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Landrat Rolf Lindemann kündigt serviceorientierte Kreisverwaltung an

Landkreis
Göttlicher Ratschluss rettet Oder-Spree

Olaf Gardt / 15.01.2018, 06:43 Uhr - Aktualisiert 15.01.2018, 09:44
Bad Saarow (MOZ)

Neujahrsempfang Landkreis Oder-Spree in Bad Saarow
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Neujahrsempfang Landkreis Oder-Spree 2018

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Dem Medizinstudenten Philipp Humbsch gehörten beim Neujahrsempfang des Landkreises Oder-Spree wohl die meisten Sympathien. Frisch und frech stellte er die Arbeit des Vereins Pépinière vor, der Grundschülern Kenntnisse in Erster Hilfe vermittelt. 3000 Schüler haben bereits mitgemacht, die Hälfte davon aus dem Landkreis. Die Pépinière-Mitglieder gehen dabei an die Schulen und sprechen zwei Tage über stabile Seitenlage, Verbände, Selbstschutz, bringen den Mädchen und Jungen bei, einen Notruf richtig abzusetzen. Am dritten Tag folgt die Prüfung im Rahmen des Projekts "Jeder kann Held sein". Diese Arbeit unterstützt der Landkreis mit 1500 Euro, außerdem wurde unter den Gästen des Neujahrsempfangs für den Verein gesammelt.

Die Ehrung des Vereins war eine der Neuerungen, die Landrat Rolf Lindemann beim Neujahrsempfang einführte. In den Vorjahren war es so, dass aus jedem Amt, jeder Gemeinde ein ehrenamtlich engagierter Bürger ausgezeichnet wurde. Das gibt es so nicht mehr, aber Teil des Empfangs sind diese engagierten Frauen und Männer dennoch. Mehr als 100 hatte Lindemann eingeladen. Platz war dennoch auch für Politiker, Gäste aus Wirtschaft und Verwaltung, von Kultur und Sport.

Lindemann ist mit dem Empfang zudem vom Beeskower Schützenhaus ins Theater am See nach Bad Saarow gezogen. Der Wechsel des Ortes solle auf die besondere Verbundenheit zwischen dem Landkreis und allen ihn tragenden Städten und Gemeinden hinweisen, betonte der Landrat.

Die künstlerisch tragende Rolle des Empfangs spielte das Brandenburgische Landespolizeiorchester, das alles in allem gut eineinhalb Stunden für die Gäste musizierte. Vor allem schwungvolle lateinamerikanische Klänge gab es. Trotz Aufforderung wagte in dem gediegenen Rahmen niemand ein Tänzchen, doch manche wippten mit den Beinen mit.

Dazu gehörte der Kreistagsvorsitzende Franz H. Berger, der in seinem kurzen Grußwort die Leichtigkeit der Musik rühmte. Diese Leichtigkeit solle man doch mit ins Jahr nehmen, wenn auch garantiert nicht alles leicht werde. So sei es ja auch in der Vergangenheit gewesen, erinnerte er an die Landratswahl. Zwei Mal waren die Bürger an die Wahlurnen gegangen, ohne dass es ein klares Ergebnis gab. Dann musste der Kreistag entscheiden. "Aber wir haben einen guten Landrat bekommen", so Berger. Insgesamt habe sich die neue Führung der Kreisverwaltung schon bewährt.

Der Kreistag werde den Umbau in eine serviceorientierte Behörde weiter unterstützen. Das ist der Weg, den Rolf Lindemann zuvor angekündigt hatte. "Wir sind bestrebt, nicht nur das Etikett eines Dienstleisters zu tragen, sondern als Mitarbeiter in der Kreisverwaltung aus dieser serviceorientierten Arbeitsweise berufliche Entfaltung, Lebenssinn und Bedeutung zu ziehen", sagte Lindemann. Für den Satz: "Wir sind nicht nur freundlich, sondern wir wollen uns das auch anmerken lassen", gab es Lacher und Beifall.

Lindemann betonte, dass sich die Führung der Kreisverwaltung zudem um Mitarbeiterbindung, Zufriedenheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf Gedanken mache. Es sei klar, dass die Verwaltung mit der Schlagzahl des vergangenen Jahres nicht weitermachen könne. "Wir werden vom Krisenmodus wieder in den Normalbetrieb übergehen", kündigte er an.

Der Stopp der Kreisgebietsreform im November sei ohne "göttlichen Ratschluss" wohl nicht zu erklären. Aber nun könne man gelöst ins neue Jahr gehen, das viele wichtige Ereignisse mit sich bringe. Mit dem Feuerwehr- und Katastrophenschutztechnischen Zentrum entstehe in Fürstenwalde ein Leuchtturm. Der Erwerb der Odersun-Hallen sei ein Glücksgriff gewesen. In Erkner werde das Carl-Bechstein-Gymnasium fertig. Die 750-Jahr-Feier in Neuzelle mit dem Landeserntefest sei der kulturelle Höhepunkt.

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