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Sparkasse MOL stattet Hauptgeschäftsstelle mit neuer Anlage aus / "Zur Fähre" öffnet wieder am 29. März

Sparkasse
Erdwärme soll kühlen und heizen

Detlef Klementz / 10.01.2018, 07:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland erhält eine moderne Geothermie-Anlage für Klima und Heizung. Die Arbeiten werden gut ein Jahr dauern. Derweil soll das Restaurant "Zur Fähre" im Erdgeschoss nach Sanierungsarbeiten am 29. März wieder öffnen.

Das Sparkassen-Gebäude einschließlich des Restaurants unweit der Strausseefähre stammt aus dem Jahre 1996. "Mittlerweile sind einfach Sanierungsarbeiten nötig geworden", sagt Sparkassenvorstand Dirk Rieckers. Konkret müssten das gesamte Rohrsystem und der Sanitärbereich erneuert werden. Bei der Gelegenheit werde dann auch die alte, viel zu viel Strom fressende Kühlzelle ausgetauscht. Die Kosten würden sich im "unteren sechsstelligen Bereich" bewegen.

Vorstandsvorsitzender Uwe Schumacher spricht von "keinem kleinen Auftrag". Dennoch sei die Zahl der interessierten Baufirmen sehr übersichtlich gewesen. "Die Auftragsbücher sind offenbar gut gefüllt", schlussfolgert Schumacher. Er macht zugleich deutlich, dass der gewählte Zeitpunkt der Bauarbeiten für Pächter Tom Bongert vergleichsweise günstig sei. Wenn die Planungen eingehalten werden, soll die Fähre vor Ostern, genauer am 29. März, wieder geöffnet werden.

Etwa zu der Zeit könnte nach derzeitigem Stand mit dem zweiten, weit größeren Bauprojekt der Sparkasse begonnen werden. Dabei handelt es sich um eine neue Klima- und Heizungsanlage auf der Grundlage von Erdwärme (Geothermie).

Wie Dirk Rieckers erläutert, hatte die Untere Wasserbehörde im November zwei Probebohrungen auf der kleinen Grünfläche zwischen Gebäude und Straussee genehmigt, in die Sonden eingelassen worden waren. Die Ergebnisse müssten in den nächsten Tagen vorliegen.

Der Sparkassenvorstand ist optimistisch, dass dann auch die Zustimmung für das gesamte Bauprojekt erteilt wird. Das sieht insgesamt 36 Bohrungen bis in eine Tiefe von 95 Meter auf dem Areal vor. Wobei sich die Zahlen auch noch etwas ändern könnten, wie Rieckers ergänzt. Die bestehenden Sträucher müssten für das Vorhaben natürlich weichen, würden aber später ersetzt, betont Uwe Schumacher. Zusätzlich würden im Innenhof dann Wärmeaustauscher aufgestellt.

Die Erdwärmesonden sind in sich geschlossene Rohrsysteme, in denen ein Gemisch aus Wasser und Sole zirkuliert. In 95 Meter Tiefe betrage die Temperatur etwa zehn Grad Celsius. Genaues werde die Probebohrung zeigen. Das Gemisch werde im Sommer mit der niedrigen Temperatur zur Kühlung verwendet. Dank der Zirkulation in der Sonde erfolgt eine Abkühlung auf zehn Grad und somit eine Wiederholung. Im Winter wird dem Gemisch über einen Wärmetauscher für die Heizung Wärme entzogen.

Im Sommer hofft man, über die Erdwärme etwa 85 Prozent der Kühlkapazität zu realisieren. Der Rest soll über elektrischen Strom erfolgen.

Etwa eine halbe Million Euro will die Sparkasse MOL in die neue Geothermie-Anlage investieren. Die Vorstände verweisen auf die 22 Jahre alte Anlage, die künftig erhofften Einsparungen in Höhe von bis zu 50 000 Euro jährlich und auf die Umweltfreundlichkeit. "Obwohl wir ja auch bislang nicht den Straussee leer gepumpt haben", wie Uwe Schumacher schmunzelnd anmerkt.

Damit spielte er auf die Klimaanlage an, für die unmittelbar am Straussee ein eigener, 50 Meter tiefer Brunnen gebohrt worden war, aus dem in den Sommermonaten 350 Kubikmeter Wasser entnommen worden waren - täglich. Kritiker hatten wiederholt Auswirkungen auf den Straussee-Pegel befürchtet, zumal das Kühlwasser über den Postgraben, in das Annafließ und dann in den Herrensee fließt.

Damit ist bald Schluss. Die Klimatisierung wird zwar weiter über die Decken der Räume erfolgen, künftig dann aber in einem geschlossenen System.

Der Start für die Erdwärme-Anlage soll "Ende des ersten Quartals" erfolgen. Die Arbeiten würden sich dann über gut ein Jahr erstrecken, da sie bei laufendem Betrieb erfolgten.

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