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Das Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium gab am Sonnabend Einblicke in die Vielfalt des Schulalltags

Der Name verpflichtet

Die Schulschach-AG des LHG ist erfolgreich. Im vergangenen Jahr gewannen sie den Brandenburg-Pokal.
Die Schulschach-AG des LHG ist erfolgreich. Im vergangenen Jahr gewannen sie den Brandenburg-Pokal. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 14.01.2018, 16:51 Uhr
Oranienburg (OGA) Neugierige Blicke in Klassenzimmer, interessierte Nachfragen bei Schülern und Lehrern. Das Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg glänzte bei seinem Tag der offenen Tür am Sonnabend nicht nur mit vielen Pokalen und Urkunden, sondern auch mit Live-Debatten und Cocktailausschank.

"Wir sind Louise", sagt Gabriele Schiebe. Für die Schulleiterin des Louise-Henriette-Gymnasiums ist der Name Programm. Menschlichkeit und Toleranz - alles, wofür die Kurfürstin stand, sei an ihrer Schule ganz selbstverständlich. "Wir arbeiten hier natürlich auf's Abitur hin. Aber darüber hinaus ist uns wichtig, dass man sich für die Gesellschaft einsetzt, Gemeinschaft lebt", erzählt Gabriele Schiebe. Die Ziele sind nicht zu hoch gesetzt. Erst vor kurzem sammelten Schüler der zehnten Klasse Geld für das Hospiz. "Ich finde es eine tolle Sache, wenn sie das ganz von sich aus machen", lobt Gabriele Schiebe.

Doch nicht nur schulintern werden die Leistungen der Schüler hochgehalten. Auch Ehrungen von außerhalb gibt es. Im Flur hängen gerahmte Urkunden, die dem Gymnasium verliehen wurden. So darf sich das LHG, wie es kurz genannt wird, als "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" betiteln. Ebenso als Programmschule "Hands Across the Campus", in der demokratische Bildung mit demokratischer Schulentwicklung verbunden wird. Passend dazu erhielt das LHG 2016 den Hildegard-Hamm-Brücher-Förderpreis für sein demokratisches Engagement. Schüler der elften Klasse aus der AG "LHG für Toleranz" hatten damals ein Theaterprojekt mit Schülern der Waldgrundschule ins Leben gerufen, um das Thema Integration greifbar zu machen.

Man ist hier stolz auf seine Schüler - und hält sie auch Jahre nach dem Abschluss in guter Erinnerung, wie die Ahnengalerie im Schulkorridor zeigt. Genau gegenüber der Wand mit all den Urkunden hängen Fotos der Abiturjahrgänge. Am Sonnabend kommen viele Kinder mit ihren Eltern in die Schule, die vielleicht auch gern einmal dort mit einem Foto verewigt werden wollen. 700 Schüler werden am LHG derzeit unterrichtet, fünf Klassen werden in der Regel jedes Jahr aufgenommen. Interessiert schauen sich die Besucher das Schulgebäude an, fragen die Hostessen - etwa 60 Schüler führen an diesem Tag die Gäste herum - nach ihrem Schulalltag und experimentieren auch ein wenig im Physikraum.

"Die Schule ist nicht unbedingt ein Ponyhof. Die Schule als Lebensort ist uns aber wichtig", betont Schulleiterin Schiebe und verweist dabei gern auf die Arbeitsgemeinschaften, die sich am Sonnabend vorstellen. In einer Live-Debatte zeigen vier Schüler der neunten Klasse, was sie im Debattier-Kurs gelernt haben. Sich mit einem Thema auseinandersetzen, Hintergrundwissen sammeln, in freier Rede Argumente dafür oder dagegen formulieren und in kurzer Zeit eine Jury davon überzeugen - diese Fähigkeiten nützen den Schülern nicht nur für den Debattensieg, sondern ebenso auf lange Sicht in anderen Fächern und selbst nach Abschluss der Schule, meint Politiklehrerin Katrin Sander. Denn sich klar auszudrücken und seine Punkte selbstbewusst vor Publikum vorzutragen, das hilft nicht nur beim nächsten Vortrag in der Klasse, sondern auch beim Bewerbungsgespräch und im Job. Zweimal in der Woche können die Schüler ihre Fähigkeiten im Argumentieren in der Arbeitsgemeinschaft üben. Erfolgreich, wie sich auch hier zeigt. Denn es gab schon einige Gymnasiasten, die beim Wettbewerb "Jugend debattiert" auf Bundesebene glänzten.

Eine Etage höher werden bunte Cocktails für die Besucher gemixt. Natürlich ohne Alkohol. Die Einnahmen für die fruchtige Erfrischung gehen an Projekte der AG Toleranz. Goldig glänzt es ein paar Räume weiter. Dort reihen sich Pokale aneinander. Die Schach-AG präsentiert sich. Der Oliver Bierhoff des Louise-Henriette-Gymnasiums, wie sich der verantwortliche Lehrer André Godomski im Scherz nennt, ist stolz auf seine Kern-Mannschaft. Amtierender Landesmeister sind sie. Geholfen hat dabei der externe Trainer Norbert Grabowski, der seit sieben Jahren die Talente der Schule in taktischen Raffinessen schult.

Wer sich in der Freizeit statt mit komplizierten Schachzügen lieber mit scharfsinnigen Formulierungen beschäftigen möchte, kann sich auch in der regelmäßig ausgezeichneten Schülerzeitung "iWahn 2.0" austoben. Das Angebot am LHG ist breitgefächert, wie die Besucher staunend feststellen.

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