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Schüler zeigen Verbundenheit mit ihrem Gymnasium

Tag der offenen Tür
Genießbarer Runge-Geist

Trommeln mal anders: Schüler Eric Dubs (rechts) zeigte, dass er es beim Beatboxen mit der Percussion-Gruppe aufnehmen kann.
Trommeln mal anders: Schüler Eric Dubs (rechts) zeigte, dass er es beim Beatboxen mit der Percussion-Gruppe aufnehmen kann. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 14.01.2018, 16:14 Uhr
Oranienburg (OGA) Laute Stimmen schrillen durchs Schulhaus, Leute schauen sich erstaunt um. Aufruhr im Runge-Gymnasium? Alles halb so schlimm. Eine Gruppe weiß geschminkter Schüler aus der Theater AG stürmt mit grinsenden Gesichtern die Treppen hinauf, ein Jugendlicher schlendert durch einen Flur, um seinen Hals baumelt ein Schild mit der Aufschrift "Free Hugs" (Umarmungen gratis). Erwachsene wissen gar nicht so recht, wo sie am besten zuerst mit ihren Kindern hingehen sollen. Zum Tag der offenen Tür ist viel los im "Runge".

Vor allem in der Turnhalle herrscht Trubel. Kinder springen mit Schwung vom Sprungbrett aufs Trampolin, es laufen Filme von den Sportreisen ins Surf- oder Winterlager. An der beliebten Kletterwand sichert Dorothea gerade eine Jugendliche ab, die sich heute mit ihren Eltern die Angebote des Gymnasiums anschaut. "Meine Schwester geht schon auf die Schule. Mich hat aber auch schon damals die Kletterwand sehr überzeugt, als ich mir die Schule zum ersten Mal angeschaut habe", sagt die Neuntklässlerin. Seit zwei Jahren klettert sie nun regelmäßig an der Wand und gibt den Besuchern an der Kletterwand wichtige Tipps, wo sie hingreifen müssen, um noch ein Stückchen höher zu kommen.

Bei Moritz läuft alles ein bisschen komplizierter. Er hat eine Etage höher einen kleinen Parcours aufgebaut, den die interessierten Gäste ablaufen sollen - unter erschwerten Bedingungen. Jeder bekommt eine Brille auf die Augen, die einen Vollrausch simuliert. Die Unbeholfenheit bei den Teilnehmern ist groß, das Gelächter noch größer. Dass der 15-Jährige an diesem Tag die Vollrausch-Ecke aufgebaut hat, ist für ihn selbstverständlich: Er möchte seine Schule unterstützen, zeigen, was sie ausmacht. Das hat auch mit den Brillen zu tun. "Eigentlich gab es bei uns keine naturwissenschaftlichen Profilkurse. Weil aber so viele von uns gern einen belegen wollten, haben die Lehrer am Ende "klar' gesagt und den Kurs gegeben. Unsere Schule ist so", berichtet er. Die Brillen fanden im Kurs dann ihre Anwendung. Der Zusammenhalt der Schüler sei sehr gut. Und das Angebot hebe sich von anderen Schulen ab, ergänzt Kumpel Marlon, der vorbeigekommen ist und den Parcours austestet. "Woanders gibt es keinen Psychologie-Kurs", sagt er.

Schulleiter Henry Krüger, der unter anderem Psychologie unterrichtet, gibt unterdessen eine Informationsveranstaltung für künftige Gymnasiasten und ihre Eltern. Wie die Chancen stehen, dass das Kind an der Schule angenommen werden, möchte jemand wissen. Krüger lässt keinen Zweifel daran, dass seine Schule eine besondere sei, mit viel sozialer Kompetenz schon bei den Jüngsten. Auch deshalb sei die Schule gefragt, gute Noten seien ein Muss. Jedes Jahr müsse er ungefähr eine Klasse, also um die 30 Bewerber, ablehnen, erklärt Henry Krüger.

Die künftigen Siebtklässler können dafür wählen, ob sie bilingualen Unterricht belegen wollen. Drei Lehrer unterrichten Biologie/Englisch, zwei Geschichte/Englisch. Doch was Krüger besonders betont, ist der Teamgeist - man könnte auch sagen, der Runge-Geist -, der Schüler und Lehrer zusammenhalte. Der ist tatsächlich zu finden. Nicht nur, weil viele Schüler gern aufs Gymnasium gehen und sich deshalb fast alle im Schulgebäude tummeln oder sogar Ehemalige auf Besuch vorbeikommen. Nein, Paul hat den Runge-Geist auch in Flaschen abgefüllt. An seinem Stand verkauft der Neuntklässler Reagenzgläser, gefüllt mit bunter Geheimrezeptur. Sprachen, Naturwissenschaften oder Mathe - für jedes Fach gibt es einen Trank, der die Kreativität wecken soll. Der für Mathe ist zwischenzeitlich sehr beliebt.

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