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Armin Baumgärtner wird Geschäftsführer / Saarländer übernimmt Posten Mitte des Jahres

Chefwechsel bei Stadtwerken

Neuer Stadtwerke-Chef: Armin Baumgärtner.
Neuer Stadtwerke-Chef: Armin Baumgärtner. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Stefan Lötsch / 12.02.2012, 08:35 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Armin Baumgärtner wird neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Eisenhüttenstadt. Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Bernd Rothe-Sallmann an, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Der Postenwechsel soll Mitte des Jahres vollzogen werden.

Mehr als 40 Interessenten hatten sich im vergangenen Jahr auf die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens der Stadtwerke Eisenhüttenstadt beworben. Zuvor hatte der bisherige Geschäftsführer Bernd Rothe-Sallmann bekanntgegeben, seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Funktion als Gesellschafterversammlung der Stadtwerke entschied jüngst einmütig im nicht öffentlichen Teil der Sitzung, Armin Baumgärtner als neuen Geschäftsführer des städtischen Unternehmens zu berufen.

Der 44-jährige Saarländer hat vielfältige Erfahrungen im Bereich der Energieversorgung. Momentan ist Armin Baumgärtner verantwortlich für das deutsche Expansionsgeschäft im Gas- und Strombereich der Enovos Deutschland AG, einem Energieanbieter. "Zur Kundengruppe gehören Stadtwerke, Kraftwerke und Großabnehmer", sagte Armin Baumgärtner der MOZ.

Nach einer praktischen Ausbildung - unter anderem zum Energieanlagenelektroniker bei Saarstahl in Völklingen - war der Saarländer unter anderem Abteilungsleiter bei den Stadtwerken in Dillingen. Nebenher absolvierte er ein Fernstudium als Betriebswirt und Wirtschaftsingenieur, die er beide mit einem Diplom abschloss. Eine weitere Station war die Saar-Ferngas-AG, die in Enovos aufgegangen. Aus familiären Gründen wollte Armin Baumgärtner seinen beruflichen Schwerpunkt mehr in die Nähe von Polen verlegen. Außerdem kommt er aus dem Kreis Saarlouis. Und zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt besteht schon seit mehr als 25 Jahren eine Städtepartnerschaft. Eisenhüttenstadt, auch als Industriestandort, ist ihm vertraut.

Wann der Geschäftsführerwechsel stattfindet, steht noch nicht genau fest. Achim Baumgärtner geht davon aus, dass er seinen Posten Mitte des Jahres antritt. Der Vertrag von Bernd Rothe-Sallmann läuft noch bis Ende Juni. Die Stadtwerke Eisenhüttenstadt sind eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Eisenhüttenstadt. Das städtische Unternehmen ist wiederum zu 100 Prozent an der Gasversorgung Eisenhüttenstadt GmbH (GVE) sowie an der Kommunalen Energieverbundgesellschaft mbh (EVG) beteiligt. Weitere Beteiligungen bestehen zu 49 Prozent an der Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke GmbH (VEO) sowie zu 51 Prozent an der Kommunalen Energieversorgung Gmbh (KEV).

Die Stadtwerke sind in den Bereichen Wärmeversorgung, Stromhandel und Dienstleistungen tätig. Im Jahr 2010 beliefen sich die Umsatzerlöse des Unternehmens auf rund 15,9 Millionen Euro. Laut Beteiligungsbericht der Gesellschaft, der dem Haushalt der Stadt für das vergangene Jahr beiliegt, rechneten die Stadtwerke mit Erlösen von 9 Millionen Euro aus dem Wärmegeschäft, 3,7 Millionen Euro aus dem Stromgeschäft und rund 1,2 Millionen Euro aus Geschäftsbesorgungen und Dienstleistungen.

