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Peter Werler, Bürgermeister der Partnergemeinde Iffezheim, wurde mit der Ehrennadel der Gemeinde Hoppegarten ausgezeichnet

Gemeindesaal
Friederike umtoste Neujahrsempfang

Irina Voigt / 20.01.2018, 07:14 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Der Sturm Friederike konnte die Hoppegartener nicht vom Besuch ihres Neujahrsempfanges abhalten. Festlich und schwungvoll umrahmt wurde die Veranstaltung im Gemeindesaal durch den Jazzmusiker Craig Lees.

Moritz Felgner hatte als amtierender Gemeindevertretervorsteher viele Gäste, Freunde, Gemeindevertreter, Vertreter von Vereinen und aus Nachbarorten zu begrüßen. Willkommensbeifall gab es für Friedemann Hanke vom Landratsamt und den Ehrenbürger Artur Boehlke sowie die Alt-Bürgermeister Klaus Ahrens. Den Applaus für den Bürgermeister Peter Werler aus Iffezheim mussten sich alle noch etwas aufsparen. Denn dessen Zug hatte der Sturm Friederike in Wolfsburg erst mal auf seiner Anreise gestoppt.

Bürgermeister Karsten Knobbe begann seine Neujahrsrede mit einem Dank an den zum Jahresende zurückgetretenen Gemeindevertretervorsteher Klaus Otto. "Er verschaffte sich Anerkennung und trug maßgeblich dazu bei, dass sich die Gemeindevertretung bei konträren Ansichten zu Einzelproblemen nicht zerlegte, dass immer wieder Anknüpfungspunkte für eine mehrheitliche gemeinsame Arbeit gefunden wurden", sagte er.

2017 sei ein durchaus erfolgreiches Jahr für Hoppegarten gewesen, "auch, wenn es zu Anfang noch nicht danach aussah", sagte Knobbe. Das machte er an der Beendigung der Debatten über den neuen Standort der Grimm-Grundschule in der Siedlungserweiterung fest und auch an der Zustimmung der Planungskonferenz der Länder Berlin und Brandenburg zum zweiten Entwurf des neuen Entwicklungsplanes Hauptstadtregion im vergangenen November. Dieser veränderte Plan hat die langjährige Forderung der Gemeinde, ebenfalls den Status eines Mittelzentrums zu erhalten, aufgenommen und festgeschrieben. "Eine Forderung, die über alle politischen Lager hinweg, über zwei Kommunalwahlen hinaus vehement verfolgt wurde", sagte Knobbe. Der Entwurf muss in beiden Ländern 2019 noch bestätigt werden. "Hoppegarten ist bereit, seine gewachsene Verantwortung wahrzunehmen", sagte der Bürgermeister, und man werde den Neuenhagenerinnen und Neuenhagenern die Hand reichen, um in einen zukunftsorientierten Dialog zu treten.

Das größte Ereignis in der Region war die IGA. "Wir haben uns als Gartennachbarn hervorragend präsentiert." Und vieles, was geschaffen wurde, bleibt auch im Nachhinein erhalten. Knobbe dankte auch den Leuten, seinen Mitarbeitern im Rathaus und vor allem den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die großen Anteil daran hatten, dass das deutschlandweit größte Open-Air-Musikfestival Lollapalooza mit 170 000 Besuchern an zwei Tagen professionell gemeistert worden war.

Welchen Beitrag kann und will die Gemeinde leisten, um die Zukunft der für die Gemeinde identitätsstiftenden Rennbahn zu sichern?, fragte Knobbe. Der deutsche Galoppsport befinde sich in der Krise, stellte er fest. "Unsere Partnerkommune Iffezheim konnte nur durch Übernahme von Verpflichtungen des insolventen Clubs das Weiterbestehen sichern. Hier wie dort werden zur Zukunftssicherung Drittveranstaltungen durchgeführt." Die Rennbahn Hoppegarten werde daher in diesem Jahr "eine Vorlage initiieren, mit der die konkreten baulichen Veränderungen zur Sicherung des Pferdesports und die Möglichkeiten für Drittveranstaltungen dauerhaft gesichert werden sollen. Wir sollten diesen Prozess - trotz unterschiedlicher Sichtweisen - konstruktiv begleiten", warb er für die Rennbahn, die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiert. Das Jubiläum hat das Hönower Ehepaar Stolze bereits mit dem Kalender publik gemacht und auch ein neues Buch aus dem Kulturverein beschäftigt sich damit.

