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Erkneraner Bürgermeisterkandidaten erklären beim MOZ-Wahlforum in der Löcknitz-Grundschule ihre Ziele

Wahlforum
Mehr Ordnung, weniger Verkehr

Martin Stralau / 02.02.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 29.03.2018, 10:38
Erkner (MOZ) Beim MOZ-Leserforum in der Aula der Löcknitz-Grundschule stellten sich am Mittwochabend Erkners Bürgermeisterkandidaten den Fragen des Publikums. Gut 150 Gäste waren gekommen, das Themenspektrum reichte von Gehwegen über Verkehrsprobleme bis hin zur Bildung.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Kandidaten - Silke Voges für die Linke, Jan Landmann für die SPD sowie die Einzelbewerber Henryk Pilz und Jens Wissendaner - eröffnete Moderator und MOZ-Redakteur Joachim Eggers auch schon die Fragerunde des Publikums. Mehr als zwei Stunden standen die Bewerber Rede und Antwort.

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MOZ-Wahlforum in Erkner

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Gudrun Hecke, deren Mann im Rollstuhl sitzt, beklagte den schlechten Zustand der Gehwege, wollte wissen, wie die Kandidaten die Situation verbessern wollen. Henryk Pilz sagte, dass das begonnene Sanierungsprogramm konsequent fortgeführt werde. "Egal, wer Bürgermeister wird, das wird jeder verfolgen, da es über das Innenstadtentwicklungskonzept beschlossen wurde." Silke Voges erinnerte daran, dass über das Programm Aktive Stadtteilzentren Fördermittel bereitgestellt werden sollen, um einen barrierefreien Zugang zum Hauptmann-Museum zu schaffen. Viel dringender sei es aber, am Bahnhof eine nicht elektrische Alternative zu dem einen, dort existierenden Fahrstuhl zu schaffen. Auch Jan Landmann sprach sich für eine weitere barrierefreie Zugangsmöglichkeit aus. Jens Wissendaner kündigte an, als Bürgermeister im Rollstuhl durch Erkner zu fahren, um Problem-Ecken nachzuempfinden. "Wichtig ist aber, dass sich die Bürger bei diesem Thema beteiligen. Sie müssen uns sagen, wo es hakt."

Audioaufzeichnung der Veranstaltung:

Dietmar Pautz befragte die Kandidaten dazu, was sie in ihren acht Amtsjahren erreicht haben wollen. Wissendaner verwies auf den anstehenden Generationswandel im Rathaus, den es zu bewältigen gelte. "Hier brauchen wir ein gutes Konzept, um mit Erkner verbundene und qualifizierte Leute ausfindig zu machen und sicherzustellen, dass wir sie auch für uns gewinnen können." Jan Landmann versprach Sicherheitspartnerschaften mit couragierten Bürgern einzurichten, außerdem wolle er einen Vereins- und Sportbeirat gründen, um den Draht der Vereine in die Verwaltung zu intensivieren. Silke Voges sagte, sie hätte gerne mehr Bänke auf der Friedrichstraße, mehr Papierkörbe in der Stadt, einen attraktiver gestalteten P+R-Parkplatz am Bahnhof und ein attraktiveres Umfeld mit mehr Läden und Cafés mit einer regional typischen Mischung. Sie werde sich dafür stark machen, dass alle politischen Sitzungen per Livestream übertragen werden. Henryk Pilz nannte als wichtigstes Ziel "einen stabilen Haushalt". Er wolle dafür sorgen, soziale Standards zu erhalten, das Ehrenamt noch mehr stützen und den Servicebereich der Verwaltung ausbauen.

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Henryk Pilz (Einzelbewerber)

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Die Verkehrs- und Parkproblematik sprachen Sabine Schiller und Robert Janz an. Letzterer sagte, vieles sei hausgemacht. "Mit dem City Center hat man noch mehr Verkehr in die Stadt geholt." Jan Landmann sieht darin weniger ein Problem. "Der Verkehr hat noch nicht solche Ausmaße erreicht, dass man damit nicht leben könnte. Selbst zwischen 15 und 17 Uhr fährt man mit dem Auto in der Friedrichstraße von Kreisel zu Kreisel nicht länger als drei Minuten. Schauen Sie mal nach Berlin." Er wolle zusammen mit internen und externen Experten ein Verkehrskonzept erstellen lassen, um die Situation zu verbessern. Pilz sagte, man solle doch dankbar sein für die zusätzlichen Parkplätze durch das Center. Das Parkproblem könne man nur anpacken, "indem man mehr auf die Ursachen eingeht" und den Busverkehr stärke. "Das muss man mit dem Kreistag anschieben." Silke Voges sagte, es müsse wieder attraktiver sein, das Auto stehen zu lassen. Aus diesem Grund hätte sie gerne unter anderem ein Fahrradparkhaus beziehungsweise -boxen am Bahnhof. Jens Wissendaner will auf Kreisebene "noch mehr verdeutlichen, welche Bedeutung Erkner auch für das Umland hat" und bewirken, dass die Taktfrequenz der Busse erhöht wird.

Das Publikum und MOZ-Redakteur Joachim Eggers (Mitte) befragten die Kandidaten Jan Landmann, Silke Voges, Jens Wissendaner und Henryk Pilz (v.l.n.r.).
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MOZ-Wahlforum in Erkner in der Aula der Grundschule

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Beim Thema Bildung zeigten sich alle Kandidaten überzeugt, dass Erkner ein Schulzentrum bekommt. Die Containerlösung für die Grundschule bezeichneten alle als nicht ideal. Wissendaner sprach sich als einziger für eine Kita in kommunaler Hand aus. Befragt zu ihren kurzfristigen Zielen kündigten Landmann und Pilz an, sich den Stellenplan des Ordnungsamtes anzusehen, um den Kontrolldruck zu erhöhen. Silke Voges will sich erst mal anhören, was die Mitarbeiter der Verwaltung von ihr erwarten. "Nur zufriedene sind auch gesunde Mitarbeiter", sagte sie. Jens Wissendaner möchte eine Internetplattform einführen, auf der sich Bürger beteiligen können. "Wichtig ist, deren Interessen dann auch ernst zu nehmen."

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