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Gemeindewehrführer André Bülow berichtet im Bauausschuss über mangelhaften Brandschutz

Brandschutz
Steinhöfels Feuerwehren schlagen Alarm

Annemarie Diehr / 09.02.2018, 06:02 Uhr
Steinhöfel (MOZ) So gut besucht wie am Mittwochabend sind die Sitzungen des Bauausschusses der Gemeinde Steinhöfel selten - rund 30 uniformierte Feuerwehrleute hatten im Zuschauerbereich des Versammlungsraums der Gemeindeverwaltung Platz genommen. Anlass war der Bericht des Gemeindewehrführers André Bülow zum Brandschutz.

Das erste Mal seit fünf Jahren sei er gebeten worden, im Ausschuss über den Stand der Dinge zu informieren, leitete Bülow seinen Vortrag ein; den Frust darüber konnte er kaum verbergen. Und so wurde die Statistik fast zum Beiwerk: Zu 61 Einsätzen rückten die Freiwilligen Wehren der Gemeinde 2017 aus, davon waren 54 Technische Hilfeleistungen, sieben Brände und drei Einsatzübungen; 610 Kameraden beteiligten sich. "Der 5.10. war ein stressiger Tag für alle Wehren", blickte Bülow zurück. 45 Einsatzkräfte leisteten bei 19 Sturmschäden in der Gemeinde Hilfe.

Zum Kern seiner Unzufriedenheit stieß der Gemeindewehrführer bei den Ausführungen zur Einsatzbereitschaft der Ortswehren vor. Keinerlei Aktivitäten bei der Ortswehr Demnitz, ein fachlich ungeeigneter Wehrführer als vorgesehener Leiter der Steinhöfeler Wehr, keine Fortschritte in Arensdorf und das Löschfahrzeug mit 4000 Liter Wassertank, dass die Gemeinde zum Vorzugspreis voraussichtlich Bad Saarow abkaufen wird, sei für den Standort Hasenfelde ungeeignet. "Dort gibt es keine Tageseinsatzbereitschaft", begründet Bülow. Wohin das Fahrzeug komme, sei noch nicht raus, entgegnete Bürgermeisterin Renate Wels. "Aber die Hasenfelder haben in diesem Jahr Jubiläum."

Seine Ausführungen beendete Bülow mit den Punkten, zu denen es von Seiten der Gemeinde bislang keine Konzepte gebe: Personalgewinnung, Verbesserung der Tageseinsatzbereitschaft, Arbeitsschutz, Führerscheine, "und die Bestellung der digitalen Meldungsempfänger wurde nicht ausgelöst". Als Gölsdorfer, der bei der Schönfelder Wehr tätig ist, sei er auf dieses Gerät angewiesen, meldete sich einer von vielen Kameraden im Verlauf der Sitzung zu Wort.

Überrascht zeigten sich Verwaltung und Ausschussmitglieder vom Lagebericht nicht; Renate Wels betonte, dass selbst Berufswehren ähnliche Probleme hätten; der Ausschussvorsitzende Udo Grabs will den Gemeindewehrführer fortan zweimal im Jahr in den Ausschuss einladen. Bis zum Ende der Sitzung blieben die Kameraden im Publikum nicht - die Änderungen zum Brand- und Katastrophenschutz des Landes verlas Renate Welt ohne ihre Anwesenheit.

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