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"Cantus Gaudia" präsentiert erstmals gesamtes Repertoire / Benefiz-Auftritt zugunsten der Konzerthalle

Chor ohne akademischen Anspruch

Steffen Göttmann / 30.01.2018, 19:48 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Der von dem Songpoeten Torsten Riemann geleitete Chor "Cantus Gaudia" erlebt am kommenden Sonntag in der Konzerthalle in St. Georg in Bad Freienwalde eine Premiere. Bei einem Benefizkonzert wird er erstmals sein gesamtes Repertoire vorstellen.

Unter "Cantus Gaudia" versteht Torsten Riemann Spaß beim Singen. Eine richtige Übersetzung gibt es nicht. Dass der Name des im März 2014 aus der Taufe gehobenen Chors falsches Latein ist, sei durchaus beabsichtigt, sagt Riemann, der immer einen Scherz auf den Lippen hat und fügt hinzu: "Wir sind kein akademischer Chor." Die aktuell 28 Sängerinnen und Sänger können keine Noten lesen und singen aus Spaß an der Freude. "Am liebsten sind mir Leute, denen mal ein Musiklehrer gesagt hat, dass sie nicht singen können", berichtet der Texter, Komponist, Sänger, Coach, Heilpraktiker für Psychotherapie und Musiker. Die Definition "Liedermacher" mag er nicht und sieht sich eher als "Songpoet".

Für das Konzert hat der Chor viele neue Lieder einstudiert, darunter ein Filmmusik-Medley mit Liedern wie "Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück" sowie "Wochenend und Sonnenschein". Das Konzert spannt einen Bogen von Rockmusik über Volkslieder und Schlager bis hin zu internationalen Songs wie "Sailing" oder "Streets of London". Riemann betont, dass 90 Prozent der Lieder in deutscher Sprache gesungen werden. Arman Pirkeh, der mit seinen Eltern aus dem Iran wegen des christlichen Glaubens aus dem Iran geflüchtet ist und fließend englisch spricht, singt die englischen Stücke und wird die Zuschauer mit einem Instrumentstück am Klavier überraschen. Torsten Riemann begleitet ihn mit der Gitarre. Arman besucht die zehnte Klasse des Bertolt-Brecht-Gymnasiums in Bad Freienwalde.

"Cantus Gaudia" wird, unterbrochen von einer Pause, zweimal 45 Minuten lang auftreten. Generalprobe ist heute Abend. Die Chormitglieder tragen nicht nur erstmals ihr komplettes Repertoire vor, sie singen auch zum ersten Mal so lange am Stück. Riemann geht davon aus, dass am Sonntag 20 bis 25 Sänger dabei sein werden. Übung hat der Chor durchaus, denn er tritt einmal monatlich für jeweils eine Stunde vor Patienten der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde auf.

"Wir sind so bunt wie immer", betont Torsten Riemann. Uniformierte Chorkleidung passe nicht zu "Cantus Gaudia", sei auch nicht geplant. Coaching komme bei diesem Konzert nicht vor, unterstreicht Torsten Riemann. Das behält er sich für seine eigenen Auftritte vor.

Nur drei der vorgetragenen Lieder stammen übrigens aus der Feder von Torsten Riemann, der seine Stücke komponiert und auch die Texte schreibt. Dabei singt er und der Chor begleitet ihn. Eines dieser Lieder sei eine Bad Freienwalde-Hymne, wobei er nur die Musik geschrieben habe. Verfasser des Textes sei ein ehemaliges Chormitglied.

Benefizkonzert bedeutet, dass der Chorleiter kein Honorar nimmt und auch der Chor tritt ehrenamtlich auf. Die Einnahmen des Auftritts kommen damit der Konzerthalle zugute. "Ich möchte die Arbeit der Menschen in der Konzerthalle unterstützen", erklärt Riemann. Er habe selber in den vergangenen Jahren mehrere sehr erfolgreiche Konzerte in der Kulturstätte gespielt. "Ich habe ein besonderes Verhältnis zu diesem Haus und empfinde tiefste Hochachtung vor Frau Linke", schwärmt Riemann. Ingrid Linke leitet seit vielen Jahren die Konzerthalle und ist dafür unter anderem mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Freienwalde gewürdigt worden.

"Für mich bedeutet der Chor eine gute Möglichkeit, meine musikalischen Fähigkeiten und meine therapeutischen Fähigkeiten als Motivator zusammen zu bringen", sagt Riemann. "Was mich reizt, ist die Tatsache, dass die Chormitglieder keine musikalischen Kenntnisse haben und über die Musik ihre Persönlichkeit stärken. Es kamen Leute als kleines, graues Mäuschen, die jetzt ein großes Selbstbewusstsein entwickelt haben."

Benefizkonzert "Cantus Gaudia", 4. Februar, 15 Uhr in der Konzerthalle Bad Freienwalde, Georgenkirchstraße 1, Karten unter Telefon: 03344 332370 oder per Mail an konzerthalle@bad-freienwalde.de

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