Aus dem Gewinn der Stadtwerke fließt ein Teil in die Stadtkasse. In den vergangenen Jahren waren es rund 350000 Euro. In den nächsten Monaten wird vor allem durch die Stadtverordneten auch darüber zu entscheiden sein, wieweit der Gewinn der Stadtwerke noch für andere Zwecke mit verwendet werden kann. So hatte Bürgermeisterin Dagmar Püschel angekündigt, dass der Zuschuss für das städtische Inselbad, der sich pro Jahr auf rund 1 Million Euro beläuft und komplett aus der Stadtkasse gezahlt wird, um 500000 Euro gekappt werden soll. Diese 500000 Euro sollen aus "einem Querverbund" mit städtischen Unternehmen erzielt werden, sagte die Bürgermeisterin jüngst im Hauptausschuss. Dazu sei man im Gespräch mit den Unternehmen.

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Erboster 13.02.2012 - 22:45:54

Ehrlichkeit und Transparenz eine Wahllüge

Wo ist denn diese viel gepriesene Ehrlichkeit, na wo läuft sie denn hin??? Ab in den Sumpf und den Filz der Bürgermeisterin. Es fällt ihr nichts weiter ein, als wieder die Bürger zu berappen. Hatte Sie nicht Preissenkungen versprochen? Wenn es möglich ist 500 T€ für ein Spassbad aus den Stadtwerken mit Leichtigkeit zu nehmen, dann könnte man auch 1 Mio.€ jählich den Bürgern zurückgeben, durch Preisabsenkungen bei den Betriebskosten Strom und Wärme. Das wäre eine gerecht Poltik, die sie auch auch hoch und heilig versprochen hat. Aber nein, sie treibt es schlimmer als ihr Vorgänger. Ohnmacht und Unwissenheit führt zu dieser verlogenen Politik, Frau Püschel schämen sie sich eigentlich nicht? Wir wollen mit unseren betriebskosten kein Spassbad finanzieren, bauen sie doch genügend Personal ab, dann reichts auch für das Bad. Aber nicht von unseren sauer verdienten Geld, so nicht!!!

Mieter 13.02.2012 - 22:38:42

Verdeckte Gewinnausschüttung- Bereicherung am Bürger

Das HGB hat zu dieser Problematik eine Begrifflichkeit. Das Thema ist verdeckte Gewinnausschüttung=auf Deutsch Steuerhinterziehung. Wenn ein kommunales Unternehmen einer Kommune Sachen finanziert, die ureigenste Aufgabe der Kommune ist, dann ist dies ein klarer Fall von Steuerhinterziehung und kein einfaches Sponsoring. In den Größenordnungen ghet das doch zu weit. Die Stadtwerke schmälern den Gewinn durch zusätzliche Ausgaben (die ihnen nicht gehören) und das führt zu Steuerausfällen. Achtung Frau Bürgermeisterin, mit derartigen Machenschaften in der Größenordnung werden Sie keine Freude haben, das Finanzamt passt höllig auf und ist ja jetzt von ihnen informiert.Und auch wenn das in anderen Städten scheinbar klappt, ist in Hütte die Kostellation eine andere. Die Stadtwerkes sind nicht Eigentümer und auch kein Betreiber des Spassbades. Und so werden den armen Bürgern die letzten Groschen über viel zu hohe Betriebskosten geklaut um dann das Spassbad zu finanzieren.Und am meisten löhnt der Gewi- Mieter mit den teuersten Heizkosten in der ganzen Region.Können wir dann alle kostenlos ins Bad gehen, die EKOiarner tun es doch auch schon. Ich freue mich auf kostenloses Essen und Trinken beim Stadtfest (Sponsoring Gewi) und freien Eintritt ins Spassbad (Sponsori Stadtwerke), billige Beerdigungen bei (Sponsor Stadtwirtschaft) und einige Masssagen im Krankenhaus (Sposor Städtisches Krankenhaus) , ein bischen Spass muss doch für den Bürger drinne sein bei so viel Sponsoren.. Ich wünsche dem Neuen Rückrat gegen die Geldgier der Gesellschafter und immer schön aufpassen und keine krummen Geschäfte machen.

