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Unternehmer Frank Brieskorn legt neue Pläne für Containerdienst in Münchehofe vor

Containerdienst
Deutlich nachgebessert

Margrit Meier / 23.01.2018, 21:58 Uhr
Münchehofe (MOZ) Die CDU-Fraktion ist mit ihrem Antrag, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Containerdienst Münchehofe aufzuheben, im Bauausschuss gescheitert. Eine Mehrheit plädierte vielmehr dafür, die Bürger an den neuen und deutlich geänderten Plänen frühzeitig zu beteiligen.

Frank Brieskorn, Unternehmer aus Münchehofe, hat nachgebessert. Deutlich. Im Bauausschuss erläuterte Planer Wolfgang Skor, worum es konkret geht. So wollte im Sommer Brieskorn noch, dass auf den ihm gehörenden Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage teerhaltige Stoffe (Dachpappe), behandeltes Holz (alte Fenster) und Asbest (u. a. Wellasbest, den viele noch auf ihren Dächern haben) in geschlossenen Containern zwischengelagert werden können. Das ist nun vom Tisch. Brieskorn wird solche Stoffe direkt vom Auftraggeber zum Entsorger bringen und nicht erst nach Münchehofe, erfuhren die Bauausschussmitglieder. Was er möchte, ist das Zwischenlagern von Sand und Kies (Aushub) sowie Recyclingbaustoffen. Eine Brecheranlage, betonte Skor, wird es nicht geben. Was der Unternehmer aber braucht, ist eine Siebanlage, die ein paar Wochen im Jahr läuft, um den gelagerten Mutterboden vom Unkraut zu befreien. Diese neuen Pläne, so schlägt die Gemeindeverwaltung vor, sollen nun allen Bürgern zur Kenntnis gelangen, also öffentlich ausliegen. So, dass sich jeder einlesen kann und die Möglichkeit erhält, Hinweise zu geben.

Gleichzeitig hat die Verwaltung einen Beschlussvorschlag vorbereitet, der auf einem kleinen Stück Land eine Veränderung des Flächennutzungsplanes zu einer Sondergebietsfläche Lager- und Abstellplatz beinhaltet. Denn nur dann, so Planer Skor, kann ein vorhabenbezogener Bebauungsplan überhaupt bei der Behörde zur Genehmigung eingereicht werden. Etwas, was in anderen Kommunen gang und gäbe ist, in Hoppegarten aber hohe Wellen schlägt.

Auf seinem rund 6600 Quadratmeter großen Areal will Brieskorn Maschinen und Container lagern, die heute noch mitten in Münchehofe stehen. Neben dem Zwischenlager für Kies und Sand sollen Garagen für die Maschinen entstehen und ein kleines Bürohaus. Brieskorn will also ganz deutlich sein Gewerbe aus der Ortsmitte von Münchehofe an den Rand des kleinen Ortes verlagern. Der Planer nennt es betriebliches Zwischenlager und betont, dass es keine Annahmestelle wird, also auch nicht mit einem zunehmenden Lkw-Verkehr gerechnet werden muss.

Die Gemeindevertreter Claudia Katzer (Linke) und Volkmar Seidel (SPD) warben dafür, diese neuen Pläne öffentlich auszulegen. Sie widersprachen einem von der CDU-Fraktion eingebrachten Antrag, das ganze Thema komplett auf Eis zu legen. Für Letzteres warben Maik Heinol (CDU) und Christian Arndt (FDP/FW/B 90/Grüne). Arndt argumentierte, dass man nichts weiterverfolgen müsse, was man nicht wolle. Und Heinol befürchtet, dass der Druck immer weiter wachse, immer mehr Gewerbe zuzulassen, was man in dem kleinen Pferdesport-Ort nicht wolle. Annett Schlotte (Linke) schlug vor, dass man einen Vertrag mit Frank Brieskorn schließt, dass er dann keinerlei Gewerbe mehr im Ortszentrum ausübt. Davon würde Münchehofe definitiv profitieren. Volkmar Seidel (SPD) sagte, dass genau dafür ein solch vorhabenbezogener Bebauungsplan samt öffentlicher Auslegung da seien. Etwas könne dann schwarz auf weiß und nicht nur nach Gerüchten beurteilt werden.

Der CDU-Antrag auf Einstellung des Verfahrens wurde abgelehnt. Mit vier zu zwei Stimmen empfiehlt der Bauausschuss der kompletten Gemeindevertretung, die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg zu bringen. Diese Tagung findet am 12. Februar statt.

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