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Bahn
Mit erhobenem Zeigefinger

Offenbar kein wichtiger Haltepunkt: der Wustermarker Bahnhof.
Offenbar kein wichtiger Haltepunkt: der Wustermarker Bahnhof. © Foto: Rachner
pat / 25.01.2018, 22:39 Uhr - Aktualisiert 26.01.2018, 10:05
Wustermark (red) Clementine Hanke ist Pendlerin, und damit hadert sie gerade. "Das kann doch nicht sein, dass man einem ganzen Wachstums-Ortsteil die Bahnverbindungen zu zwei Dritteln streicht!" Die Angestellte wohnt in Wustermark und fährt mit der Bahn zur Arbeit nach Potsdam. Der neue Landesnahverkehrsplan sieht vor, dass die RB 13 (Rathenow-Berlin-Jüterbog) komplett wegfällt und die RB 21 (Potsdam-Endstation Wustermark) nach Berlin-Spandau verlängert, jedoch über einen neu zu bauenden Bahnhof Elstal-Outletcenter, anstatt über Wustermark (dort hält dann nur noch der RE 4) geführt werden soll. Dagegen protestiert nicht nur Clementine Hanke. Auch die Gemeindevertreter gehen in die Offensive, eine Bürgerinitiative ohnehin.

Der Landesnahverkehrsplan wird vom Land Brandenburg bei der Bahn bestellt und nur was bestellt wird, fährt auch. Danach würden in Wustermark und in Elstal nur noch stündlich je eine Verbindung nach Berlin-Rathenow zur Verfügung stehen. "Der geplante Neubau eines zweiten Bahnhofes - Elstal-Outletcenter - hat uns alle zunächst überrascht", so Oliver Kreuels (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung.

"Bei genauerer Betrachtung liegt der Anfangsverdacht nahe, dass der Ortsteil Wustermark durch die geplante Anbindung des Outletcenters abgekoppelt wird. Das ist nicht hinnehmbar! Die zeitnahe Erreichbarkeit von zentralen Orten ist ein Zeichen von Lebensqualität und für Berufstätige unabdingbar. Die Anbindung von Kundenströmen in das Outletcenter darf nicht zu Lasten der Einwohnerinnen und Einwohner unserer Gemeinde gehen, die auf die Bahnverbindungen angewiesen sind", so Kreuels weiter.

In der Vergangenheit brach regelmäßig der Straßenverkehr um das Outletcenter zusammen, so dass es erste Gespräche zu Lösungsansätzen gab. "Bevor jetzt irgendwelche fragwürdigen Teillösungen, wie ein zweiter Elstaler Bahnhof angestoßen werden, müssen wir in den anstehenden Beratungen zu ganzheitlichen Lösungsansätzen kommen, die dann zügig umgesetzt werden", zeigt Oliver Kreuels seine Marschrichtung auf. Um eine Verbesserung, zumindest aber den Erhalt der jetzigen Anbindung herbeizuführen bleibt nicht mehr viel Zeit, da wohl im März die Entscheidungen fallen.

Deshalb müsse es ein Gespräche mit dem Ministerium geben, um die Bedeutung der bisherigen Zugverbindungen für die Wustermarker Ortsteile deutlich zu machen. Insbesondere solle der Planungsstand zu möglichen Veränderungen bei der Verkehrsleitung um das Outletcenter mit dem Ministerium besprochen werden, damit die angestoßenen Entwicklungen in die Überlegungen mit aufgenommen werden können.

Die Gemeindevertreter aller Parteien und der Wählergemeinschaft haben ihre Unterstützung zugesagt. Neben den Fraktionschefs sollen auch Vertreter der Bürgerinitiative teilnehmen, natürlich auch Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos). Gemeinsam wollen sie die zuständige Staatssekretärin Ines Jesse mit Argumenten sensibilisieren, sofern ein geplanter Gesprächstermin im Rathaus stattfinden kann.

Noch vor Weihnachten hatte die Bürgerinitiative innerhalb von 14 Tagen mehr als 2.000 Unterschriften für den Erhalt der bisherigen Zugverbindungen in Wustermark einwerben können. Für Brandenburger Verhältnisse ein sehr deutliches Zeichen für ein Thema mit Brisanz. Demzufolge sucht auch die Wustermarker Kommunalpolitik nach Lösungsansätzen und Möglichkeiten die Mobilität zu erhalten.

"Wir müssen im Ministerium um Unterstützung werben um die dringend erforderlichen Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, zu mindestens aber auf dem bisherigen Niveau zu erhalten", fasst Oliver Kreuels zusammen.

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