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Rathenower Blasmusikanten seit 50 Jahren

Die Rathenower Blasmusikanten, hier am 1. Mai 1975 an der Jederitzer Brücke, bestehen aktuell aus 16 aktiven Musikern.
Die Rathenower Blasmusikanten, hier am 1. Mai 1975 an der Jederitzer Brücke, bestehen aktuell aus 16 aktiven Musikern. © Foto: privat
Rene Wernitz / 01.05.2017, 07:02 Uhr
Rathenow (MOZ) Das Jahr 2017 wird für die Musiker der Rathenower Blasmusikanten ein ganz besonderes. Gemeinsam blickt man auf 50 Jahre zurück, in denen die Blasmusikanten vielfältige Ereignisse nicht nur musikalischer Natur durchlebten. Diese Ereignisse mit vielen Höhen und Tiefen haben eng zusammen geschweißt, als Klangkörper und als Gemeinschaft.

Im Jahr 1967 gründete der unvergessene Manfred Berger das Blasorchester und begleitete das damals 40 Mitglieder umfassende Ensemble mit einer gewissen Strenge, aber vor allem mit Engagement und der richtigen Prise Humor. Ein Teil der heutigen Besetzung erinnert sich gern an die Auftritte und Unternehmungen in den 1970-er und 1980-er Jahren. In einer gut geführten Chronik ist das in Wort und Bild nachzulesen. Nach dem plötzlichen Tod des allseits beliebten Leiters im Jahr 1985 herrschten Trauer und Ratlosigkeit.

Mit Constantin Chepa fand sich zunächst ein neuer musikalischer Leiter, doch nach nur drei Jahren zog dieser aus dem Havelland fort und die Blasmusikanten standen wieder vor der Ungewissheit, wie es weitergehen sollte. Doch unter den Bläsern gab es einen starken Zusammenhalt, der insbesondere initiiert und am Leben gehalten wurde durch Uta Prothmann (geb. Berger), der Tochter Manfred Bergers. Eine Zeit lang gab es nur noch acht Unentwegte, die unter ihrer Leitung weiter jeden Montag fleißig probten und um den Fortbestand des Orchesters kämpften.

Mit der Wende wurde es nicht einfacher, aber es erschlossen sich auch neue Möglichkeiten. Uta Prothmann gab sich große Mühe die Gruppe zusammen zu halten, und gemeinsam knüpfte man neue Kontakte zu Blasorchestern in Flensburg, Papenburg, Emsdetten und Angern. Vielfältige, für sie neuartige Auftritte, z.B. ein Schützenfest, brachten neue Erfahrungen und bereicherten nicht nur den musikalischen Horizont.

Joachim Kuipers, der jetzt die Leitung übernahm, brachte das Ensemble weiter voran. Ein überaus positiver Schritt im Orchesterleben war der Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Rathenows. Durch die hilfreiche Unterstützung der Feuerwehr und der Stadt Rathenow fanden die Blasmusikanten eine sichere Heimstatt für ihre Proben (montags 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr) und auch für gesellige Zusammenkünfte. Einen nachhaltigen Eindruck für die musikalische Entwicklung prägte dann Matthias Schmidt, der 1998 den Taktstock übernahm. Durch seine vielfältigen musikalischen Ideen spielte man nun neben traditioneller Blasmusik auch viele interessante moderne Werke von Pop über Filmmusik bis hin zu Rock und Swing. Auch das klassische Repertoire konnte bereichert werden.

Durch Schmidt konnte das Orchester an Ausstrahlungskraft gewinnen und sich den zahlreichen Auftritten in näherer und ferner Umgebung stellen. Kurz vor dem 40-jährigen Bestehen riss der plötzliche Tod des Dirigenten Matthias Schmidt ein tiefes Loch in die Mitte der Blasmusikanten.

Das geplante Konzert sollte trotzdem und zu Matthias' Ehren stattfinden. Mit Jörg Leitz, der kurzfristig die musikalische Leitung übernahm, wurde es dann ein voller Erfolg. Neben ihm, der bis 2009 dirigierte, sind noch Bernhard Meier und Johannes Kölbl zu nennen, die das Ensemble als musikalische Leiter unterstützten.

In den letzten Jahren hat sich in der Besetzung manches verändert, einige Musiker haben die Blasmusikanten verlassen und andere den Weg zu ihnen gefunden. Zurzeit besteht der Klangkörper aus 16 aktiven Musikern. Für die musikalische Feinarbeit in den Proben und das Dirigieren ist seit 2011 Gabriele Knobloch zuständig.

Es gibt feste Größen im kulturellen Leben des Havellands, wo das Orchester aus der Kreisstadt mit seinem vielfältigen Repertoire für Stimmung sorgt. Bei Landeswertungsspielen der Feuerwehr-Musikzüge konnten die Rathenower mit gutem Erfolg teilnehmen. Den 50. Geburtstag feiern die Blasmusikanten mit einem festlichen Konzert quer durch verschiedene Genres und freuen sich auf ihr Publikum sowie ehemalige Orchestermitglieder.

Das Jubiläumskonzert findet am Samstag, 6. Mai, um 16.00 Uhr im Havelrestaurant Schwedendamm statt. Der Preis pro Karte, in der Buchhandlung Tieke oder unter 0172/3885840 erhältlich, beträgt sechs Euro. Anschließend kann mit dem Orchester gefeiert und bei Musik von DJ Marcel kräftig das Tanzbein geschwungen werden.

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