Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wechsel im Rathaus
Nach vier Amtszeiten: Bürgermeister Andreas Schulz verabschiedet sich

Zum Abschied ein Straßenschild: Hennigsdorfs scheidender Bürgermeister Andreas Schulz (rechts) wurde zum Abschied im Rathaus gefeiert.
Zum Abschied ein Straßenschild: Hennigsdorfs scheidender Bürgermeister Andreas Schulz (rechts) wurde zum Abschied im Rathaus gefeiert. © Foto: MOZ/Roland Becker
Roland Becker / 02.02.2018, 16:20 Uhr - Aktualisiert 02.02.2018, 16:46
Hennigsdorf (MOZ) „Ganz neu und schön ist vieles hier, dem Bürgermeister danken wir“, sangen Kinder der Anton-Band zur Melodie von „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“, und in den Refrain stimmten 300 Kita-Kinder mit ein. Vielleicht war Hennigsdorfs wohl größter jemals gebildeter Kinderchor die allerbeste Überraschung für Bürgermeister Andreas Schulz (SPD).

„Es war dir im Frühjahr 1990 nicht annähernd klar, was auf dich zukommt“, erinnerte Vize-Bürgermeister Martin Witt in seiner Laudatio an die revolutionäre Nachwendezeit. Dass Schulz ein durch Mauerfall und DDR-Untergang geprägter Politiker ist, daran ließ er in seiner Replik wieder einmal keinen Zweifel: „Ich bin froh, dass es 1989/90 die Wende gab, dass wir seitdem Freiheit und Demokratie unser Eigen nennen.“ Und er fügte allen Bürgermeistern und Stadtverordneten, die nun nach ihm kommen, aber auch allen Hennigsdorfern noch einen Rat hinzu: „Diese Errungenschaften sollten wir nicht vergessen, sie wach halten, pflegen und verteidigen. Gelegentlich habe ich den Eindruck, das rückt etwas in den Hintergrund.“   

Nach 10110 Tagen hat Bürgermeister Andreas Schulz am Freitag, 2. Februar, seinen letzten Tag als Bürgermeister der Stadt Hennigsdorf gehabt. Mehrere hundert Hennigsdorfer nutzten den Empfang im Ratsaal, um sich von ihm zu verabschieden und Dank zu sagen. Zum Ende des Empfangs gab es noch eine Überraschung: 300 Kinder alle Hennigsdorfer Kitas sangen dem Bürgermeister ein selbst gedichtetes Lied.
Bilderstrecke

Verabschiedung von Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz

Bilderstrecke öffnen

So viel ernste Worte mussten sein. Ansonsten aber stand an diesem Freitag die Freude im Vordergrund. Wie sehr ein Mensch, ein Kollege, ein Chef gemocht wird, das zeigt sich beim Abschied auch in der Fantasie bei der Auswahl der Geschenke. Nachfolger Thomas Günther hatte eine ganze Schale voller symbolischer Ideen für „Ruhe, Einkehr und Entspannung“. Ein Besuch der Potsdamer Schlössernacht gehört dazu. Einige Kollegen hatten sogar den FC Bayern München bemüht. Dort läuft David Alaba mit der Rückennummer 27 auf dem Trikot aufs Spielfeld. Das entspricht der Zahl der vollendeten Schulzschen Amtsjahre. In einem persönlich unterzeichneten Brief wünscht Alaba dem Hennigsdorfer alles Gute, dazu gibt es für den glühenden Bayern-München-Fan ein Trikot und ein Autogramm.

Ehefrau Marina wirkte etwas überrascht von der Frage, was sie sich von ihrem Mann und Bürgermeister a.D. nun wünsche. Zögerlich sagte sie: „Dass wir spontan etwas unternehmen können, unsere Freizeit nicht nach dem Dienstplan ausrichten müssen.“ Und dann hatte sie sich warm geredet. Viel in der Natur sein, wandern können. „Und dass ich mich selbst diszipliniere und mal pünktlicher Feierabend mache, wenn ich im Rathaus daran denke, dass zu Hause jemand auf mich wartet.“ Zum Wandern wird alsbald Zeit sein. Bereits am Montag will Ehepaar Schulz zu einer Urlaubswoche in den Harz aufbrechen.

Der Abschied war sein vorerst letzter großer Auftritt. Und es schien, als sei der Bürgermeister nach diesen vier Amtsperioden mit sich im Reinen: „Ich bin ehrlich zufrieden und ganz aufgeräumt, weil die Stadt aufgeräumt ist. Es ist angerichtet, Thomas, du kannst übernehmen“, gab er seinem Nachfolger mit auf den Weg. Thomas Günther (SPD) wird seinen Amtseid am Montag im Rathaus ablegen.

Schlagwörter

Bürgermeister,Andreas Andreas Schulz Schulz,Hennigsdorf,Rathaus,Thomas Thomas Günther Günther

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG