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Bundespräsident a. D. eröffnet Yad-Vashem-Ausstellung in Oranienburg

Joachim Gauck kommt wieder nach Oranienburg

Besuchte die Stadt Oranienburg zuletzt am 9. November 2015: Alt-Bundespräsident Joachim Gauck.
Besuchte die Stadt Oranienburg zuletzt am 9. November 2015: Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. © Foto: Klaus D. Grote
Burkhard Keeve / 09.01.2018, 18:39 Uhr
Oranienburg (OGA) Bundespräsident a. D. Joachim Gauck wird am Freitag im alten Oranienburger Runge-Gymnasium die Yad-Vashem-Ausstellung mit dem Titel "Ich bin meines Bruders Hüter - Die Ehrung der Gerechten unter den Völkern" eröffnen.

Dieter Starke, Leiter des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums (OSZ), hat neben dem ehemaligen Staatsoberhaupt auch den Botschafter des Staates Israel in Deutschland, S. E. Jeremy Issacharoff, sowie Maya Zehden, Vizepräsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, und Arik Rav-On, Direktor von Yad Vashem für die deutschsprachigen Länder, nach Oranienburg eingeladen.

Als Dieter Starke die Yad-Vashem-Ausstellung kennenlernte, war für ihn klar, sie auch an seine Schule zu holen. Ihn hat die Botschaft der Ausstellung überzeugt. Denn "Gerechter unter den Völkern" ist ein Ehrentitel für Nichtjuden, die während der Nazi-Herrschaft ihr Leben eingesetzt haben, um Juden vor der Ermordung zu retten.

Auch die Idee, den Bundespräsidenten a. D. einzuladen, stammt von Dieter Starke. Schon einmal - 2012 - gab es eine Begegnung von Joachim Gauck mit OSZ-Schülern. Damals hat eine Gruppe sich mit ihm im FEZ Berlin zu einem Projekttag getroffen, und über die Bedeutung von Zivilcourage und Freiheit diskutiert. "Ich habe ihn angerufen und gefragt, ob er die Yad-Vashem-Ausstellung eröffnen möchte", so Starke, der sich freut, dass es so einfach war, das ehemalige Staatsoberhaupt einzuladen. "Er hat sich an uns erinnert", sagt Starke. "Damals hat er sich mit unseren Schülern einen ganzen Tag Zeit genommen. Das hat sie beeindruckt", sagt Starke. "Wenn ich die Schüler heute treffe, ist es genau dieser Tag, an den sie sich aus ihrer Schulzeit erinnern."

Eine gleich starke Wirkung auf seine Schüler erhofft sich Starke auch am Freitag. Zwar habe der ehemalige Bundespräsident dieses Mal nicht so viel Zeit, so Starke. Dennoch werde es für den Seminarkurs, der die Ausstellung vorbereitet hat, eine intensive Zeit. Seit September haben sich zwölf OSZ-Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Yad Vashem und der Ausstellung befasst. Sie sind es auch, die die hohen Gäste durch den langen Flur des alten Runge-Gymnasiums führen werden, in dem die Ausstellungstafeln bereits seit Montag hängen.

Im alten Runge sind die Erzieherfachschule und Berufsfachschule für Sozialassistenten des Oberstufenzentrums untergebracht. "Hier war ausreichend Platz für die Ausstellung", sagt Schulleiter Starke. Die Eröffnungsfeier findet in der großen Aula statt. Die Musik dazu steuern die OSZ-Schüler bei. "Als sie hörten, dass Joachim Gauck kommt, haben sie noch mehr geübt und Lieder aus Israel einstudiert. Auch für sie ist sein Besuch eine Anerkennung ihrer Arbeit", so Starke.

Die Ausstellung wird bis Mitte März bleiben. Geplant sich Lesungen und Führungen. Starke: "Gern können sich andere Schulen an uns wenden."

Hintergrund


■ Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und sie wissenschaftlich dokumentiert.
■ Schon bei der Gründung von Yad Vashem im Jahr 1953 wurde auch die Ehrung der "Gerechten unter den Völkern" in den Auftrag der Holocaust-Gedenkstätte eingeschlossen.
■ Seit 1963 zeichnet Yad Vashem im Namen des Staates Israel und des jüdischen Volkes mit diesem Titel nichtjüdische Menschen aus, die während des Holocaust unter Einsatz ihres eigenen Lebens Juden retteten.
■ Seit Einrichtung des Programms zählt Israel holländische Bauern, polnische Arbeiter, deutsche Soldaten, litauische Priester, belgische Nonnen und viele andere zu seinen Helden. Das Programm "Gerechte unter den Völkern" ist ein Ausdruck der Lebensbejahung des jüdischen Volkes, der Widerstandsfähigkeit der Überlebenden und ihres Glaubens an die Menschheit. (bu)

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