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Auf dem Hof der Autobahnmeisterei trainieren diese Woche die deutschen Teilnehmer der Schneepflug-WM

Von Erkner nach Danzig

Martin Stralau / 17.01.2018, 07:30 Uhr
Erkner (MOZ) Im polnischen Danzig findet am 21. und 22. Februar die Weltmeisterschaft im Schneepflugfahren statt. Mit dabei sind zwei Teams aus Brandenburg. Ihr Trainer ist Andreas Müller, Leiter der Autobahnmeisterei Erkner. Auf dem Gelände des Betriebs wird in dieser Woche geübt.

Die Welt ist voller Kuriositäten, das gilt immer öfter auch dann, wenn Menschen in einen Wettstreit miteinander treten. So gibt es inzwischen Arschbomben-Weltmeisterschaften, Wettbewerbe im Handyweitwurf und auch eine Schlammschnorchler-WM. Warum also keine WM im Schneepflugfahren? Die erste wurde 2010 in Quebec (Kanada) ausgetragen, die zweite 2014 in Andorra - jeweils ohne deutsche Beteiligung. Im Februar, wenn die nächste WM in Danzig stattfindet, wird sich das erstmals ändern.

Zu verdanken ist das unter anderem Andreas Müller, dem Leiter der Autobahnmeisterei in Erkner. Die Idee, an der WM teilzunehmen, sei bei einer Sitzung des Winterdienst-Ausschusses der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen erstmals diskutiert worden, erzählt er. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, zu dem die Meisterei gehört, habe sich bereit erklärt, eine Deutsche Meisterschaft auszurichten. Organisiert hat sie Andreas Müller. Der Wettbewerb fand im September im brandenburgischen Stolpe statt, nachdem es diverse Vorausscheide in den Bundesländern gegeben hatte.

Die vier erstplatzierten Teams, die Autobahnmeisterei Rangsdorf, die Straßenmeisterei Luckau sowie zwei Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen und aus Hessen fahren jetzt nach Danzig. In dieser Woche trainieren sie in Erkner. "Das hat sich angeboten, wenn schon zwei Teams aus Brandenburg dabei sind", sagt Andreas Müller, der die acht Männer, eine Mannschaft besteht aus zwei Teilnehmern, trainiert.

Ausgetragen wird die WM im Rahmen des viertägigen internationalen Winterdienstkongresses in Danzig, der alle vier Jahre an einem anderen Ort stattfindet und bei dem sich Winterdienst-experten aus der ganzen Welt über Betriebsstrategien, Fahrzeuge und Streumethoden austauschen. Zur WM-Arena wird ein großer Parkplatz am Fußballstadion Energa Gdansk. Alle Teilnehmer müssen dort mit einem Winterdienstfahrzeug einen Parcours mit zwölf Hindernissen beziehungsweise Aufgaben meistern. Insgesamt sind 1300 Punkte zu vergeben. 100 Punkte gibt es für alle Teilnehmer, die die Gesamtstrecke innerhalb von drei Minuten schaffen und zusätzlich 100 Punkte für jedes Hindernis. So gilt es beispielsweise mit dem Pflug Reifenstapel oder Fässer in markierte Flächen zu verschieben. Die volle Punktzahl gibt es aber nur, wenn sie innerhalb der Kennzeichnung stehen bleiben. Ansonsten drohen Abzüge. Schwierig an diesen Übungen ist vor allem, dass die Fahrer die Markierungen aufgrund der Pflüge nur erahnen können. Auch hier gilt wie so oft, Übung macht den Meister.

Um gut auf den Wettbewerb vorbereitet zu sein, wird von Montag bis Donnerstag dieser Woche auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Erkner geübt. Müller und seine Kollegen haben dafür diverse Reifenstapel und leere Ölfässer herbeigeschafft, aber auch Kegel, um das Slalomfahren, eine der WM-Disziplinen, zu simulieren. Außerdem wurde eine Zugmaschine der Marke DAF herbeigeschafft- denn mit Fahrzeugen dieser Marke wird auch bei der WM gefahren. "In Deutschland nutzen wir andere Winterdienstfahrzeuge", sagt Müller.

Trainiert wird immer von etwa 8 bis 15.30 Uhr. "Am Anfang machen wir eine kleine Vorbesprechung, am Ende des Tages werden die Übungen ausgewertet", erzählt Müller. Einer der Teilnehmer ist Unimog-Fahrer Enrico Helmke von der Autobahnmeisterei Rangsdorf, der 2017 Deutscher Meister im Schneepflugfahren wurde. Dass es eine WM gibt, hat er erst im vergangenen Jahr erfahren, musste anfangs sogar überredet werden, an der Qualifikation teilzunehmen, wie er erzählt. Nun hat ihn der Ehrgeiz gepackt. "Mein Ziel ist es schon, mit einem Titel nach Hause zu kommen", sagt er.

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