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Sylvia Hagen stellt in der Galerie Karger aus

Ausstellung
Das Fragmentarische betont

Bleibt bei der Figur, auch wenn es ums Wasser geht: Sylvia Hagens Terracotta "Meer II"
Bleibt bei der Figur, auch wenn es ums Wasser geht: Sylvia Hagens Terracotta "Meer II" © Foto: Kunsthandel Karger/Sylvia Hagen
Peter Liebers / 18.12.2017, 07:45 Uhr
Berlin (MOZ) Für den Galeristen Wilfried Karger war es kein Problem, dass die Bildhauerin Sylvia Hagen in diesem zu Ende gehenden Jahr mehrfach in Ausstellungen geehrt worden ist. Ihr 70. Geburtstag war Anlass für Personal- und Gruppenausstellungen in Berlin und natürlich im Schul- und Bethaus Altlangsow.

Neben dieser von ihr selbst zusammengestellten Schau vorrangig neuer Arbeiten gibt Kargers Kabinettausstellung mit 25 Skulpturen und zwölf Aktzeichnungen Einblick in das zwischen 1986 und 2017 entstandene Werk der Künstlerin. Interessant für den Galeristen sei der Vergleich des gegenwärtigen Schaffens mit früheren Arbeiten, erklärt er. Und wieder einmal bildet die im Stilwerk an der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg gelegene Galerie auf 600 Quadratmetern einen verblüffenden Rahmen für Sylvia Hagens figurative Plastiken. So sind hier Skulpturen und Druckgrafiken von mehr als 25 Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen versammelt, die zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts gehören. Unter ihnen Walter Arnold, Theo Balden, Fritz Cremer, Wieland Förster, Waldemar Grzimek, Sabine Heller, Friedrich B. Henkel, Ingeborg Hunzinger, Jo Jastram, Emerita Pansowová, Gerhard Rommel, Anna Franziska Schwarzbach oder Rolf Szymanski. Eine Herausforderung, die Sylvia Hagen bestens besteht.

Gemeinsam ist ihnen der Bezug zum menschlichen Körper, und Sylvia Hagen gesteht, dass "die Figur für mich existenziell ist, auch wenn ich ein paar Plastiken habe, die sehr aufgelöst wirken".

Als aufregend bezeichnete Katrin Arrieta, Leiterin des Ahrenshooper Kunstmuseums, anlässlich einer Ausstellung "wie Sylvia Hagen Außen- und Innenansichten der Figur dauernd wechselnd und sozusagen im Fluss aufeinander bezieht". Man habe viel mehr das Gefühl einer durchsichtig gemachten Intaktheit, sehr komplex konstruiert und darin rätselhaft. "Es scheint, als sei an jeder Stelle der Figuren nur das unbedingt Nötige ausgeformt, um die Entsprechung zur Natur kenntlich zu machen", sagte Katrin Arrieta.

Weniger die sinnliche Ausstrahlung eines Körpers ist der Gegenstand von Sylvia Hagens plastischem Werk, eher sind sie Zeichen für Körper in Bewegung, rätselhaft mitunter, aber stets treffen sie Aussagen über Figur und Raum. Prägend für ihre Plastiken ist, dass die nicht immer auf den ersten Blick zu entschlüsselnden Arbeiten die Neugier des Betrachters wecken. Ihre Terrakotten betonen das Fragmentarische, was deren Entstehungsprozess geschuldet ist. Der tektonische Aufbau aus Tonplatten könnte als Ausdruck des Unvollendeten gelten, das allem menschlichen Streben immanent ist.

Mit sieben Ausstellungen und der Ehrung mit dem Brandenburgischen Kunstpreis dieser Zeitung und der Stiftung Schloss Neuhardenberg geht für Sylvia Hagen ein ereignisreiches Jahr zu Ende.

bis 28. Januar, Kunsthandel Wilfried Karger im Stilwerk, Kantstraße 17, Berlin-Charlottenburg, Di-Fr 14-19, Sa 10-19 Uhr, Tel. 030 3612859

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