In diesem Jahr beginnt der Bau der Grimm-Grundschule, teilte der Bürgermeister mit. Das werde mit 23 Millionen Euro die größte Einzelinvestition der öffentlichen Hand in der Geschichte der Gemeinde. Man habe die Aussicht, dass sich am alten Standort in der Kaulsdorfer Straße eine freie Oberschule etablieren könnte, sagte er. Und im mit 10 000 Einwohnern größten Ortsteil werde es auch einen Neubau für die Hönower Feuerwehr geben. Auf den Punkt, als Knobbe in seinem Bericht bei den Partnergemeinden angelangt war, hatte es auch Peter Werler mit einem Leihauto durch den Sturm bis nach Hoppegarten geschafft. Es war sein letzter Besuch in Hoppegarten als Bürgermeister. Ab März werde er in den Ruhestand gehen und dann als Privatmann wieder kommen, versprach Werler.

Die Überraschung, die ihn erwartete, war gelungen. Der Iffezheimer Bürgermeister wurde mit der Ehrennadel der Gemeinde Hoppegarten für seine "Verdienste um die Ausgestaltung und Vertiefung der Partnerschaft zwischen Hoppegarten und Iffezheim" ausgezeichnet.

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Jeannette Rüdiger 20.01.2018 - 19:46:02

@Krise, welche Krise?

Die Rennbahn hat einen Eigentümer. Eigentum verpflichtet und muss unterhalten werden. Was ist so verwerflich daran, wenn der Eigentümer andere Wege gehen will und auch Pferdesport ferne Veranstaltungen zulässt. Mit vernünftigen Absprachen, die auch eingehalten werden müssen, kann jede gute Veranstaltung ein Gewinn sein. Ob der Eigentümer Pferde oder Laufenten auf seinem Besitz rennen lassen möchte, ist allein seine Sache. Kümmern wir uns doch erstmal um die Dinge, die unsere / Ihrer Gemeinde (Neuenhagen) betreffen. Fehlende staatliche weiterführende Oberschule, Infrastruktur (bezahlbare Busverbindungen die Schüler auch tatsächlich nutzen könnten ), Radwege, fehlende Fugängerinsel in der Schöneicher Str. und vieles mehr. Einiges hiervon ist Sache des Landkreises. Kümmern wir uns doch erstmal um Neuenhagen, bevor irgend etwas in einer Nachbargemeinde kritisieren.

Jeannette Rüdiger 20.01.2018 - 19:45:46

@Krise, welche Krise?

Die Rennbahn hat einen Eigentümer. Eigentum verpflichtet und muss unterhalten werden. Was ist so verwerflich daran, wenn der Eigentümer andere Wege gehen will und auch Pferdesport ferne Veranstaltungen zulässt. Mit vernünftigen Absprachen, die auch eingehalten werden müssen, kann jede gute Veranstaltung ein Gewinn sein. Ob der Eigentümer Pferde oder Laufenten auf seinem Besitz rennen lassen möchte, ist allein seine Sache. Kümmern wir uns doch erstmal um die Dinge, die unsere / Ihrer Gemeinde (Neuenhagen) betreffen. Fehlende staatliche weiterführende Oberschule, Infrastruktur (bezahlbare Busverbindungen die Schüler auch tatsächlich nutzen könnten ), Radwege, fehlende Fugängerinsel in der Schöneicher Str. und vieles mehr. Einiges hiervon ist Sache des Landkreises. Kümmern wir uns doch erstmal um Neuenhagen, bevor irgend etwas in einer Nachbargemeinde kritisieren.

Sven Kindervater 20.01.2018 - 08:00:58

Krise? Welche Krise?

Auch wenn wir ein Parteibuch teilen: Ich muss Karsten Knobbe hier widersprechen! Von einer Krise des Rennsports kann man nur reden, wenn es um eine Phase geht, nach der ein Aufstieg wieder möglich ist. Beim Pferdesport ist das aber in etwa so, als wenn man von einer Krise der großen Staats-Zirkusse spricht. Defacto haben beide keine Zukunft mehr, sie sind aus der Zeit gefallen. Deshalb ist es eben keine Krise, sondern ein aussterbender Sport. Das soll es in der Geschichte schon Mal gegen haben, oder haben Ritter-Turniere, Baumstammwerfen und das Duellieren auch gerade einfach nur eine Krise? Fakt ist: Um das Gelände zu finanzieren, fällt den Betreibern offenkundig nur die Festivalisierung ein. So verkommt die Tradition zum Deckmantel und notwendigen Alibi-Anhängsel. Eine Festivalwiese, auf der aus historischer Verbundenheit auch ab und an Mal ein Pferd hoppelt. Wer bitte braucht so etwas?

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