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Amtsübergabe
Alexander Laesicke ist jetzt neuer Bürgermeister

Gruppenbild mit Chefs (v.l.): Die Fraktionsvorsitzenden Werner Mundt (CDU), Dirk Blettermann (SPD) und Antje Wendt (FWO), Hans-Joachim Laesicke, SVV-Vorsitzender Holger Mücke, Alexander Laesicke, Heiner Klemp (Grüne) und Ralph Bujok (Linke).
Gruppenbild mit Chefs (v.l.): Die Fraktionsvorsitzenden Werner Mundt (CDU), Dirk Blettermann (SPD) und Antje Wendt (FWO), Hans-Joachim Laesicke, SVV-Vorsitzender Holger Mücke, Alexander Laesicke, Heiner Klemp (Grüne) und Ralph Bujok (Linke). © Foto: OGA/Klaus D. Grote
Friedhelm Brennecke und Klaus D / 08.01.2018, 21:26 Uhr - Aktualisiert 09.01.2018, 14:01
Oranienburg (OGA)

Es war nur ein kurzer formeller Akt im Amtszimmer des Bürgermeisters: Stadtverordnetenvorsteher Holger Mücke (SPD) versetzte Hans-Joachim Laesicke (SPD) nach drei Wahlperioden und 24 Jahren als Rathauschef mit Wirkung vom 5. Januar in der Ruhestand. Oranienburgs neuem Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) nahm er den Amtseid ab, den der Protestant mit der Formel "So wahr mit Gott helfe" abschloss. Unterschriften unter den Urkunden besiegelten den Akt und das Ende einer von wahrer Berufung geprägten kommunalpolitschen Ära sowie einen Neubeginn im Rathaus. Hauptamtsleiter Mike Wedel achtete penibel darauf, dass die beamtenrechtlich wichtige Dokumente mit den nötigen Unterschriften versehen wurden.

"Ich danke allen, die mir die Ehre erwiesen haben, bei meiner Amtseinführung dabei zu sein", sagte Alexander Laesicke. Neben den fünf Fraktionschefs Werner Mundt (CDU), Dirk Blettermann (SPD), Ralph Bujok (Linke), Heiner Klemp (Grüne und Antje Wendt (FWO), den Landtagsabgeordneten Gerrit Große (Linke) und Björn Lüttmann (SPD) sowie Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) waren Annemarie Laesicke und Jeanine Laesicke - die neue First Lady Oranienburgs - mit den Töchtern Hannah und Lilly gekommen. Sie alle wurden anschließend in unterschiedlichen Gruppierungen fotografiert.

Bürgermeister Alexander Laesicke wertete die Anwesenheit der Fraktionschefs als Zeichen für eine gute Zusammenarbeit, die er als auch die demokratischen Kräfte zum Wohle der Stadt sich auf ihre Fahnen geschrieben hätten. Im Amtszimmer hat sich bislang kaum etwas geändert. Das etwas vergilbte Foto von Willy Brandt ist verschwunden. An dessen Stelle hängt nun ein Bild von Hans-Joachim Laesicke. Der Junior hat den Senior damit immer im Blick. Und hinter der Tür sitzt Silvia Schneider, die langjährige Sekretärin des alten, sie bleibt auch wichtigste Ansprechpartnerin für den neuen Bürgermeister.

Der hat erste personelle Veränderungen schon vorgenommen. Zum 1. Februar wird Gilbert Collé sein persönlicher Referent. Der Berliner hatte sich aus einem Feld von 78 Bewerbern nach einem Test und weiteren Gesprächen bei der Ausschreibung der Stelle durchgesetzt. Collé, der bisher als IT-Projektmitarbeiter beschäftigt ist, gehört seit seinem 16. Lebensjahr der SPD an, war bereits als Referent von Bundes- und Landtagsabgeordneten tätig und ist aktuell stellvertretender SPD-Fraktionschef in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung.

