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Tragödie
Tod durch Silvester-Böller: Zwei Menschen sterben

Beschlagnahmtes Silvester-Feuerwerk aus Polen liegt in einem speziellen Container beim Hauptzollamt in Frankfurt (Oder). Hier lagern einige hundert Kilogramm Silvester-Feuerwerk, was in Deutschland verboten ist.
Beschlagnahmtes Silvester-Feuerwerk aus Polen liegt in einem speziellen Container beim Hauptzollamt in Frankfurt (Oder). Hier lagern einige hundert Kilogramm Silvester-Feuerwerk, was in Deutschland verboten ist. © Foto: dpa/Patrick Pleul
dpa / 01.01.2018, 10:54 Uhr - Aktualisiert 01.01.2018, 12:55
Potsdam (dpa) Mit fröhlichen Partys begrüßten viele Brandenburger das neue Jahr. Polizei und Rettungskräfte waren wieder in erhöhter Alarmbereitschaft - denn häufig gibt es Unfälle mit Feuerwerkskörpern, bei diesem Jahreswechsel auch mit tödlichem Ausgang.

Bei tragischen Unglücken mit Feuerwerkskörpern sind zum Jahreswechsel in Brandenburg zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 35-jähriger Mann starb in Gusow-Platkow (Märkisch-Oderland), als er Knaller in seinem Garten zündete, wie die Polizei am Montag mitteilte. In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) kam ein 19-Jähriger kurz nach Mitternacht durch selbstgebautes Feuerwerk ums Leben. Zahlreiche Menschen wurden durch Böller darüber hinaus verletzt. So erlitt in Flecken-Zechlin (Ostprignitz-Ruppin) ein Elfjähriger durch einen illegalen Böller schwere Verletzungen im Gesicht.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte den Einsatzkräften, die über Silvester Dienst hatten. "Sie haben für unsere Sicherheit gesorgt." 500 zusätzliche Kräfte der Polizei waren in der Silvesternacht unterwegs, davon die Hälfte Bereitschaftspolizei. Auch zahlreiche der rund 39 000 Feuerwehrleute seien in Alarmbereitschaft gewesen, sagte Woidke (SPD).

Die Feuerwerkskörper, durch die der 35-Jährige in Gusow-Platkow getötet wurde, explodierten aus unbekannter Ursache, wie Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, sagte. Gäste der Party leisteten dem Schwerverletzten erste Hilfe. Doch trotz Einsatzes eines Notarztes erlag der Mann noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Der 19-Jährige in Kleinmachnow wollte nach Polizeiangaben bei einer Feier ein selbstgebautes Feuerwerk zünden und dabei am Kopf getroffen. Er starb trotz sofortiger Reanimationsversuche auf der Straße. Nach Polizeiangaben sicherten Kriminaltechniker und Spezialisten des Landeskriminalamtes bis Montagvormittag Spuren. Herkunft und Bestandteile des Feuerwerks sollen ermittelt werden.

Ein sogenannter Polenböller verletzte einen Elfjährigen in Flecken-Zechlin (Ostprignitz-Ruppin) vor allem an den Augen. Er war nach Polizeiangaben aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus mit Knallern beworfen worden. Von insgesamt acht Tatverdächtigen wurden die Personalien aufgenommen. Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und fahrlässige Körperverletzung wurden aufgenommen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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Paul Müller 02.01.2018 - 23:20:32

Sich selbst mit BAM geprüftem Feuerwerk "suizidal" ins Jenseits zu befördern, fast ein Ding der Unmöglichkeit ...

... klingt eher nach einem fehlgezündeten, polnischen Höhenfeuerwerk - welches dem Gusow-Platkower das Leben kostete. Ob unsere Nachbarn jetzt allerdings Fotos mit Leichenteilen auf ihre Produkte kleben wollen ?! Naja ... @KC, die Hirntoten von Bonn sind aber auch nicht ohne ;) https://www.youtube.com/watch?v=c43LUIwjkf8 vermutlich Gäste ...

Kurt Crampmeyer 02.01.2018 - 19:50:03

nicht die (geprüften und zugelassenen) Feuerwerkskörper sind gefährlich ...

... gefährlich ist der fahrlässige Umgang mit ihnen. Nie war Feuerwerk so farbenfroh und bombastisch wie in den letzten Jahren und nie war es so ungefährlich zu zünden, wie seit dem Aufkommen der Feuerwerksbatterien. Wenn Feuerwerk unachgemäß gehandhabt oder absichtlich als Waffe benutzt wird, dann helfen auch Verbote nicht. Sie schränken nur das Leben der 99,9% Menschen ein, die das Feuerwerk verantwortungsbewusst verwenden. Wenn, wie ich gerade in der Brandenburg aktuell-Sendung sehen muss, unsere "traumatisierten Neubürger" Stabraketen nicht nach oben aus Flaschen sondern aus der Hand heraus schräg in Richtung Menschengruppen zünden, dann ahne ich, was uns noch blühen wird. https://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/20180101_1930/silvester-in-cottbus.html Besonders fatal der Kommentar der Polizistin (Minute: 2:00) "Wären an jene "Neubürger" Sicherheitshinweise gegeben worden, dann wären die sicher nicht verstanden worden." Welch eine beruhigende Begründung für Nichteinschreiten! Das ist nicht mehr das Land, in dem ich gerne lebe.

Karl Napp 01.01.2018 - 22:19:15

Chapeau, Piefke

Ihr Vorschlag hätte auch meine vollste Unterstützung.

Piefke Saga 01.01.2018 - 21:22:27

Ein bißchen mager die Infos ...

siehe: https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/tod-im-boellerwahn-das-letzte-silvester-des-ronny-b--29417046 Zitat: "... will nachsehen, warum die Batterie keine bunten Lichter in den nächtlichen Himmel schießt. Doch als er sich über den Feuerwerkskörper beugt, gibt es eine unglaubliche Detonation. Die Wucht ist so stark, dass es dem Mann den gesamten Oberkörper zerreißt." Und ich denke an letzten Samstag, in einem "normalen Discounter, einem Supermarkt wie L...l, A....i, N...a, ... In der Mitte des Ladens liegt jede Menge Feuerwerk auf Warentischen, Raketen, große Böller, kleine Böller, große, kleine Böllerbatterien. Ein Junge, vielleicht 10, 11 Jahre alt, mit ihm seine jüngeren Geschwister, begeistert von der angebotenen Ware, mit der größten Böllerbatterie in der Hand rennt er zu seinem Vater, der mit seiner Frau fünf, sechs Meter weg von ihm, ihm gegenüber auf anderen Seite in der Warenauslage wühlt ... "Papa, Papa, das hier brauchen wir , ja , ja, Papa, bitte ..." usw. und so fort, mit der größten Batterie in den Händen, die der Laden anbietet. Später sehe ich ihn noch mit anderen Batterien durch den Laden rennen "Papa, Papa ... " und ich denke mir, der Apfel fällt wohl nicht weit vom Stamm. Beide Eltern wühlen immer noch sichtlich angetan in der Auslage, obwohl der Einkaufswagen längst voll ist von dem Zeug. Vielleicht sollte man, wie es mittlerweile für Zigaretten üblich ist, Bilder von zerfetzten Körperteilen anstatt bunter Feuerwerke auf der Ware aufkleben lassen? ... oder wenigstens Plakate mit diesen Horrorbildern über die Ware hängen lassen. Ich wäre dafür!

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