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Langjähriger Kommunalpolitiker aus Bernau tritt für Barnims Christdemokraten als Kandidat zur Landratswahl im April an

Landratswahl-Kandidat
CDU spielt mit Othmar Nickel auf Sieg

Sabine Rakitin / 15.01.2018, 07:00 Uhr
Blumberg (MOZ) Der Bernauer Othmar Nickel tritt als Kandidat der Barnimer CDU zur Landratswahl am 22. April an. Auf einer Kreismitgliederversammlung der Partei am Sonnabend in Blumberg wurde der 56-Jährige offiziell nominiert. Er erhielt 81 von 87 abgegebenen Stimmen.

Mit klaren Worten und einem strukturierten Wahlprogramm - so wirbt Othmar Nickel bei seinen Parteifreunden am Sonnabendvormittag um Stimmen für seine Nominierung als Landratskandidat der CDU. Nach 24 Jahren, in denen die SPD und ihr Landrat Bodo Ihrke bestimmt hätten, was im Barnim passiere, sei es "Zeit für einen Wechsel", stellt der Bernauer fest: "Die CDU will künftig die Agenda für den Barnim bestimmen", gibt er sich kämpferisch und erntet sofort Applaus. Unter dem Motto "Barnim - Heimat leben" nennt der 56-Jährige sodann fünf Punkte, die ganz oben auf seiner Agenda stehen, sollte er im April zum Landrat gewählt werden.

"Mit Stadt und Land im Dialog": Darunter versteht Nickel, den Städten und Gemeinden im Barnim als Zellen des kommunalen Lebens mehr Gehör und Freiräume zu verschaffen. Ein regelmäßiger Austausch mit Bürgermeistern und Amtsdirektoren, eine Kreisumlage, die nur so hoch ist, wie es der Finanzbedarf des Landkreises erfordert, regelmäßige Bürgersprechstunden als Landrat und nicht zuletzt die regelmäßige Beratung mit den Unternehmerverbänden, um die Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und regionaler Wirtschaft zu sichern, gehören für ihn unbedingt dazu.

"Digitale Chancen nutzen als Schlüssel für die Zukunft des Barnim": Eine schnelle Breitbandversorgung, keine Funklöcher mehr im Landkreis - das will der CDU-Kandidat auch unter Zuhilfenahme kreiseigener Gesellschaften sicherstellen. Alle Bildungsstandorte müssten mit mindestens 1 GB/Sekunde ausgestattet und in der Kreisverwaltung der digitale Bürgerservice, insbesondere auch bei Bauantragsverfahren, Standard werden, nennt er als weitere Ziele.

"Mobilität neu denken": Den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs verbindet Othmar Nickel mit der Einführung von Ruf- und Sammelbussen, E-Mobilität und Car-Sharing, mit Projekten autonomen Fahrens, der weiteren Anpassung der Stadtbuslinien in Bernau und Eberswalde an den Bedarf. Er setzt sich beim RE 3 für einen 30-Minutentakt zwischen Eberswalde und Berlin und den Halt in Biesenthal ein, will, dass die Taktzeiten des RB 25 nach Werneuchen und des RB 27 nach Groß Schönebeck verdichtet werden. Und nicht zuletzt bleibe es bei dem Ziel, zwischen Berlin-Buch und Bernau für die S-Bahn den Zehn-Minuten-Takt durchzusetzen, zählt der Kandidat auf.

"Bildung gemeinsam stärken": Als Diplomlehrer, seit 17 Jahren Direktor der Tobias-Seiler-Oberschule in Bernau, steht für Othmar Nickel fest: "Bildung im Barnim muss Chefsache sein". Die Finanzmittel müssten "klüger" eingesetzt, der Lehrermangel "auch durch den Landkreis bekämpft werden". Den Schulen in Trägerschaft des Landkreises will er im Falle seiner Wahl mehr Selbstbestimmung und eigene Budgets geben, die Nutzung von kreislichen Sporthallen für Vereine erleichtern und in den Kitas für abgestimmte Qualitätsstandards sorgen. Förderschulen müssten gestärkt werden, Sprachförderschulen erhalten bleiben.

"Heimat bewahren": Die ländlichen Gebiete des Barnim verdienen nach Ansicht des Christdemokraten größere Aufmerksamkeit. Den Zuzug, insbesondere von jungen Familien, will er mit einem Ansiedlungsprogramm fördern. Mit einem kreislichen Strukturentwicklungsfonds für ländliche Kommunen könnten Investitionen ermöglicht werden.

"Um den Barnim als Heimat zu bewahren, steht auch der Landkreis in der Pflicht, Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten", ist Othmar Nickel überzeugt. Sollte er Landrat werden, will er beispielsweise weitere Maßnahmen gegen illegale Müllablagerungen ergreifen. Die Ausländerbehörde soll personell und fachlich so ausgestattet werden, dass Verfahren "zügig, rechts- und handlungssicher" durchgeführt werden. Die Kapazitäten in den leeren Flüchtlingsunterkünften müssten auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt werden, findet der CDU-Kandidat.

Nickels knapp 30-minütige Rede wird mit viel Beifall bedacht. Eine Nachfrage aus dem Saal zielt auf seine Auffassung in Bezug auf die Errichtung von Windrädern. "Was auf diesem Gebiet hier in Brandenburg zugelassen wurde, ist eine Katastrophe für die Menschen", antwortet der 56-Jährige. Vor allem die Errichtung von Windrädern im Wald sei "unglaublich". "Ich unterstütze alle Dinge, die so etwas in Zukunft verhindern", sagt er mit fester Stimme - und erntet wieder Applaus.

Der Kandidat hat die Frauen und Männer im Saal inhaltlich überzeugt. Am Ende votieren 93 Prozent der anwesenden Christdemokraten für Nickels Nominierung - bei vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Dass er für die CDU als Kandidat zur Landratswahl antreten dürfe, sei ihm "Ehre und Verpflichtung", bedankt sich der Bernauer. "Ich bin Sportler", sagt er noch. "Also gehen wir auf den Platz und gewinnen das Ding!" Auch Kreisparteichef Danko Jur ist überzeugt: "Wir können das schaffen: einen CDU-Landrat für unseren Landkreis!"

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