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Landrat will ländlichen Raum stärken

Landrat Roger Lewandowski während seine Rede.
Landrat Roger Lewandowski während seine Rede. © Foto: Rachner
Patrik Rachner / 27.01.2018, 00:24 Uhr - Aktualisiert 27.01.2018, 11:15
Havelland (MOZ) Eindeutiges Bekenntnis: Der Landkreis Havelland will den ländlichen Raum in den kommenden Jahren vor dem Hintergrund des Demografischen Wandels weiter stärken. Das hat Landrat Roger Lewandowski (CDU) am Freitag anlässlich des Neujahrsempfangs, der Premiere auf Schloss Ribbeck feierte, mit Nachdruck betont. "Wir wollen alle verfügbaren Kräfte mobilisieren, um gemeinsam die Lebensbedingungen der Havelländer zu verbessern", sagte er. Deshalb seien innovative Ideen vieler Akteure gefragt.

Mit dem bereits initiierten "Demografie-Forum" als Nachfolgeplattform des einst von Vorgänger Dr. Burkhard Schröder ins Leben gerufenen "Demografie-Projektes" sei die Basis unter Beteiligung aller Gemeinden für die anstehenden Herausforderungen bereits gelegt. Fortan soll der Blick auf alle Altersgruppen gerichtet werden. Demografie sei schließlich "keine Einbahnstraße", so der Landrat. Er will offensiv für den ländlichen Raum werben.   

Passendes Ambiente: Der Neujahrsempfang des Landkreises Havelland fand erstmals auf Schloss Ribbeck statt. Rund 300 Gäste kamen. Sie genossen einen ungezwungenen Abend...
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Neujahrsempfang im Schloss

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Das "Innovationsbündnis Havelland", das Stifterin Helga Breuninger auf den Weg gebracht hat, erachtet Lewandowski als wichtigen Baustein mit Blick auf den weiteren Ideenfundus. Dem Einwohnerschwund und der Erosion der öffentlichen Infrastruktur müsse schließlich gemeinsam begegnet werden.

"Wir dürfen es nicht zulassen, dass Vereine und Feuerwehren keine Mitglieder mehr gewinnen können und unserer Dörfer langsam aber allmählich überaltern. Mit sinkenden Einwohnerzahlen sinkt auch die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sowie Bildungs- und Kulturangeboten. Versorgungsangebote ziehen sich aus der Fläche zurück. Schulen, Banken und Postfilialen schließen. Es entsteht ein Teufelskreis. Deshalb muss es unser Anliegen sein, junge Menschen in den Dörfern zu halten und neue Mitbürger für diese zu begeistern", betonte der Landrat.

Kein Wunder also, dass Anreize geschaffen werden müssen. Er nannte den Breitbandausbau, der mittlerweile zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehöre, die ärztliche Versorgung, die auf dem Land sichergestellt werden müsse, die Schaffung von regionalen Arbeitsplätzen und natürlich den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, darunter verbesserte Bus- und Bahnangebote.

Mit Blick auf den Entwurf des Landesnahverkehrsplans kritisierte er das Infrastrukturministerium, weil Zugverbindungen in Wustermark und Elstal möglicherweise gekappt werden sollen. Auch vor dem Hintergrund der Entwicklung des Bahntechnologie Campus (BTC) sei das "nicht akzeptabel und ein Schildbürgerstreich", zumal auch das Land Millionen in das Projekt stecke.

Einen weiteren Seitenhieb wollte sich Lewandowski auf selbiger Ebene nicht verkneifen: Die gescheiterte Kreisgebietsreform bezeichnete der Landrat während seiner Rede sozusagen als Glücksfall. "Sie ist uns erfreulicherweise erspart geblieben, nachdem sie uns monatelang in Atem gehalten und viel Arbeit gekostet hat."

Lewandowski bedankte sich ausdrücklich bei allen Fraktionen des Kreistages sowie vielen weiteren Mitstreitern, "die mit Geschlossenheit glaubhaft eine starke Haltung gegenüber dem Land zum Wohle des Landkreises vertreten haben". "Die Eigenständigkeit des Havellandes war das große Ziel und dieses Ziel haben wir erreicht", betonte der Hauptverwaltungsbeamte.

Und Schloss Ribbeck? Das ist für Landrat Lewandowski ein "Kulturleuchtturm" mit besonderem Ambiente. Genau dort verkündete er, dass aus Anlass des Geburtstages von Theodor Fontane, der sich 2019 zum 200. Mal jährt, ein vollständiger Museumsumbau geplant sei. Der Dichter, der untrennbar mit dem Havelland verbunden sei und die Region über die Grenzen hinaus bekannt gemacht habe, etwa durch seine Werke "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" oder die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", soll eine kulturelle Ehrerbietung durch eine ihm gewidmete Ausstellung erfahren, sofern das Land mitspiele.

Und sonst? Für Lewandowski sei das Havelland in Summe ein "starker Landkreis mit stabiler Finanzlage, wachsender Wirtschaft und steigender Einwohnerzahl". Das sei aber für ihn kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. "Wir müssen weiter daran arbeiten, unseren Landkreis zukunftsfest zu gestalten", betonte er. Ein weiteres, eindeutiges Bekenntnis.

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