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Der Ökumenische Arbeitskreis Müncheberg erhält als erstes Basisprojekt im Land Brandenburg den Ökumenepreis 2018

Preis
Ein Signal in den ländlichen Raum

Gabriele Rataj / 20.01.2018, 06:32 Uhr
Müncheberg/Buckow (MOZ) Erstmals ist der Preis des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB), der alljährlich in der Gebetswoche für die Einheit der Christen verliehen wird, an ein Basisprojekt im Land Brandenburg gegangen. Preisträger 2018 ist der Ökumenische Arbeitskreis Müncheberg.

Sie organisieren ökumenische Sommer- und St.-Martins-Feste für Familien in Müncheberg. Sie führen Bibelwochen und Andachten in Altenheimen der Region durch und riefen im vergangenen Jahr erstmals zum ökumenischen Hubertus-Gottesdienst in Dahmsdorf. Und sie kümmern sich im Willkommenskreis mit anderen um konfessionsübergreifende Integration von Flüchtlingsfamilien.

Ob Faschings- oder Frühlingsfest - mit ihren gemeinsamen Aktionen zeigen Mitglieder der evangelischen, der katholischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in Müncheberg/Buckow, dass "Kirche im Dorf" eine wichtige zivilgesellschaftliche Funktion erfüllt. Solche anerkennenden Worte findet nicht nur der Geschäftsführer des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB) Hans-Joachim Ditz.

Dafür haben stellvertretend für alle beteiligten Akteure des Müncheberger Arbeitskreises am Donnerstag in Berlin Undine Brandt, Martina Schaefer, Gundula Morcinek, Doreen Lindner, Corinna Görner und Ariane Piech den mit 1000 Euro dotierten Ökumenepreis 2018 entgegengenommen. Erstmals überreichten ihn damit ÖRBB-Vorsitzender Arxchimandrit Emmanuel Sfiatkos (Griechisch-Orthodoxe Kirche) und Stellvertreter Propst Dr. Christian Stäblein (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) an ein Projekt im Brandenburgischen.

Was nicht zuletzt Münchebergs Bürgermeisterin Uta Barkusky (Linke) mit Stolz erfüllt. Sie ging als Laudatorin in Berlin auf das unspektakuläre, stille, aber so selbstverständliche Wirken der vielen Helfer aus den Kirchengemeinden der Stadt ein. Besonders durch ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in Vereinen und unter Senioren erfülle ihr Wirken im gesellschaftlichen und sozialen Leben der Stadt eine wichtige Funktion, sagte sie.

Vom Wiederaufbau der Stadtpfarrkirche und der förderlichen Zusammenarbeit in der Betreibergesellschaft von St. Marien über das neueste Projekt Begegnungszentrum der katholischen Kirchengemeinde bis zu den wöchentlichen Zusammenkünften im Willkommenskreis für ein gedeihliches Zusammenleben mit geflüchteten Familien in der Stadt fand Uta Barkusky zahlreiche Beispiele dafür.

Gerade im ländlichen Raum würden alle die gleichen Probleme treffen - zu wenig attraktive und zeitgemäße Angebote für die Kinder, um mit Freude an Gemeinschaft teilzuhaben und Glauben zu leben, sagte Uta Brandt, die für die Geehrten das Wort ergriff. So hatten sich Frauen, Mütter aus dem seit 15 Jahren bestehenden christlich-naturnahen Kinderhaus in Müncheberg überkonfessionell zusammengefunden, um gemeinsam neue, generationsübergreifende Möglichkeiten zu erschließen. Anfangs ganz klassisch zwischen katholischen und evangelischen Christen, zu der die Freikirche und die neuapostolische Kirche gestoßen sind.

Sie praktizieren Ökumene im besten Sinne und stecken gerade in den Vorbereitungen zum nächsten Faschingsfest. Eine wunderbare Kompensation in dieser zunehmend anonymen, socialmedia-gesteuerten Welt, befand die Bürgermeisterin am Ende ihrer Laudatio und schloss mit einem Wort: Danke.

Ökumenischer Rat


■ Er ist eine Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Berlin-Brandenburg, die die Verständigung untereinander suchen und im Glauben an den dreieinigen Gott verbunden sind.
■ Zu Mitgliedern zählen laut Webseite 32 Kirchen, von den Anglikanern über Orthodoxe bis zu den Freikirchen.
■ Nicht nur in regelmäßigen Veranstaltungen wie der Gebetswoche oder der Nacht der offenen Kirchen treten ihre Mitglieder an die Öffentlichkeit. Sie engagieren sich vor Ort in vielfältigster Art in interkulturellen Begegnungen.

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