Taschenrechner 12.02.2012 - 20:25:27

Geld aus kommunalen Unternehmen saugen (umverteilen)

eine mutige Ansage der Stadt, einfach so den Zuschuss zu halbieren - und woher das Geld kommen soll ist auch schon festgelegt !! allerdings: die bisher vom Stadtwerke-Verbund überwiesenen ca. 350.000 EUR sind ein sehr kleiner Teil, verglichen mit den 500.000 EUR die von der FWA GmbH aus FF(O) jährlich an die Stadtkasse abgeführt werden 'durften' sowie die 50 Mio. DM die das Wasser- und Abwasserunternehmen zum Ende der 1990er Jahre zum teilweisen Ausgleich der Schulden dieser Stadt 'spenden' durfte inzwischen haben sich aber hier in Hütte einige Dinge ungünstig entwickelt, die den Spielraum für 'Spenden' der mehr oder weniger im kommunalen Teilbesitz befindlichen Unternehmen einschränken dürften, d.h. Preiserhöhungen bei Strom, Gas, Fernwärme usw. lassen eher schlecht auf die verbliebenen Kunden abwälzen und der Wechsel zu anderen Anbietern ist in den letzten Jahren auch sehr vereinfacht worden!

Einer aus der Stadt 12.02.2012 - 12:25:19

Lug und Trug geht weiter in unserer Stadt - "Querverbund" ist unübersichtliches Schachtelsystem

Der Zuschuss für das städtische Inselbad, der sich pro Jahr auf rund 1 Million Euro beläuft und komplett aus der Stadtkasse gezahlt wird, um 500 000 Euro gekappt werden soll. Diese 500 000 Euro sollen aus "einem Querverbund" mit städtischen Unternehmen erzielt werden. Dazu passend: Rückschau:Plusminus 08.02.2012 Schulden meisterhaft versteckt. Wie deutsche Großstädte tricksen. Kommunen sind knapp bei Kasse. Dass die Kommunen in Deutschland hoch verschuldet sind, ist allgemein bekannt. In ihren Haushalten haben sich Kredite von mehr als 123 Milliarden Euro angesammelt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Weitere 133 Milliarden Euro sind verteilt auf städtische Betriebe, Eigengesellschaften und Firmenbeteiligungen. Dazu zählen Stadtwerke und Wasserentsorgungsverbände, aber auch extra gegründete GmbHs oder Fonds. „Viele Städte, vor allem größere, haben durch eigene Unternehmen gezielt die Grenzen ihrer Verschuldungsmöglichkeiten erweitert“, analysiert der Finanzwissenschaftler Prof. Martin Junkernheinrich von der Technischen Universität Kaiserslautern dieses Prinzip. Projekte und Investitionen, die im Kernhaushalt der Kommune, nicht mehr genehmigungsfähig gewesen wären, sind durch Kredite städtischer Unternehmen ermöglicht worden. Solche Investitionen sind in der Regel so konstruiert, dass die Stadt die gebauten oder sanierten Gebäude hinterher langfristig und zu ortsüblichen Preisen anmietet. Denn Mietzahlungen können von der Haushaltsaufsicht nicht untersagt werden. Direkte Kreditaufnahmen schon. Einige Beteiligungen werden dabei allerdings nicht mitgezählt, weil die Stadt weniger als 50 Prozent direkt an der Firma hält. „Das ist ein ziemliches Schachtelsystem und darum ziemlich unübersichtlich. Aber egal um welche Art von Beteiligung es geht, letztlich sind die Schulden dort die Schulden der Stadt und damit die Schulden der Bürger.“ Wer mehr wissen will: http://www.daserste.de/plusminus/ http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,syocnm34itjpzuc4~cm.asp Es nimmt einfach kein Ende und unsere Kommune spielt da fleißig mit im großen Rad. Immer nach der altbekannten Leier - Überall wohin man schaut, Lug,Trug, Korruption und Vetternwirtschaft - Wir sind auch dabei. Na dann, Frohe Zukunft.

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