Alexander Laesicke will die Verwaltung künftig mit drei Dezernenten führen. Damit verzichtet er auf Beigeordnete, die als politische Wahlbeamte vom Stadtparlament zu wählen wären. Dezernenten, die einen Angestelltenstatus haben, kann der Bürgermeister selbst einsetzen.

Bewerbungen für das künftige Dezernat Bürgerdienste (Soziales, Bildung, Sicherheit und Ordnung) lägen bereits vor. Noch im Januar soll die Entscheidung fallen, wer diesen Bereich künftig leiten soll. Zu den Bewerbern zählt die Linke-Kreisvorsitzende Stefanie Rose aus Leegebruch.

Für das neue Dezernat Stadtentwicklung (Bauen) sei die Ausschreibungsfrist beendet. Laesicke junior möchte Frank Oltersdorf gern in dieser Funktion behalten. Dessen Amtszeit als derzeitiger Beigeordneter endet zum 31. Mai dieses Jahres. Für das neue Dezernat Finanzen erfolge eine Stellenausschreibung, sobald der städtische Haushalt vom Landkreis genehmigt sei, sagte der neue Bürgermeister.

Hans-Joachim Laesicke fiel der Abschied gestern nicht mehr schwer. "Ich war gern Bürgermeister. Mir hat das immer Spaß gemacht. Aber jetzt ist auch mal Schluss". Zum Monatsende will er mit seiner Frau Annemarie erst einmal Urlaub machen und auf den Kanaren einen Vorgeschmack auf den Frühling genießen. Dass ihm künftig zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, diese Befürchtung hat er nicht. "Ich will erst mal alles sacken lassen und mich demnächst mal mit der Wendezeit in Oranienburg befassen", sagte er ganz entspannt.

Er hatte eine lange Abschiedstour hinter sich: Offiziell und förmlich wurde es bereits beim Stadtempfang am 2. Oktober. Beim Weihnachtssingen am 8. Dezember verabschiedete sich Laesicke von den Oranienburgern. Seine engsten Freunde bereiteten ihm am vergangenen Freitag eine Überraschungsparty im "Weidengarten". Sein früherer Referent, der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (Schlagzeug), spielte mit zwei anderen Musikern zehn der Lieblingssongs von Laesicke.

Jeanine Laesicke wird auf ihren Mann künftig wohl noch öfters verzichten müssen. "Aber auch schon während seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bahn war Alex viel unterwegs. Jetzt haben wir den Vorteil, dass die Wege in Oranienburg kürzer sind", sieht sie der Arbeit des neuen Bürgermeisters gelassen entgegen. Ansonsten ist die Ehefrau die emotionale Stütze für das neue Stadtoberhaupt. "Ich freue mich, wenn er das Gefühl hat voranzukommen. Ich bin glücklich, wenn er auch glücklich ist." Nach dem offiziellen Teil wollte sich Laesicke am Abend noch mit politischen Freunden treffen.

Vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Heiner Klemp bekam der neue Bürgermeister ein Kochbuch mit "grünen Rezepten" überreicht. Antje Wendt, Fraktionschefin der Freien Wähler, wünschte ein "glückliches Händchen", der Stadtverodnetenvorsteher Holger Mücke "viel Kraft und Erfolg". Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linke) überreichte einen Kaktus mit dem Hinweis, dass es in Zukunft auch mal stachelig werden und weh tun könne.

Der schlicht gehaltene Amtswechsel verlief ansonsten unspektakulär und dauerte nur wenige Minuten. Im Beratungsraum gab es anschließend Kaffee und Kuchen für die Gäste. Es herrschte eine fast familiäre Atmosphäre. Annemarie Laesicke fütterte ihre Enkelin Hannah mit Kuchen.

Am Mittag hatten Hans-Joachim und Alexander Laesicke, die beide zu diesem Zeitpunkt offiziell ohne Amt waren, die Sternsinger willkommen und mit gleich neun Königinnen und Königen stimmsicher Lieder gesungen.

Die Oranienburger dürfen gespannt sein, welche neuen Töne künftig aus dem Schloss zu vernehmen sein werden.

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