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Unterhaltsame Ausstellungseröffnung in der Galerie zum alten Warmbad

Ausstellung
Sieben Bilder zeigen die Moritat

Aufmerksame Gäste: Sieglinde und Jürgen Brauns sitzen bei der Eröffnung vor dem Bild von Matthias Lück.
Aufmerksame Gäste: Sieglinde und Jürgen Brauns sitzen bei der Eröffnung vor dem Bild von Matthias Lück. © Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 15.01.2018, 06:30 Uhr
Buckow (MOZ) "Und derrr Haifiscchh, derrrr hat Zääähne ..." knarrte es aus dem Lautsprecher zur Eröffnung einer ganz besonderen Schau im alten Warmbad. Bertolt Brecht selbst sang dort - es handelte sich um eine Aufnahme aus dem Jahr 1929 - seine Moritat von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper. Sieben Strophen, erzählte Maxi Pincus-Pamperin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Brecht-Weigel-Haus, hat die Moritat im Original. Strophe für Strophe befassten sich sieben Künstler der Region damit. Und diese sieben großformatigen Bilder sind nun ab sofort in der Galerie zum alten Warmbad zu sehen.

Der Besucher bekommt, falls er nicht mehr ganz textsicher ist, eben jenen in die Hand und kann dann in Ruhe selbst schauen, wie jeder der Künstler "seine" Strophe umgesetzt hat. Sehr farbenfroh, knallig rot etwa, ist das Bild der Buckowerin Swantje Wandt, die Strophe vier, in der Schmul Meier und so mancher reiche Mann verschwunden bleibt, umsetzte. Dominique Schwarz hingegen setzt bei der Strophe "An 'nem schönen blauen Sonntag. Liegt ein toter Mann am Strand ..." auf korrekte klare Striche und Linien. Mackie Messer zeigt sich als Mann im Anzug. Doch erkennen kann man ihn nicht. Das Gesicht bleibt außerhalb des Rahmens. Wie eine Collage wirkt Christoph Rodes Bild, bei dem es um die minderjährige, geschändete Witwe geht. Ganz in Orange und Schwarz - so präsentiert Matthias Lück das große Feuer von Soho. Bemerkenswert die Dreiteilung. Ganz unten das Bild wirkt wie ein Foto aus der Tageszeitung.

Viele Väter hat dieses Projekt, das in Zusammenarbeit von Brecht-Weigel-Haus und Jugendförderverein Chance entstanden ist. Neben den sieben Bildern wurden bei der Vernissage auch zwei Kurzfilme zur Moritat, gedreht mit Buckower Kindern und Jugendlichen, gezeigt.

Einen Monat lang hängen die sieben Großformate nun in der Galerie. Am 17. Februar wird es dann eine besondere Finissage geben, denn alle Bilder werden versteigert. An diesem Abend - Gebote können im Brecht-Weigel-Haus, aber auch in der Galerie angezeigt werden - wird es auch eine Theater-Performance geben.

Wohltuend für die Gäste der Vernissage jedenfalls waren die einführenden Worte von Maxi Pincus-Pamperin, die auf unterhaltsame Weise über den jungen "wilden" Bertolt Brecht und seine Freundschaft zu Kurt Weill und seine Verehrung für Frank Wedekind sprach. Das Kunstprojekt sollte dieses Jahr möglichst eine Zweitauflage finden, ist auch ihr Wunsch. Nicht von ungefähr. Denn Brechts Geburtstag jährt sich zum 120. Mal. Und seine Moritat wird immerhin 90.

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