Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Dauerausstellung "Radios aus Zeiten von Oma & Opa" im Kunstspeicher Friedersdorf wird verlängert bis Oktober 2020

Alte Röhren mit dem Klang der Gegenwart

Aus alt mach neu: Vereinsmitglieder Jörg Wildegans (v.l.), Karl-Heinz Boßan, Reiner Krüger und Dirk Mahrenholz mit einem Röhrenradio, das mit Smartphones verbunden werden kann.
Aus alt mach neu: Vereinsmitglieder Jörg Wildegans (v.l.), Karl-Heinz Boßan, Reiner Krüger und Dirk Mahrenholz mit einem Röhrenradio, das mit Smartphones verbunden werden kann. © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 05.02.2018, 06:00 Uhr
Friedersdorf (MOZ) Im vergangenen Jahr beging die Ausstellung im Dachboden des Friedersdorfer Kunstspeichers sein dreijähriges Jubiläum. Es soll bis zum Oktober 2020 weitergehen mit der Schau, die einst von Karl-Heinz Boßan initiiert wurde. Er fing in seiner Kindheit mit dem Sammeln von Radios an, aus seinem Archiv befinden sich einige Geräte nun in Friedersdorf. "Aber, ich bin nicht allein auf der Welt", betont der Frankfurter. Mit ihm gibt es fünf weitere Radio-Begeisterte, die sich als die "Radiofreunde Friedersdorf" zusammen geschlossen haben und dafür sorgen, dass die Ausstellung immer wieder mit neuen Aspekten rund um das Radio aufwarten kann.

Angepasst an die Dachbalken im Speicher, haben die Tüftler die Exponate in kleinen Stübchen ausgestellt, sodass nicht nur die Geräte an sich, sondern auch die geschichtliche Einordnung anhand von Mobiliar aus der jeweiligen Zeit möglich ist. Die Baujahre, aus denen jene Radios kommen, die in Friedersdorf zu sehen sind, reichen von 1923 bis 1975. "Wir wollen die alte Röhrentechnik erhalten", formuliert Boßan das Hauptziel der Ausstellung. Allerdings bleibt es nicht bei dem betrachten von in die Jahre gekommener Technik. "Wenn die Leute aus der Ausstellung gehen, sollen sie verblüfft sein", sagt Boßan. Jeder Besucher solle etwas Neues an Wissen mitnehmen, wenn er den Speicher verlässt. Auch deshalb ist die Ausstellung immer im Wandel. Neben einer Vortragsreihe, die am 3. März nach der Winterpause fortgesetzt wird, ändert sich auch inhaltlich immer wieder etwas. Es kamen mehr Sitzgelegenheiten, später eine Fernsehecke, in der via Dokumentationen die Halbleiter-Entwicklung oder die Transistoren-Herstellung nahe gebracht werden, sowie immer wechselnde Sonderausstellungen. Für den März, verspricht Boßan, "wird es etwas geben, das die Besucher so noch nicht gesehen haben". Mehr will er aber nicht verraten.

Etabliert hat sich die Radiosprechstunde, die die Freunde für Besucher anbieten. "Die Leute kamen und fragten nach Reparaturen", sagt Boßan. Für die sind Reiner Krüger, Radio-und-Fernseh-Technikermeister, sowie Dirk Mahrenholz, Radio-und-Fernsehtechniker mit Elektronik-Handel in Seelow, zuständig. Fachwissen und Tüftelfreude sind vorhanden, um etwa ein Röhrenradio der Marke Philips, Modell 456A, Baujahr 1936, für Radio-Hörer von heute fit zu machen. In das Gerät wurde ein Bluetooth-Modul eingebaut, sodass man sich über das Smartphone damit verbinden kann. "Manche bevorzugen externe Versionen lieber, dann bauen wir es außen an", sagt Dirk Mahrenholz. So müssen alte Geräte, ausgerichtet auf Lang-, Mittel- oder Kurzwelle, ihren Dienst nicht quittieren, ihr Klang bleibt. "Für DAB+ haben wir auch schon eine Lösung in der Schublade", sagt Mahrenholz und nickt zuversichtlich.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG