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Für mehr Integration auf dem Arbeitsmarkt

Franziska Haas geht mit ihrem Handicap offen um, will sich ihre Position am Arbeitsmarkt aber keinesfalls versagen lassen und nun einen Verein gründen.
Franziska Haas geht mit ihrem Handicap offen um, will sich ihre Position am Arbeitsmarkt aber keinesfalls versagen lassen und nun einen Verein gründen. © Foto: MZV
Alexandra Gebhardt / 01.07.2017, 10:37 Uhr
Brandenburg (MZV) Dass jungen Menschen der Einstieg ins Berufsleben nicht immer leicht gemacht wird, ist weitreichend bekannt. Noch schwieriger gestaltet sich die Lage am Arbeitsmarkt allerdings für Menschen mit einer bzw. mehreren Behindrungen. Gute 25% unter der Erwerbsquote von nicht-behinderten Personen liegt der Anteil der arbeitstätiger Menschen mit Schwerbehinderung. Und das, obwohl die 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention sich in Artikel 3 und 27 klar gegen die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen ausspricht und ihnen das Recht zuspricht, in "einem offenen, integrativen und zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld den Lebensunterhalt zu verdienen".

Eine Erfahrung, die auch Franziska Haas in den vergangenen Jahren schmerzlich machen musste. Sie selbst leidet an mehren Handicaps, u.a. einer Hautkrankheit und einer Schilddrüsenunterfunktion, und hat den letzten vier Jahren über 200 Bewerbungen verschickt. Erfolglos. Und dass, obwohl die 37-Jährige gut qualifiziert ist, 2013 ihren Bachelorabschluss als Sozialpädagogin erworben hat. "Vom Arbeitsamt bekomme ich wenig Unterstützung etwas an meiner Lage zu ändern. Hier sagt man mir nur, ich wäre zu dick", klagt Franziska Haas.

Unterkriegen lassen will sich die lebensfrohe Brandenburgerin deshalb trotzdem nicht. Vielmehr wird sie nun selbst aktiv, will den Verein "Aktiv am Arbeitsmarkt e.V." gründen. Dieser soll sodann genau dort ansetzen, wo Franziskas Probleme, die sicherlich kein Einzelfall sind, begannen. "Es geht darum, endlich Chancengleichheit für behinderte und nicht-behinderte Menschen am Arbeitsmarkt zu erwirken", so Haas. Dabei hat sich der Verein u.a. die Durchführung einer Berufswegeplanung, Kommunikation zwischen Menschen mit Handicap und Unternehmen und die Begleitung bei Vorstellungsgesprächen auf die Fahne geschrieben. Zudem soll eine Internet-Community soll helfen, den Kontakt zwischen Arbeitnehmern und -gebern zu erleichtern, sodass vor allem Menschen im erwerbsfähigen Alter eine spezielle Eingliederungshilfe in den Arbeitsmarkt erfahren. Auch das Konzept zu Zielen, Finanzierung und Methoden liegt als Satzung bereits vor.

Allerdings steht dem Vereinsglück noch ein entscheidender Faktor im Weg: mindestens sieben Personen müssen auf dem Gründungsprotokoll unterzeichnen, weshalb Franziska Haas nun nach interessierten Unterstützern - egal ob mit Handicap oder ohne - sucht, die den Weg der Vereinsgründung und -gestaltung mit ihr bestreiten. "Gemeinsam können wir sicherlich etwas an der bestehenden Lage ändern", ruft Haas aus. Interessierte können sich bei ihr jederzeit unter der Mobilfunknummer 0160/90372061 oder per E-Mail an franzi_12_79@freenet.de melden.

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