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Die vier Bewerber um das Amt des Erkneraner Bürgermeisters stellten sich Fragen von Gefas und Senioren

Kommunalpolitik
Feine Unterschiede in der Wahlarena

Joachim Eggers / 10.01.2018, 20:38 Uhr
Erkner (MOZ) Um die 60 vor allem ältere Menschen haben am späten Dienstagnachmittag die "Wahlarena" von Seniorenbeirat und Gefas (Gesellschaft für Arbeit und Soziales) zur Bürgermeisterwahl am 18. Februar verfolgt. Die Themen reichten von sozialen Fragen bis zu Sicherheit und Verkehr.

Die Senioren, verdeutlichte die Vorsitzende des Beirats, Hannelore Buhl, zum Einstieg, machen immerhin etwa ein Drittel der Bevölkerung in Erkner aus, sind also eine bedeutende Kraft. Siegfried Unger, der Vorstand der Gefas, nutzte das Thema gleich zur ersten Frage, die an alle vier Bewerber - Jan Landmann (SPD), Silke Voges für die Linke, die Einzelbewerber Henryk Pilz und Jens Wissendaner - gerichtet war. Sie sollten tippen, welchem Demografie-Typ Erkner auf der Skala der Bertelsmann-Stiftung entspricht. Die reicht von 1 bis 9, und Erkner ist dem Typ 8 zugeordnet, gilt als stark alternde Kommune. Typ 9 wäre dann eine stark schrumpfende Kommune mit Anpassungsdruck. Jens Wissendaner und Henryk Pilz waren mit ihrem Tipp auf Typ 7 am dichtesten dran, Landmann sagte 6,5 und Silke Voges 5.

Ein wichtiges Anliegen formulierte gleich die erste Fragestellerin aus dem Publikum: Sie wünschte sich einen "Senioren-Bus". Landmann äußerte sich vorsichtig positiv. Die Kosten müssten berechnet werden, und da wisse er nicht, "wie die Stadtkasse aufgestellt ist". Das Thema sei wichtig, aber die Stadt werde einen solchen Bus kaum selbst betreiben können. Silke Voges verwies auf das Angebot der Johanniter in Schöneiche, sie würde versuchen, von den Erfahrungen zu profitieren. "Nicht nur Senioren sind betroffen", sagte Wissendaner, nach 22 Uhr komme man vom Bahnhof kaum weg. Pilz sagte, die Mobilität sei in Erkner eine "Katastrophe", machte den Zuhörern andererseits wenig Hoffnung. Er zeigte sich überrascht darüber, dass Landmann die Finanzlage nicht kenne. Wegen vieler Vorhaben sei der Haushalt in den nächsten Jahren ziemlich eng. Werner Lisowski, bis voriges Jahre Seniorenbeirats-Vorsitzender in Schöneiche, erläuterte die finanziellen Bedingungen: 62 Cent pro Kilometer müssen Senioren zahlen, um dann andere Themen aufzurufen. Er forderte eine bessere Zusammenarbeit der Kommunen und kritisierte, dass Schöneiche und Woltersdorf vom Mittelzentrums-Zuschlag für Erkner - jährlich 800 000  Euro - nichts abbekämen.

Das sei ein "falsches Bild vom Mittelzentrum", antwortete ihm Pilz. Erkner erbringe viele Leistungen für die Umland-Gemeinden. Pilz nannte die Stadtbibliothek und den Pendler-Parkplatz als Beispiele. Wissendaner zeigte sich offen und bekannte, dass er Fragen zum Mittelzentrum in diesem Moment nicht beantworten könne. Silke Voges sagte, sie finde schon, dass Woltersdorf und Schöneiche von dem Geld profitieren sollten; man müsse Projekte anschieben, die die Region insgesamt voranbringen - zum Beispiel ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, bis nach Köpenick. Landmann verwies darauf, dass der Landesentwicklungsplan die Aufgaben des Mittelzentrums genau vorschreibe. Beim Park-Thema schob er gleich nach, dass er sich vom Bau eines Parkhauses nicht viel verspreche. "Dann sind die Plätze nicht um 6.50 Uhr voll, sondern um 7 Uhr."

Ines Amberger fragte nach der Sicherheit für Fahrräder am Bahnhof. Landmann, von Beruf Polizist, bekannte sich als Befürworter von Video-Überwachung, Silke Voges sprach sich für ein Fahrrad-Parkhaus aus, gerade aus Sicherheits-Gründen, Pilz verwies darauf, dass die Entscheidungen über Polizeistärke nicht in Erkner fallen. Wilfried Marschner fragte nach den Vorstellungen der Kandidaten für die Wohnungsgesellschaft und kritisierte deren Ausgaben. Die Hälfte der Einwohner finanziere mit ihren Mieten Veranstaltungen, die die andere Hälfte nutze. Silke Voges, Landmann und Pilz nahmen die Wohnungsgesellschaft in Schutz, ohne sie, so Landmann, würde es einige Vereine in Erkner nicht geben. Wissendaner sagte, er sehe die Frage "mit zwei Herzen". Er sprach sich - wie zuvor Silke Voges - für einen starken Mieterverein aus. Silke Voges ist mit Michael Voges verheiratet. Er ist Vorsitzender des Mietervereins Erkner und Umgebung.

MOZ-Forum zur Bürgermeister-Wahl: 31. Januar, 19 Uhr, in der Löcknitz-Grundschule

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