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Katja Ebstein begeistert mit neuem Bühnenprogramm in ausverkaufter Kulturfabrik

Ebstein-Programm
Ohrwürmer und Gedichte von Heine

Zugabe zum Mitsingen: Bei „Wunder gibt es immer wieder“ setzte Katja Ebstein auf das Publikum.
Zugabe zum Mitsingen: Bei „Wunder gibt es immer wieder“ setzte Katja Ebstein auf das Publikum. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 05.02.2018, 06:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Am Ende geht es richtig zur Sache. "Theater, Theater", singt Katja Ebstein aus voller Kehle, macht dazu ausholende Schritte, umrundet das Klavier, an dem Stefan Kling in die Tasten haut. Das Publikum klatscht begeistert im Takt, belohnt den Auftritt mit ausgiebigem Beifall.

Ein Ende setzt die bekannte Sängerin ihrem Konzert in der Kulturfabrik am Sonnabend damit längst nicht; mehrere Zugaben folgen. "Ich habe erkannt, wie gerne Menschen singen", leitet die inzwischen 72-Jährige eine von ihnen ein und stimmt dann den Grand-Prix-Erfolg "Wunder gibt es immer wieder" an. Rund 180 Zuschauer tun es ihr gleich; der vollbesetzte Musikkeller bebt.

"Wir lieben die intime Atmosphäre hier", eröffnet Ebstein ihr diesjähriges Programm "Gestern - Heute - Morgen", dann geht es los. Lieder vom Älterwerden - "Heute", sagt die Sängerin, "habe ich eine Gelassenheit, die ich früher nicht hatte", Lieder vom Verlassenwerden, Gedichte und Sprechgesang - "kein Rap und kein Chanson, irgendwas dazwischen" - wechseln sich ab mit Musicalsongs, etwa "Wein' nicht um mich Argentinien", "Funny Valentine" und "Wo sind die Clowns".

Von diesen und anderen Ebstein-Ohrwürmern begeistert ist Dorothea Schmidt. Gemeinsam mit ihrer Tochter lauscht sie den lauten und leisen Tönen der Sängerin, die sie vor vielen Jahren einmal im Berliner Friedrichstadt-Palast erleben durfte. "Ich finde es gut, dass sie so politisch ist, dass sie Stellung bezieht", begründet die Zuschauerin ihre Begeisterung für Katja Ebstein.

Mit Kommentaren zu Weltgeschehen und Politik geizt die Sängerin auch in ihrem dritten Jahr in Folge in Fürstenwalde nicht. Die Gier von Politikern und Unternehmern kontrastiert sie mit der Armut von Kindern und Rentnern, den Fall der innerdeutschen Mauer mit dem Bestreben des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, an der Grenze zu Mexiko eine solche zu errichten. "Wozu singe ich diese Lieder", fragt sie in den Saal hinein und gibt dann selbst die Antwort: "Ich möchte, dass wir wach bleiben". Ungerechtigkeit nicht ertragen zu können, sei die wichtigste Regung des Menschen.

Und dann wieder ein vertontes Gedicht von Heinrich Heine - Katja Ebsteins "ständigem Begleiter" seit ihrer Schulzeit: "Die Liebe begann im Monat März / Wo mir erkrankte Sinn und Herz. / Doch als der Mai, der grüne, kam: / Ein Ende all mein Trauern nahm".

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