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Kulturstätte verabschiedet sich vom Prinzip der Häusersammlung in Altranft / Gebäude bleiben erhalten

Oderbruch
Museum in Altranft ändert Namen und Inhalt

Steffen Göttmann / 04.01.2018, 20:19 Uhr
Altranft (MOZ) Das Freilichtmuseum Altranft ist Geschichte. Seit Mitte 2017 nennt sich die Kulturstätte "Oderbruch Museum Altranft - Werkstatt für ländliche Kultur". Wenngleich alle Gebäude genutzt werden, so unterliegt das Museum dennoch ständigen Veränderungen.

Mit dem "Werkstattbericht 2017 "ziehen das Programmbüro unter der Leitung von Kenneth Anders und Hortensia Völkers, Künstlerische Direktorin Bundeskulturstiftung Bilanz. Sie zeigen die Aktionen auf, die das Museum im Rahmen des Transformationsprozesses in Angriff genommen hat. Der rote Faden, der alle Veranstaltungen verbindet, ist das Oderbruch, das dem Museum seit vergangenem Jahr seinen Namen gibt und auf das es sich konzentriert. Darauf ist auch das Corporate Design ausgerichtet, das vergangenes Jahr entwickelt wurde und dem Museum ein öffentliches Profil gibt.

Das Jahresthema "Wasser" bildete die Grundlage für die Dauerausstellung "Das Oderbruch und sein Wasser. Die Art der Ausstellung mit der Integration von Objekten, Texten, Bildern, Kunst und elektronischen Medien werde sich auch in künftigen Expositionen widerspiegeln, heißt es in dem Werkstattbericht. Die Gestaltung taucht beim Ausstellungsrundgang immer wieder auf, auch in den neuen Räumen wie dem Schaukasten Oderbruch, der Museumswerkstatt, der Orts- und Hausgeschichte sowie dem Studiolo.

Als Grundlage für das Jahresthema "Wasser im Oderbruch" befragten die Museumsleute 20 Oderbruchbewohner, um ihr Verhältnis zum Wasser herauszuarbeiten. Als wichtigen Partner konnte das Museum den Gewässer- und Deichverband Oderbruch (Gedo) gewinnen, der beispielsweise Maschinen wie einen Schwimmbagger für die Ausstellung zur Verfügung stellte. Fotos, ein Modell des Oderbruchs, ein Fließschema sowie Film- und Audio-Aufnahmen ermöglichten tiefe Einblicke ins Jahresthema.

Ferner wurde die Museumspädagogik wieder aufgebaut. Es gab Bildungsangebote in regelmäßigen Workshops und Kooperationsprojekte mit Schülern. "Weit über 1000 Schüler wurden in diesem Zusammenhang von uns betreut", berichtet Kenneth Anders. Dabei sei es gelungen, verschiedene Akteure aus dem Oderbruch mit einzubeziehen. "Von Theaterpädagogik über Gartenkultur, Kochen und Handwerk bis hin zu Museologie und Kunst reicht das Profil unserer Angebote", so der Leiter des Programmbüros. Das Fischerhaus wurde für die Museumspädagogik hergerichtet.

Dank der großzügigen Spende von 400 000 Euro bis 2020 durch die Schweizer Drosos-Stiftung kann das Museum das Projekt Heim(at)arbeit fortsetzen, das die landschaftliche Bildung in Schulen stärken soll. Das regionale Handwerk präsentierte sich am Pfingstsonntag bei einem Ringmarkt. Jeder sollte auf seine Weise einen Ring produzieren. Größte Veranstaltung war das deutsch-polnische Erntefest. Das Museum zeigte sich als guter Gastgeber. Der Märkische Sängerkreis richtete in und ums Schloss Altranft den Märkischen Sängertag mit 20 Chören aus.

Die Namensänderung sei eine der umstrittensten Entscheidungen gewesen, erklärt Kenneth Anders. "Freilichtmuseen sind Häusersammlungen. Sie zeigen historische Gebäude und verweisen auf unterschiedliche Bauformen, Nutzungen und Lebensweisen, die mit diesem Gebäuden zusammenhängen", so Anders. Dies verursache hohe Kosten, denn die Gebäude müssen unterhalten werden, und die Sammlungen dürften nicht aufhören. In modernen Freilichtmuseen werden sogar Fertighäuser der siebziger Jahre gesammelt. Das könne das Museum Altranft nicht leisten. Die Gebäude des Museums seien weitläufig am ursprünglichen Ort im Dorf verteilt. "Das galt lange als Vorteil, weil eine größere Authentizität erhofft wurde", ergänzt er. Doch Altranft habe sich verändert, sei Ortsteil Bad Freienwaldes geworden und habe nach und nach den Charakter eines ländlichen Wohngebietes angenommen. Die Häuser bleiben, werden aber anders genutzt

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