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Verbindung von Bernau nach Oranienburg bleibt Wunschtraum / Barnimer Grüne: Gipfel der Kleinstaaterei

Wunschträume
Affront gegen Nahverkehr

Barnimer Linien: Bisher geht es nur in Barnimer Orte mit dem Linienbus ab Wandlitz. Eine überregionale Verbindung zwischen Bernau und Oranienburg, wie von den Barnimer Bündnisgrünen gefordert, wird es nach dem Willen der Oberhaveler nicht geben
Barnimer Linien: Bisher geht es nur in Barnimer Orte mit dem Linienbus ab Wandlitz. Eine überregionale Verbindung zwischen Bernau und Oranienburg, wie von den Barnimer Bündnisgrünen gefordert, wird es nach dem Willen der Oberhaveler nicht geben © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Andrea Linne / 23.01.2018, 06:50 Uhr
Bernau (MOZ) Mit dem Bus von Bernau nach Oranienburg zu kommen, bleibt ein Wunschtraum. Den Antrag von Bündnis 90/Grünen aus dem Barnim, den Verflechtungsraum Oberhavel-Barnim mit 100 000 Einwohnern quer zu verbinden, lehnt Oberhavel ab. Barnims Fraktionsvorsitzender Stefan Böhmer ist fassungslos.

"Es ist der Gipfel der Kleinstaaterei", sagt Böhmer, der das Fehlen einer Querverbindung kritisiert. Der Kreistag Barnim hatte im September zustimmt, eine solche Buslinie zu prüfen.

Bislang führen alle Wege immer über Berlin. Die Bewohner der grenznahen Gemeinden zwischen Oberhavel und Barnim müssen nach Berlin-Pankow oder Gesundbrunnen, um in die Nachbarkreise zu gelangen. Ein Ausweichen auf die S 2 für Oberhaveler oder die S 1 für Barnimer bleibt eine ferne Idee. Auch die zusätzliche Achse über die Stammstrecke der Heidekrautbahn steckt fest.

Der Landkreis Barnim habe seine Hausaufgaben gemacht, betonte Nils-Friso Weber, Sachbearbeiter ÖPNV im Barnim. Bezüglich der Einrichtung einer Landesbedeutsamen Buslinie zwischen Bernau bei Berlin und Oranienburg ist Kontakt zum Landkreis Oberhavel aufgenommen worden", sagte er im jüngsten Ausschuss für Territorialplanung. Und: "Der Landkreis Oberhavel unterstützt dieses Vorhaben nicht. Es wird kein Bedarf gesehen."

Es existiere eine Schienenverbindung mit einmaligem Umsteigen bei einer Fahrzeit zwischen 47 und 72 Minuten. Die Fahrzeit mit dem Bus würde 64 Minuten betragen, stellte er fest. Bisher kommen Fahrgäste von Oranienburg bis Wensickendorf oder von Wandlitz nach Bernau. Eine Verzahnung aber fehlt. Stattdessen steigen viele Anwohner auf das Auto um. Züge sind überfüllt.

Constanze Gatzke, Sprecherin aus Oberhavel, bestätigte, dass der "Bedarf der Einrichtung einer Buslinie zwischen Oranienburg und Bernau im Landkreis Oberhavel in der Vergangenheit alle fünf Jahre regelmäßig im Rahmen der gutachterlichen Untersuchungen zur Fortschreibung des Nahverkehrsplanes untersucht" wurde. Ein Bedarf "für die Einrichtung einer direkten Buslinie" wurde demnach nie festgestellt. "Auch der aktuelle - vom Kreistag des Landkreises Oberhavel in seiner Sitzung am 12. Oktober 2016 mit großer Mehrheit beschlossene Nahverkehrsplan für den übrigen öffentlichen Personennahverkehr für den Zeitraum 2017 bis 2021 - weist keinen Bedarf einer Buslinie für die Verkehrsbeziehung zwischen Oranienburg und Bernau aus", teilte sie mit.

Über Regional- und S-Bahnlinien gebe es die Möglichkeit, den Nahverkehr zu nutzen. Mit dem Auto sei man nur eine halben Stunde unterwegs. Gatzke: "Unter diesen Rahmenbedingungen gab es auch in der Vergangenheit keine Bestrebungen eines Busverkehrsunternehmens, einen eigenwirtschaftlichen Linienbetrieb - ohne Zuschüsse von Dritten - aufzunehmen."

Böhmer findet, dass der wachsenden Anzahl an Pendlern damit nicht Rechnung getragen werde. Eine radiale Verbindung dürfe nicht an Gutachten scheitern. Böhmer sieht in Oberhavel ein "am Menschen vorbei versnobtes Gebahren".

Ein zweiter Prüfauftrag aus dem Barnim betrifft die Einrichtung einer Busverbindung zwischen Wandlitz über Basdorf, Schönwalde und Schönerlinde nach Mühlenbeck zur Gesamtschule. Aktuell fehle es laut Barnims Sachbearbeiter Weber sogar an Haltemöglichkeiten dort. Mit Oberhavel gebe es keine Kooperation, ein Vororttermin sei verschoben worden. "Wenn Rushour ist, dürfen wir dort nicht aufkreuzen."

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