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Kopernikusstraße und Weinbergweg werden erst nach dem Winter fertig / Busse fahren weiter Umleitung

Verzögerung
Straßenbau zieht sich ins neue Jahr

Kopernikusstraße: Die Brücke ist betoniert, weitergebaut wird vorerst aber nicht.
Kopernikusstraße: Die Brücke ist betoniert, weitergebaut wird vorerst aber nicht. © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 17.12.2017, 19:27 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Sperrung der Kopernikusstraße wird länger dauern als geplant. Die Instandsetzungsarbeite können erst bei milderen Temperaturen abgeschlossen werden. Auch der Weinbergweg wird 2017 nicht fertig. Hier können die Fahrzeuge aber ab diese Woche durch die Baustelle rollen.

Am Freitag dieser Woche sollte die Kopernikusstraße wieder freigegeben werden. Doch wer sich in den vergangenen Wochen mal die Baustelle angesehen hat, der hat es wahrscheinlich geahnt: Die Instandsetzungsarbeiten an der Straßenbahnbrücke werden sich bis ins nächste Jahr ziehen. Dabei habe zunächst alles ganz gut ausgesehen, sagt Tiefbauamtsleiter Frank Herrmann. Die Bauarbeiter hätten auch sonnabends gearbeitet, in der Woche teilweise bis 19 Uhr. "Der Knackpunkt ist: Jene Arbeiten, die zum Schluss ausgeführt werden, sind stark temperaturabhängig." Und jede Verzögerung im Bauablauf habe erhebliche Auswirkungen.

Laut der Planung sollte der Brückenüberbau am 17. November betoniert werden, erläutert der Amtsleiter. Zum Aushärten braucht der Beton sieben Tage Zeit. Danach kommt als Dichtungsschicht eine Schicht Reaktionsharz auf den Beton. Diese härtet innerhalb von 24 Stunden aus, braucht dafür aber mindestens 8 Grad Celsius Temperatur.

Doch die Planungen wurden schnell durcheinandergewirbelt. Zum einen, weil erst während des Abrisses festgestellt werden konnte, dass die alte Brücke mit giftigem Phenol belastet war. Eine Spezialfirma musste angefordert werden. Zum anderen entdeckten die Bauleute, dass eine Fernwärmeleitung neben der Brücke so verlegt worden war, dass sie die Brückenfundamente für die eigene Standsicherheit mitnutzte. All das ging aus den Planungsunterlagen nicht hervor und sorgte nicht nur für Mehrkosten von 125 000 Euro, sondern auch für Verzögerungen - für 14 Tage Verzögerung, um genau zu sein.

Die Folge: Erst in der letzten Novemberwoche konnte betoniert werden. Danach hätte am 4. Dezember das Reaktionsharz aufgebracht werden müssen. Doch am 4. Dezember war es dafür schon zu kalt. "Kein Baubetrieb hätte unter diesen Umständen die Gewährleistung für die Dichtungsschicht übernommen", erklärt Bauingenieur Frank Herrmann. "Wir lassen den Beton jetzt vernünftig aushärten, so kann die Restfeuchte entweichen. Sobald es wieder etwas milder ist, wird die Harzschicht aufgebracht - der Baubetrieb steht in Bereitschaft."

Bleibt der Winter eher kalt, können die Arbeiten erst nach dessen Ende abgeschlossen werden. "Wir müssen damit rechnen, dass die Straße bis zum Frühjahr gesperrt bleibt", sagt Frank Herrmann. Damit müssen auch die Linienbusse der Stadtverkehrsgesellschaft weiterhin auf Umleitungsstrecken fahren.

Die Brücken-Instandsetzung stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Laut Ausschreibung hätten die Arbeiten am 24. Juli beginnen und am 2. November abgeschlossen sein sollen. Die Stadt hatte jedoch erst Ende Juli der Buckler Tief- und Brückenbau GmbH Lebus den Zuschlag erteilt. Letztlich war dann am 4. September Baustart.

Auch die Sanierung des Weinbergwegs wird nicht wie geplant bis 22. Dezember abgeschlossen. Zwischen Puschkinstraße und Autohaus besteht die westliche Fahrbahn immer noch aus der alten Betonpiste. Es habe dort sechs Wochen Verzögerung gegeben durch das Verlegen von Leitungen im Auftrag der FWA, erklärt Frank Herrmann. Die gute Nachricht ist: Der alte Beton wird erst nach dem Winter weggebaggert. Ab dieser Woche kann die Straße wieder in beiden Richtungen befahren werden. "Die Frage war: Entfernen wir den alten Beton und haben dann eine offene Baugrube? Oder lassen wir die alte Fahrbahn, damit der Verkehr den Winter über rollen kann?", sagt der Amtsleiter. Die Entscheidung fiel im Sinne der Bürger.

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