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Mieter sind an der Rudolf-Breitscheid-Straße 28 eingezogen / Fußläufig ins Zentrum

Stadtentwicklung
Lückenschluss in der Sanierung

Freundliche Farben und helle Schaufenster begrüßen jetzt Fußgänger an der Rudolf-Breitscheid-Straße 28.
Freundliche Farben und helle Schaufenster begrüßen jetzt Fußgänger an der Rudolf-Breitscheid-Straße 28. © Foto: GZ/Sandra Jütte
Eva Eismann / 02.02.2018, 12:27 Uhr
Gransee (OGA) Ein weiteres Gebäude in Gransees Innenstadt ist fertig saniert. Seit Dienstag bieten Judith und Stefan Behm in der Rudolf-Breitscheid-Straße alle Dienstleistungen rund um Augenoptik und Hörakustik an. Im Obergeschoss sind zwei moderne Zweizimmerwohnungen entstanden.

Die Straße sei nach den Sanierungen der vergangenen Jahre jetzt "gut aufgewertet", findet Susann Mietrasch, bei der Wohnungsgesellschaft GEWO zuständig für Technisches Immobilienmanagement. Aus einem "stark sanierungsbedürftigen" Gebäude ist wieder ein belebtes Wohn- und Geschäftshaus geworden. Die beiden Wohnungen im Obergeschoss waren schnell vermietet, erzählt Mietrasch. "Sie sind nicht zu groß und nicht zu klein, sondern haben eine für zwei Personen adäquate Wohnungsgröße", beschreibt sie die Zweizimmerwohnungen mit Wohnküche, Wanne und Fußbodenheizung: "Alles nach heutigem Stand."

Der Mieter der Geschäftsräume im Erdgeschoss stand sogar schon vor Baubeginn fest. "Wir wollten eigentlich nie in den Laden unseres Vorgängers", erzählt Judith Behm, Geschäftsführerin des "GranSeher". Mit ihrer Augenoptik und Hörakustik hatte sie 2015 die Nachfolge von Manfred Schmidt angetreten. "Der hatte auch noch Uhren und Schmuck im Angebot", erinnert die Optikerin, "und der Laden mit 190 Quadratmetern eigentlich die Größe von zwei Geschäften."

Ihre Belegschaft habe sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt. "Aber da rennt man sich die Hacken ab, wenn man mit jeder Brille erst mal quer durchs Geschäft muss." Auch die Heizkosten waren - bei gleichzeitig großen Schaufenstern - entsprechend hoch: "Wir haben gefroren, obwohl die Heizung auf Stufe vier stand."

Eine Nachfrage bei der Stadt ergab zwar keine aktuellen Leerstände. "Aber ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Für das Haus an der Rudolf-Breitscheid-Straße 28 hatte gerade die Planungsphase begonnen und wir konnten uns da einbringen." Schließlich, gibt sie zu: "Das Haus an sich hätte mich in seinem damaligen Zustand nicht reizen können."

"Der Optiker ist relativ zeitnah an uns herangetreten", erzählt auch Susann Mietrasch. Das Bauprojekt habe man zusammen begleitet. "Wir haben Frau Behm nach ihren Vorstellungen gefragt und weitergegeben: Richten Sie das so her." Dabei betont die GEWO-Mitarbeiterin allerdings: "Wir haben die Geschäftsräume nicht für den Optiker hergerichtet."

Aber da der Mieter feststand, konnten zum Beispiel elektrische Leitungen schon während des Bauens so verlegt werden, dass im fertig eingerichteten Geschäft alle Schaukästen sofort beleuchtet sind. "Ein paar Steckdosen sind dafür direkt auf 1,45 Meter Höhe angebracht worden", erläutert Behm. "Im alten Laden hatten wir die Leitungen provisorisch über Putz gelegt. Aber hier die neuen Wände gleich wieder aufzuschlitzen, wäre total blödsinnig."

Auch die Möbel habe sie bereits für den Grundriss des neuen Geschäfts anfertigen lassen, sagt sie. Zwar seien einige Kleinigkeiten im Zuge der Planungen noch geändert worden. "Aber im Endeffekt hat alles gepasst. Das ist auch nötig. Die Möbel sind alles Einzelanfertigungen, zweimal könnte ich mir das nicht leisten."

Selbst zur Verteilung der Räume habe sie Wünsche anmelden können, erzählt Judith Behm. Ursprünglich sei ein Laden von nur 50 Quadratmetern geplant gewesen, "viel zu klein" für ihre Zwecke. Jetzt beherbergt ein Anbau im Hinterhof die Werkstatt. Insgesamt 115 Quadratmeter stehen für Behms Geschäft zur Verfügung. "Der Mieter über uns hat dadurch eine riesengroße Dachterrasse bekommen."

GEWO-Frau Mietrasch hebt diese als einen der Pluspunkte der Wohnung hervor. Die andere habe dafür "einen Blick direkt auf die Kirche". Für ihre Gesellschaft sei an der Immobilie interessant gewesen, weitere Wohnungen in der Innenstadt anbieten zu können: "zentrumsnah, fußläufig zu den Einkaufsmöglichkeiten".

Auch für das Optikergeschäft ist die Lage entscheidend. "Der alte Standort war zu weit weg davon, wo in Gransee das Leben tobt", sagt die Geschäftsführerin. Im neuen Haus gegenüber der Sparkasse habe sie bereits in den ersten paar Tagen wesentlich mehr Laufkundschaft gehabt. "Leute kommen herein, weil sie etwas im Schaufenster gesehen haben. Das hatten wir drüben nie."

Gleichzeitig standen bereits die ersten Termine im Kalender, Gratulanten kamen mit Blumen und Präsentkörben vorbei. Die neuen Nachbarn hat Judith Behm so bisher nur im Vorbeigehen gesehen. "Wir haben noch nicht viel Zeit gehabt, mal zu klingeln."

Dabei hat der "GranSeher" den Umzug gar nicht besonders gefeiert. Die große Eröffnungsfeier am alten Standort sei ja erst wenige Jahre her, so Behm. Eine große Feier im Garten könne man immer noch im Sommer nachholen. "Vielleicht, wenn der Hof begrünt ist. Das muss noch wachsen."

Statt einem Jahr hat ihr Geschäft letztlich zweieinhalb an der Rudolf-Breitscheid-Straße 75 verbracht. Doch sie hätte auch mit dem Umzug selbst sogar noch länger gewartet, sagt die Optikerin. "Wir haben nie geplant, im Winter umzuziehen." Doch letztlich ist sie zufrieden so, wie alles gelaufen ist.

Und auch Susann Mietrasch freut sich über den Abschluss der Bauarbeiten: "Für die Innenstadt bedeutet das wieder ein Objekt mehr, das wieder genutzt werden kann. Wenn sich dadurch ein Geschäft noch besser etabliert, ist das eine positive Sache."

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