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Stadtbibliothek schließt Kooperationsvereinbarung mit Zentralbibliothek für Blinde ab

Bibliothek
Sehschwache nutzen größeres Angebot

Lesefreundlichkeit auch ohne Lupe: Bettina Wehowsky, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, blättert in einem Exponat der Ausstellung der Zentralbiblithek für Blinde
Lesefreundlichkeit auch ohne Lupe: Bettina Wehowsky, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, blättert in einem Exponat der Ausstellung der Zentralbiblithek für Blinde © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 24.01.2018, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Weil die Stadtbibliothek mit der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) in Leipzig kooperiert, gibt es in Eberswalde ab sofort ein erweitertes Angebot für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Die Vereinbarung dazu haben Bürgermeister Friedhelm Boginski, die Bibliotheksleiterin Sabine Bolte und Carolin Schürer von der DZB unterzeichnet. Die Partnerschaft zwischen beiden Institutionen wird durch den Eberswalder Freundeskreis Blinder und Sehbehinderter befürwortet, der sich als Ansprechpartner und Ratgeber für alle versteht, die ganz ohne oder mit einem Probleme bereitenden Augenlicht klarkommen müssen.

Schon vor dem Abschluss des Kooperationsvertrages war die Stadtbibliothek auf die spezielle Klientel eingestellt: Zu den etwa 46 000 Medienträgern in ihrem Bestand gehören aktuell 4046 Hörbücher. Und Bücher im Großdruck finden sich in einem bestens gefüllten eigenen Regal wieder. "Doch fortan können mit Hilfe unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt Anmeldungen in der Zentralbibliothek für Blinde vorgenommen werden. So vervielfacht sich die Auswahl für die Betroffenen", sagt Sabine Bolte. Wer diesen kostenlosen Service nutzen wolle, brauche in der Stadtbibliothek nur einmal seinen Schwerbehindertenausweis oder eine Bescheinigung vom Augenarzt vorzulegen, um sich registrieren zu lassen. "Die DZB ist natürlich noch ungleich besser als wir auf die Belange Sehbeeinträchtigter eingestellt", betont die Leiterin der Stadtbibliothek. So würden für die Einrichtung extra Hörbücher produziert, die komplett auf eine CD passen. "Üblicherweise sind da für dickere Romane mehrere Scheiben nötig. Die in der richtigen Reihenfolge in das Abspielgerät zu schieben, kann Blinde und Sehschwache schnell überfordern", berichtet Sabine Bolte aus ihren Gesprächen mit Betroffenen. Die DZB sei eine Hör-, Punktschrift- und Notenbibliothek, die über etwa 53 000 Medien verfüge, und biete zudem eine Vielzahl von Produkten, momentan etwa 5000 Titel, zum Verkauf an, hebt die Leiterin der Stadtbibliothek hervor.

Einen kleinen Überblick über das umfangreiche Angebot bietet eine Ausstellung der DZB, die bis zum 22. Februar in der Bibliothek im Bürgerbildungszentrum an der Puschkinstraße 13 besucht werden kann. Unter anderem liegen Tastbilderbücher, Reliefkarten und Bücher in Brailleschrift bereit. Sie können ertastet und ausprobiert werden.

"Die Kooperation mit der Zentralbibliothek macht Eberswalde wieder ein Stückchen barrierefreier", freut sich der Bürgermeister. Das erleichtere Blinden und Sehschwachen die soziale Teilhabe am Leben.

Im vorigen Jahr haben 2871 aktive Nutzer der Stadtbibliothek 168 400 Entleihungen vorgenommen. 831 Männer, Frauen und Kinder haben sich neu angemeldet. Damit sind 3731 gültige Ausweise im Umlauf.

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