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Aus für das Altstadtfest

Hingucker: Die Modenschau hat im vergangenen Jahre viele Besucher des Altstadtfestes begeistert.
Hingucker: Die Modenschau hat im vergangenen Jahre viele Besucher des Altstadtfestes begeistert. © Foto: Foto: Rene Matschkowiak
René Matschkowiak / 31.01.2018, 20:56 Uhr - Aktualisiert 01.02.2018, 12:34
Frankfurt (Oder) Seine 30. Auflage wird das Altstadtfest in Altberesinchen nicht mehr erleben. Kurz vor der Geburtstagssause wirft Organisator Nico Druss das Handtuch. Schuld sind die hohen Kosten, die der Gastronom nicht allein stemmen kann.

Die Traurigkeit über das Ende des Altstadtfestes im Kiez ist Nico Druss deutlich anzumerken. „Ich hätte es wirklich gern weiter organisiert, aber zum Schluss hat es mich nicht nur Zeit gekostet, sondern auch Geld. Leider können wir unter dieser Voraussetzungen die 30. Ausgabe nicht mehr schaffen“, bringt es der Inhaber der Bewirtung 1900 auf den Punkt.

2014 hatte der Gastronom die Organisation der Veranstaltung übernommen, für die vorher der Interessenverband Altberesinchen zuständig war. Doch nach dem erfolgreichen Start zeichneten sich 2016 erste Schwierigkeiten ab, als der Gebührenbescheid der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) eintraf. Der war acht Mal so hoch wie vorher, weil nicht mehr nur die Beschallungsfläche vor den Bühnen sondern die gesamte Veranstaltungsfläche des Festes berechnet wurde. Für den Gastronom ein Schock. Auch von der Stadt gab es keine Hilfe. Statt dessen waren Gebühren fällig, etwa für Straßensperrungen, die für das Altstadtfest unverzichtbar sind.

Gleich Anfang Januar sprach Nico Druss mit Oberbürgermeister Martin Wilke über das drohende Aus der Veranstaltung und über eventuelle Hilfen seitens der Stadt. „Da hatte ich noch etwas Hoffnung“, erinnert er sich. Zwar habe sich der OB dafür ausgesprochen, das Fest in jedem Fall beizubehalten, doch folgten den Worten keine Taten.

Auf Anfrage der MOZ erklärte  Martin Wilke, dass es außerordentlich bedauerlich sei, wenn das Altstadtfest nicht mehr stattfände. Er lobte den imagestiftenden Charakter des Events für Altberesinchen, dass sich zudem zum Besuchermagnet entwickelt habe und aus dem städtischen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken sei. Zudem betonte der OB, dass er sowohl seine Fachkollegen in der Verwaltung als auch die für das Marketing zuständige städtische Gesellschaft gebeten habe, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, Nico Druss zu unterstützen. „Die Prüfung dazu läuft noch“, so Martin Wilke.

„Selbst wenn jetzt Hilfe käme, wäre es für ein Fest in diesem Jahr zu spät“, so Nico Druss. Ganz ausschließen will er einen zukünftigen Neustart nicht, allerdings müssten sich dafür die Bedingungen wesentlich ändern. Derweil organisiert er die erste Rocknacht am 9. Juni in Groß Lindow. „Dort sind mir die Verantwortlichen wirklich entgegengekommen“, meint er mit Blick auf die Frankfurter Rathausspitze.

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Norbert Wesenberg 01.02.2018 - 16:28:46

Die Stadt demontiert sich selbst

Die 10.000 Euro die die Stadt nun Herrn Kurzwelly in den Rachen wirft, wären im Altstadtfest wohl besser angelegt gewesen. Eine finanzielle Hilfe seitens der Stadt wird so lange geprüft, bis sie in keine Förderrichtlinie passt und jegliche Hilfe zu spät kommt. Und so geht ein weiteres Stück Frankfurter Identität den Bach hinunter. Was sagen eigentlich die Schreihälse der im Rathaus vertretenen Parteien dazu? Wer nun aber glaubt, das es einer von den zur Wahl anstehenden OB-Kandidaten besser machen wird, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Nur große Sprüche bei leeren Taschen.

Karsten Berg 01.02.2018 - 13:09:16

Vieleicht

Na da könnte doch Herr Kurzwelly mit seinem Verein ein entsprechendes "soziales Konstrukt" und eine schöne "alternative Wirklichkeit" rund um den Leipziger Platz schaffen. Entsprechende Gelder sind doch gerade erst durch die Stadt Frankfurt zugesagt worden. Aber da das Altstadtfest leider nix mit Slubfurt oder Flüchtlingen zu tun hat, wird das wohl nichts. Wieder ein Stück wirkliches öffentliches Leben weniger in Frankfurt - schade.

harald woitke 01.02.2018 - 11:12:20

Der "Ich-OB"

Die Frankfurter sind mit einem " Ich-Botschaftsverkünder" gesegnet. So wie sich der OB gebärdet , ist er ein einsamer Wolf und schmeißt den Laden Stadtverwaltung vollkommen allein! Wer seine Internetpräsentation zur Kenntnis nimmt, dürfte vor Ehrfurcht erschauern, geschuldet seiner vielen Geschäftsführerposten, Vorstandsmitgliedschaften, ehrenamtlichen Posten. Wenn ich seine Unterstützerliste zur Kenntnis nehme, wird mir doch etwas bange. Ein Großteil ist in Frankfurt weder Wahlberechtigt, noch muss er für die Fehlpolitik dieses OB zahlen, da gar nicht in Frankfurt wohnhaft. Seine Unterstützer sprechen für mich dafür , dass dieser "Ich-OB", nicht wählbar ist. Ein OB, welcher die Arbeit seiner Mitarbeiter ignoriert, da er alles persönlich vermarktet.

Klaus-Dieter Pohlberg 01.02.2018 - 10:43:34

Ein Oberbürgermeister, der nicht hinter seinen Bürgern steht

Schade um das Altstadtfest. Herr Martin Wilke kann in der Tat nur reden, aber nicht handeln. Das sieht man auch an seinen aktuellen Wahlversprechen. Er will sich zum Beispiel für eine Verbesserung der Einkaufmöglichkeiten in Markendorf einsetzen. Ja, wieso erst in Zukunft? Das Problem steht schon seit Jahren im Raum und nichts derartiges passiert. Spätestens als bekannt wurde, dass in Markendorf ein Flüchtlingsheim öffnet, hätte sich Herr Wilke stark machen müssen. Dieselbusse aus Richtung Müllrose sollten schon längst nicht mehr in die Innenstadt fahren, sondern an der mit hohen finanziellen Mitteln entstandenen Umsteigestation in Markendorf ihre Fahrt beenden. Da wäre ein Einkaufsmarkt in unmittelbarer Nähe ein sehr guter Standort, sowohl für die Markendorfer, als auch für die in/von Straßenbahn umsteigenden Fahrgäste sowie die vielen Mitarbeiter aus den umliegenden Gewerbegebieten. Stattdessen soll an der Slubicer Straße ein weiterer Einkaufstempel entstehen, der den Geschäften in der Innenstadt sicher nicht dienlich sein wird.

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