Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Strausberger Softwareschmiede mischt deutschen Markt mit einer App für digitale Mitarbeiterführung auf

Neue Software
"Wir müssen wegkommen vom Papier"

Digitale Lösung: Thomas Ketzer, Geschäftsführer in der avado Group, zeigt die Möglichkeiten von "ServiceFlexx".
Digitale Lösung: Thomas Ketzer, Geschäftsführer in der avado Group, zeigt die Möglichkeiten von "ServiceFlexx". © Foto: MOZ/Gerd Markert
Jörg Schreiber / 16.01.2018, 07:15 Uhr - Aktualisiert 16.01.2018, 07:46
Strausberg (MOZ) Viele Firmen haben mit überbordender Bürokratie zu kämpfen. Vor allem der Papierkram kostet Zeit und Geld. Ein Strausberger IT-Systemhaus hat eine Software entwickelt, die Abläufe nicht nur papierlos, sondern auch rechtssicher dokumentiert. Die Nachfrage wächst, doch es mangelt an Fachkräften.

"Wir müssen hier in Deutschland weg vom Papier. Die teure Papierverwaltung frisst die Unternehmen auf", sagt Thomas Ketzer. Er ist Geschäftsführer in der avado Group, die ihren Hauptsitz nahe dem Flugplatz von Strausberg (Märkisch-Oderland) hat. Das mittelständische Unternehmen hat eine Software namens "ServiceFlexx" entwickelt, die inzwischen bundesweit gefragt ist. "Wir sind bereits in der dritten Entwicklungsstufe", sagt Thomas Ketzer.

"Das Programm eignet sich für alle Unternehmen, die außerhalb des Hauses mobile Mitarbeiter beschäftigen", erläutert der 51-Jährige. Mit Hilfe der "ServiceFlexx" - einer App, die auf Android-Smartphones läuft - werden alle Prozesse von der Aufgabenplanung für den Außenmitarbeiter bis zur Auswertung seiner Leistung und seiner Arbeitszeit registriert und papierlos in Datensysteme im Haupthaus des Kunden übermittelt. Auch auftretende Mängel und Störungen werden erfasst, ebenso wie die Kontrolle von Verkehrssicherungspflichten.

Thomas Ketzer betont, dass im Unterschied zu anderen Lösungen alles rechtssicher dokumentiert werde, unter anderem mit GPS-Daten, Fotos samt Zeitstempel und Unterschrift des Mitarbeiters.

Seit 2008 war die Software immer weiter vervollkommnet worden. Heute hat das Strausberger Unternehmen bundesweit Kunden, von Flensburg bis München. Zu den regionalen Kunden gehören Wohnungsunternehmen, wie etwa die Wohnungsbaugenossenschaft Berlin-Friedrichshain oder die Wohnungsgenossenschaft Aufbau in Dresden, ebenso wie Sicherheitsdienste - darunter die WSN-Sicherheit und Service GmbH -, Handwerksbetriebe, Reinigungsfirmen, Hotels, aber auch Kommunen wie die Gemeinde Eichwalde (Dahme-Spreewald).

Internationale Kommunikationsfirmen sind bereits aufmerksam auf die Strausberger Firma geworden: "Vodafone vertreibt unser Produkt bundesweit, auch Samsung Deutschland ist unser Partner", betont Thomas Ketzer. Im Herbst gab es dann einen weiteren kräftigen Schub: Das Steinbeis Digital Business Consortium in Stuttgart, das sich mit seiner Forschung speziell der Industrie 4.0 widmet, befand "ServiceFlexx" als beispielgebendes Produkt für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft - vor allem dank der sogenannten NFC-Technologie, einem neuen Funkstandard zur digitalen Daten-Übertragung. "Die NFC-Fähigkeit in Kombination mit der Offline-Fähigkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Software", sagt Thomas Ketzer.

Die Adelung durch Steinbeis hat der Strausberger Softwareschmiede bundesweite Aufmerksamkeit und einen neuen Zulauf-Boom beschert. "Wegen der enormen Nachfrage müssen wir expandieren", sagt der Geschäftsführer. Doch das rund 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen, das einst aus einem kleinen Computerhandel entstanden war, kann den Andrang mit der jetzigen Mannschaft nicht mehr bewältigen.

"Wir suchen dringend Personal, bis zu zehn neue Mitarbeiter für Vertrieb, Technik und Entwicklung könnten wir sofort einstellen", heißt es. Auf Road Shows bundesweit wird das Produkt vorgestellt, in München ebenso wie in Berlin, in Stuttgart wie in Hamburg. "Dafür brauchen wir Leute, sehr gerne auch mal einen "Quereinsteiger'". Daher ist die avado Group auf allen modernen Plattformen wie Xing und Co. auf der Suche nach Personal unterwegs.

So droht der Fachkräftemangel zur größten Hürde für die Expansion des Strausberger Unternehmens zu werden. Die Hoffnung hat Thomas Ketzer nicht aufgegeben, er sucht weiter, auf immer neuen Kanälen. "Deutschland hat bei der Digitalisierung den Zug verpasst", sagt der Geschäftsführer. Hier gebe es sehr viel nachzuholen. "Immer mehr Unternehmen wird klar, dass sie handeln müssen, weil sie sonst im Papier und in den damit verbundenen Kosten ersticken", macht er klar.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG