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Galopp-Trainerin Juliane Arnold freut sich nach einem wechselvollen Jahr auf die Arbeit mit dem Wallach Oil of England

Galopp
"Es geht weiter, immer weiter"

Anspannung vor dem Rennen: Reiter Nicola Sechi und Trainerin Juliane Arnold mit Bavarian Beauty vor dem letzten Rennen der Stute in Hoppegarten
Anspannung vor dem Rennen: Reiter Nicola Sechi und Trainerin Juliane Arnold mit Bavarian Beauty vor dem letzten Rennen der Stute in Hoppegarten © Foto: MOZ/Edgar Nemschok
Edgar Nemschok / 06.01.2018, 05:24 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Das Jahr 2017 war für Juliane Arnold ein sehr wechselvolles. Neben sportlichen Erfolgen mit ihrem Pferd Bavarian Beauty gab es allerdings auch einige Rückschläge. "Neues Jahr, neues Glück", sagt die junge Frau, die optimistisch in die Zukunft schaut.

Einer der wichtigsten und auch schönsten Tage war für Juliane Arnold der 14. Oktober. Die junge Frau, die als Trainerin im Galopprennsport arbeitet, hat mit ihrem Pferd Bavarian Beauty einen Erfolg feiern können. Im Ziel des Rennens der Kategorie Ausgleich III lief die sechsjährige Stute auf einen dritten Platz ein - und das auf der Heimrennbahn in Hoppegarten. Es ging um den Lollapalooza-Berlin-Preis und der Jubel bei Reiter Nicola Sechi, Besitzer Norman Schulz und Trainerin Juliane Arnold war riesengroß.

"Meine Bavarian Beauty hat es tatsächlich geschafft, den Vorjahressieg auf dieser Bahn zu wiederholen", jubelte die junge Trainerin auch nach dem 148. Deutschen Galopper-Derby. Das Pferd, damals geritten von Rebecca Danz, gewann das Rennen der Aapak GmbH im Rahmen der Derby-Woche in Hamburg. Im Rennbericht steht, dass sich die sechsjährige Stute Bavarian Beauty ab Beginn des Horner Bogens Meter um Meter von der Konkurrenz absetzen konnte. "Als es auf die Zielgerade ging, hatte das Leichtgewicht im Rennen schon einen so großen Vorsprung herausgaloppiert, so dass alle Anstrengungen ihrer Gegner nichts mehr nutzten. Sechs Längen waren es, die die von Juliane Arnold trainierte Desert Prince-Tochter im Ziel noch voraus war." Es war ein 1600-Meter-Ausgleich III.

"Beate", wie das Pferd von allen nur liebevoll genannt wird, "hat mir in diesem Jahr viel Freude gemacht", sagt Juliane Arnold. Doch die Stute geht nun in den Ruhestand oder genauer gesagt in die Zucht.

Die 40-jährige Trainerin ist so etwas wie ein Stehaufmännchen der Szene. Nach einem schweren Unfall im Stall musste sie mehrfach operiert werden und bis heute ist die Verletzung am Bein noch nicht völlig auskuriert. Ihr Pferd "Trulli", eigentlich Last Boy Truels, war im Stall ausgerutscht und hatte seine Trainerin regelrecht unter sich begraben.

"Ob das auch jemals wieder völlig in Ordnung kommt ...", sagt sie skeptisch und zeigt das Röntgenbild ihres Beins. Auch als Nichtmediziner lässt sich nur erahnen, wie kompliziert der Bruch war und wie schwierig der Heilungsprozess auch weiter verlaufen wird. Weitere Operationen wird es geben. "Es hilft ja nichts. Es muss ja weitergehen", sagt sie mit einem großen Schuss Zweckoptimismus und wischt sich ein paar leichte Tränchen aus den Augenwinkeln. Denn wenn sie an den Unglückstag zurückdenkt, weiß sie auch, dass sie unter dem Strich sogar noch Glück hatte. "Es hätte alles viel schlimmer ausgehen können."

Aber auch das ist Juliane Arnold - eben ein echtes Energiebündel. Jammern gilt nicht, und so hatte sich auch schnell herumgesprochen, dass sie bereits einen Tag nach einer weiteren Operation wieder im Stall stand. Mit Krücken und teilweise im Sitzen konnte sie dann ihre Pferde betreuen. "Den Tieren ist es egal. Sie müssen versorgt werden. Es war auch eine Zeit, in der ich deutlich feststellen musste, wo ich wahre Freunde habe." Sofort spricht sie von ihrem behandelnden Arzt Dr. Heiko Dietel, der Tierarztpraxis von Dr. Karsten Rademacher und ihrem Sohn Pascal. "Ich bin allen, für das, was sie für mich getan haben, so dankbar."

In diesem Zusammenhang nennt sie auch Andreas Maseizik, der auf der Rennbahn Hoppegarten als Eventmanager tätig ist. Und er sagt: "Auch wir von der Rennbahn wissen, was wir an Frau Arnold haben und werden in der Zukunft mit ihr noch enger zusammenarbeiten. Sie hatte im vergangenem Jahr viel für uns getan, zum Beispiel auch während der Tage, als wir Gastgeber für das Lollapalooza waren."

Und bei einem weiteren Angebot der Galopprennbahn war Juliane Arnold sehr aktiv. "Immer wieder gibt es Unternehmen, die mit ihren Pferden sozusagen auf der Durchreise sind. Auf dem Weg zum Beispiel aus England oder Irland zu großen Turnieren machen diese bei uns in Hoppegarten Zwischenstation. Die Tiere müssen auch zu ungewohnten Arbeitszeiten versorgt werden und dabei konnten wir uns stets auf Frau Arnold verlassen. Dieses Angebot wollen wir in diesem Jahr noch erweitern", sagt Andreas Maseizik.

Derzeit steckt Juliane Arnold voll im Aufbautraining mit dem sechsjährigen Oil of England. Das Pferd kommt aus Bayern, aus dem Rennstall von Andreas Ruhland, und soll noch eine Saison laufen. Es kam mit einer leichten Fußverletzung. Wenn aber alles gut läuft, soll der Wallach zum Auftakt Ostersonntag in Hoppegarten laufen. Oil of England hat einen dritten Platz im italienischen Galopper-Derby in seiner Erfolgsliste zu stehen. "Ich werde ihn behutsam trainieren", verspricht Juliane Arnold.

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