am 25. Dezember um 17 Uhr in der Gartzer Stephanskirche, Zingelstraße 54, Eintritt ist frei, um Spenden für die jungen Musiker wird gebeten

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