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Gutachten für Schimmelbefall in kleiner Gymnastikhalle der Lenné-Oberschule liegt vor

Schimmelbefall
Eine Wärmebrücke ist schuld

© Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 17.01.2018, 06:30 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Seit Schuljahresbeginn ist die kleine Gymnastikhalle der Lenné-Oberschule mit Grundschule gesperrt. Der Grund: massiver Schimmelbefall im Geräteraum. Immer wieder haben Eltern angefragt, wann denn nun eine Sanierung und besser noch der Sportunterricht dort wieder stattfinden kann. Auch am Montag, als der Bauausschuss tagte, sprach dieses Mal Sportlehrer Mario Kendelbacher. Er schilderte, mit welch enormem Aufwand Schüler und Lehrer versuchen, das Fehlen der Halle zu kompensieren. Ein qualitativ hochwertiger Unterricht sei aber eigentlich so nicht möglich. Trotz der Ausweichmöglichkeit in die Budo-Halle, wo Judo stattfinde. Allerdings seien diese Unterrichtsstunden keine Randstunden, die Anreise der Schüler von der Schule zur Budo-Halle nicht eingeplant.

Bau-Fachbereichsleiterin Angela Schnabel informierte, dass nun das Gutachten vorliege und mehrere Ursachen dort aufgeführt werden, die zu diesem Schimmelbefall geführt haben sollen. So gebe es eine Wärmebrücke, da der Fußpunkt der Trockenbauwand direkt auf der Stahlbetonsohle stehe. Zudem sei ein Latexanstrich nicht vorschriftsgemäß aufgebracht worden, wird von den Gutachtern festgestellt. Dadurch werde ein Schimmelbefall befördert.

Als Knackpunkt habe sich laut der Gutachter auch die Tatsache erwiesen, dass der Geräteraum keine Be- und Entlüftung habe, geschweige denn eine Heizung. Zudem sei er unsachgerecht als Mattenlager genutzt worden. Die Matten seien an der aufsteigenden Wand aufgestapelt worden.

Die Verwaltung sei nun dabei, dieses Gutachten detailliert zu prüfen. Sie will Ansprüche an das Planungsbüro geltend machen und stellt gleichzeitig Mittel in den laufenden Haushalt ein, um die Mängel zu beseitigen.

Um künftigen Schimmelbefall zu vermeiden, antwortete Angela Schnabel auf die Nachfrage von Sven Siebert (CDU), solle eine mechanische Be- und Entlüftung eingebaut werden. Auch eine gewisse Form der Beheizung werde angedacht. Die könne doch, so Sportlehrer Kendelbacher, im kommenden Sommer eingebaut werden. Es reiche doch jetzt, die befallenen Stellen zu entfernen und für eine ausreichende Be- und Entlüftung zu sorgen, dann könne der Unterricht da endlich weitergehen.

Der sachkundige Bürger Steffen Molks wollte wissen, wer die Kosten trägt. Da gab es noch einmal den Hinweis auf das Planungsbüro, das in Regress genommen werden soll. Er monierte, dass man die Mängel bei der Bauabnahme hätte sehen müssen. Der sachkundige Bürger Stephan Pluskat bezweifelte die Richtigkeit der Aussagen im Gutachten. Wenn Gipskartonplatten von innen nach außen schimmeln, dann bedürfe es eines zusätzlichen Feuchtigkeitsanteils. Dies könne er nicht glauben, sagte er. Er bat darum, das Gutachten einsehen zu dürfen. Volkmar Seidel (SPD) regte an, dieses an das Protokoll der Sitzung zu hängen, so dass es jeder nachlesen könne.

Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) sicherte zu, dass auch ihm wichtig sei, dass der Sportunterricht so schnell es geht wieder normal an der Lenné-Oberschule stattfinden könne. Er werde jetzt dem Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, das die Sperrung der Halle veranlasst habe, das Gutachten zuleiten. Vielleicht wäre es möglich, sobald die Schimmel-Trockenbauwände entfernt seien, eine rasche Freigabe zu erreichen. "Ich möchte nicht warten, bis die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sind", sagte er.

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