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Jahresbilanz der Stadtbibliothek / Bestand wird weiter reduziert / Einrichtung wird 65 Jahre alt

Bibliothek
Jeder Nutzer entleiht 51 Medien

Veranstaltungen für Kinder: im November gab es eine Märchenstunde mit Dörte Henschel.
Veranstaltungen für Kinder: im November gab es eine Märchenstunde mit Dörte Henschel. © Foto: MOZ
Stefan Lötsch / 24.01.2018, 19:28 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) In der Stadtbibliothek wurden im vergangenen Jahr 23152 Besucher sowie 197958 Entleihungen gezählt. Im Schnitt leiht ein Nutzer, der einen Bibliotheksausweis hat, pro Jahr 51 Medien aus. Die Einrichtung im Linden-Zentrum feiert in diesem Jahr ihr 65-jähriges Bestehen.

Auch im 65. Jahr ihres Bestehens ist die Stadtbibliothek in Eisenhüttenstadt Anlaufstelle für Lesehungrige. 2106 Nutzer waren im vergangenen Jahr angemeldet. "Wir haben 262 Neuanmeldungen zu verzeichnen", sagt Ilona Ruppenthal, Leiterin der Einrichtung im LindenZentrum. Die Nutzer haben insgesamt 107958 Medien aus dem Bestand der Bibliothek entliehen. Damit sei die "Pro-Kopf-Entleihung" im Vergleich zu 2016 von 57 auf 51 zurückgegangen. Die Bibliothekschefin erklärt das damit, dass sich auch der Medienbestand verringert hat.

Denn nach einer Vorgabe des Kulturstättenkonzeptes, dem die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat, ist die Bibliothek angehalten, ihren Bestand zu reduzieren, auf 35000 Medien in einigen Jahren. Momentan gibt es noch 44000 Bücher, CDs und Spiele. "Das tut schon sehr weh", sagt Ilona Ruppenthal. Zumal die ausrangierten Bücher auf Flohmärkten kaum neue Abnehmer finden, als einzige Alternative die "Verwertung" bleibt, also die Vernichtung.

Ausrangiert wird, was schon länger nicht mehr ausgeliehen wurde. Andererseits werden auch kontinuierlich neue Medien angeschafft, um die Leser mit aktueller Literatur zu versorgen. Was da Neues in den Regalen steht, können Interessierte einmal im Monat erfahren. Bei einem Literatur-Café stellen Mitarbeiterinnen Neuerwerbungen vor. "Die Veranstaltung wird so gut angenommen, dass wir sie jetzt an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 16 Uhr durchführen", freut sich Ilona Ruppenthal.

Solche Veranstaltungen sind ein Hinweis darauf, dass die Einrichtung nicht nur dazu da ist, Medien zu verleihen, sondern auch ein Treff- und Kommunikationspunkt ist, wie es die Bibliotheksleiterin ausdrückt. So kommen auch Besucher, um in den Räumen zu lernen, zu arbeiten, Zeitung zu lesen oder auch im Internet zu recherchieren.

Darüber hinaus sieht es die Bibliothek auch als ihre Aufgabe, Kinder und Jugendliche mit Büchern und Lesestoff vertraut zu machen. Von den 157 Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben - neben dem normalen Bibliothekgeschäft-, waren 100 für Kinder und Jugendliche. Ilona Ruppenthal weist darauf hin, dass es mit Grundschulen, dem Albert-Schweitzer-Gymnasium sowie mit Kitas Kooperationsvereinbarungen gibt. Vor allem bei den Grundschulen wird das auch rege in Anspruch genommen. Jede Klasse der Grundschulen besuche im Jahr ein- bis zweimal die Bibliothek. Auch unabhängig von diesen Veranstaltungen lohnt sich gerade für Kinder und Jugendliche der Besuch. Allein 9500 Medien hält die Einrichtung für diese Altersgruppe vor.

Derweil wächst der Anteil der Hörbücher im Bestand. "Das hat enorm zugenommen", bestätigt Ilona Ruppenthal. Vor allem bei älteren Nutzern, die nicht mehr so gut sehen können, wird diese Form, sich mit Literatur zu beschäftigen, immer beliebter. Im Rahmen der Seniorenwoche wird es am 20. Juni speziell eine Veranstaltung mit der Deutsche Zentralbücherei für Blinde in Leipzig geben, die auf Hörbücher spezialisiert ist.

Auch der Trend zum sogenannten e-book, also dass man die Romane und Geschichten auf einem extra Gerät liest und nicht mehr in Buchform in Händen hält, macht vor Bibliotheken nicht halt. Die Stadtbibliothek bietet auch so etwas an, im Verbund mit anderen Bibliotheken. Auf der Internet-Plattform www.onleihe.de/los24 kann man eine große Bandbreite digitaler Medien ausleihen.

Das 65-jährige Bestehen der Einrichtung soll im September gefeiert werden, das Gründungsdatum ist der 15. September 1953. Das nächste Literatur-Café findet derweil am 14. Februar statt.

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