Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Superfood
Pudding mit Chia-Samen

Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli: Im Winter wird traditionell Kohl gegessen. Die Sorten schmecken ganz unterschiedlich, sind aber alle sehr gesund.
Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli: Im Winter wird traditionell Kohl gegessen. Die Sorten schmecken ganz unterschiedlich, sind aber alle sehr gesund. © Foto: dpa
Michael Gabel / 17.01.2018, 20:53 Uhr - Aktualisiert 17.01.2018, 21:23
Berlin (MOZ) Gesünder leben durch den Verzehr von "Superfood" wie zum Beispiel Chia-Samen und Traubenkernextrakt - geht das? Die Leipziger Ernährungstherapeutin Juliane Schubinski, Expertin beim Berufsverband Oecotrophologie, ist skeptisch.

Sie rät statt zu "Superfood" zu einer regelmäßigen Ernährung. "Sich Zeit nehmen, selbst kochen und auch Oma mal nach einem Rezept fragen", lautet ihr Tipp. "Es ist ein Hauptproblem unserer Zeit, dass viele gar nicht mehr dazu kommen, sich in Ruhe eine Mahlzeit zuzubereiten", sagt sie. Stattdessen wollten sich viele schnell und unkonzentriert ernähren, was der Gesundheit schade. Ernährungsprobleme, die zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen, könne man gut mit einem qualifizierten Ernährungsberater besprechen. Sie rät auch davon ab, aus Angst um die eigene Gesundheit zu viel Obst zu sich zu nehmen. "Täglich zwei Hände voll reichen", sagt sie. Größere Mengen könnten zu Durchfall und Bauchschmerzen führen, ähnlich wie bei einer Fructoseunverträglichkeit.

Der Berliner Heilpraktiker und Ernährungsexperte Philipp Nedelmann ist jedoch von der positiven Wirkung von "Superfood" überzeugt. Es gehe dabei um vitaminähnliche sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend sein können, erläutert er. "Die Wirkungsweise von Curcuma, Gelbwurz, beispielsweise wurde gut untersucht. Auch Traubenkernextrakt vom Rotwein kann eine gute Wirkung erzielen."

Vor allem bei der Prävention von Gesellschaftskrankheiten wie hoher Blutdruck, Übergewicht oder Diabetes könne man so eine positive Wirkung erzielen. Sinnvoll sei aber eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. "Man isst nicht nur eine Papaya, sondern achtet auch auf eine kohlenhydratarme und/oder fleischarme Ernährung, nimmt viel grünes Gemüse zu sich und ungesättigte Fettsäuren."

Wer seine Ernährung sofort komplett umstellen wolle, könne mit kleinen Schritten beginnen, indem er sich zum Beispiel morgens einen Smoothie oder Pudding mit Chia-Samen oder Papaya macht. "So steuert man ein wenig dem entgegen, was ansonsten so gegessen wird. Um eine therapeutische Wirkung zu erzielen, muss man solche Mittel aber hochdosiert geben." Wichtig ist ihm der Hinweis, dass sich auch in "Superfood" gelegentlich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln befinden. "Die Qualität des einzelnen Lebensmittels ist auch bei Superfood entscheidend", sagt Nedelmann.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG