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Gustav-Seitz-Museum präsentiert Notizen zur Barlach-Ausstellung

Ausstellung
Unerwünschtes Erbe

Illustre Runde: Zu sehen sind die Skulpturen im Gustav-Seitz-Museum in Trebnitz, geöffnet Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 0334775190
Illustre Runde: Zu sehen sind die Skulpturen im Gustav-Seitz-Museum in Trebnitz, geöffnet Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 0334775190 © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 31.01.2018, 06:20 Uhr
Trebnitz (MOZ) "Unerwünschtes Erbe? Gustav Seitz und Bertolt Brecht über Ernst Barlach" ist der Vortrag überschrieben, der zur Eröffnung einer Ausstellung am 10. Februar im einstigen Waschhaus - dem heutigen Gustav-Seitz-Museum - zu hören ist. Die Ausstellung "Notizen zur Barlach-Ausstellung" wird dort bis zum 29. April zu sehen sein.

Gustav Seitz war in den letzten Lebensjahren Brechts mit diesem eng befreundet. Präsentiert werden anlässlich des 120. Geburtstags von Bertolt Brecht ausgewählte Werke sowie Texte von Gustav Seitz, Ernst Barlach und Bertolt Brecht. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Brecht-Weigel-Haus Buckow und der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow sowie mit Unterstützung des Landkreises. Sie widmet sich der Verschärfung der Formalismus-Realismus-Debatte in der DDR als Reaktion auf die Ernst-Barlach-Ausstellung 1951/52. In jenem Winter zeigte die Akademie der Künste der DDR eine repräsentative Ausstellung mit Werken von Ernst Barlach, der unter den Nationalsozialisten verboten war.

Gustav Seitz, der als zweiter Redner nach dem Akademiepräsidenten Arnold Zweig die Ausstellung eröffnet hatte und Barlachs Werk würdigte, erfuhr herbe Kritik seitens der Presse. Als Reaktion auf ihre Verdammungsurteile schrieb Seitz seine Entgegnung "Mehr Sachlichkeit in der Kunstkritik". Das Typoskript verschickte er an die Presse und an Brecht und Ernst Bloch. Der Text wurde nirgends gedruckt. Brecht verfasste selbst seine "Notizen zur Barlach-Ausstellung" ("Ich halte Barlach für einen der größten Bildhauer, den wir Deutschen gehabt haben."). Auch sie erschienen nicht. Brecht konnte aber das eingeschränkt öffentliche Forum der Akademie-Zeitschrift "Sinn und Form" für die Publikation nutzen.

Vernissage: 10. Februar, 15 Uhr, Gustav-Seitz-Museum Trebnitz. Um Anmeldung unter info@gustav-seitz-museum.de wird gebten.

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