Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Traditioneller Wirtschaftsempfang der Stadt Angermünde im Rathaus bringt Menschen der Region zusammen

Plauderlaune und Nachdenklichkeit

Daniela Windolff / 11.01.2018, 20:28 Uhr
Angermünde (MOZ) Mehr als 150 Gäste, vom Handwerker bis zum Chef eines Großunternehmens, vom Schulleiter bis zum Klinikdirektor, vom Ortsvorsteher bis zum Bundestagsabgeordneten, folgten der Einladung des Angermünder Bürgermeisters zum Neujahrsempfang der Stadt, bei dem traditionell die Wirtschaft im Mittelpunkt steht.

Auch wenn die Anzugsordnung des festlichen Empfangs von dunklen Sakkos, weißen Hemden und Schlips dominiert wurde, ist das Gewimmel im Ratssaal an diesem Abend bunt. Der Wirtschaftsempfang der Stadt Angermünde bietet Unternehmern, Gewerbetreibenden, Politikern, Vertretern von öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Schulen, Vereinen ... eben all jenen, die das Leben und Zusammenleben in der Stadt und der Region mit prägen und gestalten, eine willkommene Gelegenheit, sich wiederzusehen, neue Kontakte zu knüpfen und in entspannter Atmosphäre mal ohne Termindruck miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen, wozu im hektischen Alltag oft zu wenig Zeit bleibt.

Persönliche Gespräche, das ist es, worauf es bei dieser Veranstaltung ankommt, die alljährlich Anfang Januar den Reigen der Neujahrsempfänge in der Uckermark eröffnet. Der offizielle Rahmen wird deshalb so kurz wie möglich gehalten.

Dennoch nutzt Bürgermeister Frederik Bewer, der in seiner bisher noch kurzen Amtszeit zum zweiten Mal Gastgeber ist, die Gelegenheit zur Begrüßung und für einige persönliche Worte.

Von Bewer ist keine Jahresbilanz zu Ereignissen und zur Entwicklung in seiner Stadt zu erwarten. Er hält es eher mit Gedanken zu dem, was ihn gerade als Bürgermeister und als Mensch, der hier lebt, bewegt. Als er im "schönsten Rathaus der Uckermark eines künftigen Mittelzentrums" seine kurze "Rede an die Region" beginnt, wie er es augenzwinkernd nennt, wird es nach kurzem amüsiertem Beifall plötzlich still im vollen Saal.

Frederik Bewer holt sein Eigenbild der "bunten Socke" als pluralistisches Pendant zu "roten", oder schwarzen Socken" wieder ins Gedächtnis, mit dem er Mitte 2016 als parteiloser Bürgermeister euphorisch startete. Die kommunalpolitische Realität habe die bunten Farben etwas verblassen lassen, meint er nachdenklich und etwas ernüchtert nach 19 Monaten im Amt.

Es sei eine Realität, "die eben nicht ausschließlich darauf ausgerichtet ist, für die Sache da zu sein und konstruktive, praktikable Lösungen zu finden. Eine Realität, die - so wurde mir häufig gesagt - man hinnehmen muss, die so ist und bleibt. Eine Realität, die manchmal so gar nichts mit kommunaler Familie zu tun hat. Eine Realität, die teilweise absurde Züge annimmt und auch eine Spielwiese für persönliche Befindlichkeiten darstellt", sagt Bewer. Kommunalpolitiker sollten sich immer wieder darauf besinnen, was ihre Aufgabe ist: "Für die Menschen, die hier leben, da zu sein!" Zwischen zustimmendem Nicken, verhaltenem Beifall und nachdenklichem Schweigen reicht die Reaktion des Publikums auf Bewers Worte. Von der Angermünder Stadtverordnetenversammlung sind übrigens nur wenige Abgeordnete zum Empfang der Stadt erschienen.

Dann gedenkt der Bürgermeister Menschen, die an diesem Abend ganz sicher dabei gewesen wären, wenn sie nicht viel zu früh aus dem Leben gerissen worden wären. "Sie zeigen uns, wie kostbar das Leben ist", betont Bewer. Für Professor Anton Euba, Inhaber der Spedition Euba Logistic, der im Februar im Alter von 58 Jahren plötzlich starb, sowie für die langjährige Geschäftsführerin der Städtischen Werke Angermünde, Sybille Holzäpfel, die Ende Dezember mit nur 52 Jahren einem Krebsleiden erlag, legten alle Gäste eine Schweigeminute ein.

Die Nachdenklichkeit mischt sich bald wieder mit lebendiger Frische und angeregter Kommunikation. Das Bläserensemble der Kreismusikschule stimmt mit swingenden Rhythmen und einem Saxophon-Solo von Lea Israel auf einen im wahrsten Sinne des Wortes unterhaltsamen Abend ein. Bei Schnittchen und Sekt treffen sich Freunde und Geschäftspartner und plaudern auch Menschen miteinander, die sich vorher nicht persönlich kannten.

Mehr Bilder und Link zum Video: www.moz.de/video

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG