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VSB schlägt Angebot für Volleyball-Frauen-Länderspiel aus

Wischen mit Einsatz: Nachwuchsspielerin Dalin Scheller war während des Länderspieles gegen Belgien im Einsatz. In wenigen Jahren will sie bei den Frauen mitspielen.
Wischen mit Einsatz: Nachwuchsspielerin Dalin Scheller war während des Länderspieles gegen Belgien im Einsatz. In wenigen Jahren will sie bei den Frauen mitspielen. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Hagen Bernard / 22.05.2011, 08:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (In House) Der VSB Offensiv Eisenhüttenstadt ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Obwohl das 
U 20-Länderspiel gegen Belgien (3:0) an einem Sonnabend stattfand, konnte er mit den 650 Zuschauern seine Unkosten gerade so decken.

Bislang hatte der Eisenhüttenstädter Volleyballverein seine vorangegangenen sieben Länderspiele mit entsprechender Resonanz jeweils in der Woche organisiert. Da sich jedoch im Land Brandenburg niemand weiter gefunden hatte, diesen Ländervergleich der weiblichen U 20-Auswahlen zwischen Deutschland und Belgien am vergangenen Sonnabend auszutragen, war der VSB um seinen Vorsitzenden Torsten Geller eingesprungen. Immerhin hatten die Eisenhüttenstädter im Vergleich zum tags zuvor ausgetragenen Vergleich in Berlin-Köpenick die weitaus bessere Resonanz und auch Stimmung aufzuweisen, doch für Geller ist das finanzielle Wagnis zu hoch, um es noch einmal herauszufordern. Daher schlug er gestern das Angebot des Landesverbandes aus, am 17. Juli ein Frauen-Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz zu organisieren. Der Vergleich nämlich fällt auf einen Sonntag.

„Für ein A-Länderspiel muss ich mit 10 000 Euro in Vorleistung gehen. Das schaffe ich nur mit drei großen Sponsoren und etwa 1000 Besuchern. Doch bereits am Sonnabend habe ich besonders bei den VIP-Gästen gemerkt, am Wochenende haben viele etwas anderes vor. Obwohl einige für den VIP-Bereich bezahlt hatten, sind sie dennoch nicht gekommen“, begründet Geller die Absage.

Dafür habe ihm der Verband versprochen, im nächsten Jahr ein Männer-Länderspiel zu erhalten, das in der Woche stattfindet. Aus seiner Sicht sei ein attraktives Männer-Spiel in Eisenhüttenstadt überfällig. Schließlich habe er mit seinem Verein bislang fünf Spiele der Junioren, zwei der Frauen und erst eines für Männer organisiert. Im einzigen Männer-Spiel in Eisenhüttenstadt hatte es 2006 ein 3:0 gegen Slowenien gegeben.

Auf mehr als drei Sätze hofft Geller im nächsten Länderspiel. Doch nicht immer spielen dabei die Trainer mit. Obwohl es nur Testspiele seien, sind solche Regelungen zugunsten der Zuschauer schwierig. So wie zuletzt. „Wenn der deutsche Coach sagt, er will eine Woche vor den Qualifikationsspielen für das Selbstbewusstsein mit 3:0 gewinnen, kann man nichts machen. Er ließ deswegen im letzten Test fast durchweg seine Besten spielen“, erklärt Geller. Einen Tag zuvor hatte es noch vier Sätze gegeben.

Obwohl der VSB Offensiv derzeit mit 125 Mitgliedern eine überschaubare Größe aufweise, wolle man sich den Herausforderungen Länderspiel wieder stellen. Allerdings mit einem vertretbaren Risiko, da wichtige Hauptsponsoren in München und Berlin sitzen.

Helfer wie Ina Boy mit ihren Cheerleader-Mädchen aus Tauche, die das Rahmenprogramm mitgestalteten, allein reichen nicht. Mit ArcelorMittal habe man in der Region nur einen großen Partner, mit dem man stets rechnen könne. Daher war der Betriebsratsvorsitzende Holger Wachsmann am vergangenen Sonnabend der Schirmherr, beim vorangegangenen Ländervergleich vor zwei Jahren war Verena Rühr-Bach als Vorstandsvorsitzende der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft dafür eingesprungen, als die kurzfristig angestrebte Zusammenarbeit mit ArcelorMittal einmal nicht klappte.

Sowohl hinsichtlich der Sponsoren als auch im sportlichen Bereich müsse der Verein flexibel sein. So hat es Änderungen auch im Trainerbereich gegeben. Der bisherige Brandenburgliga-Trainer Olaf Haeger nimmt eine Auszeit und Kotrainer Torsten Geller wird den Fünften der abgelaufenen Saison übernehmen. Der langjährige Trainer der ersten Frauen-Mannschaft Ingolf Wandrey widmet sich nach einer Auszeit der Sichtung der Talente an den Schulen widmen und wird die Landesauswahl-Kader speziell fördern. Nach wie vor gilt das Hauptaugenmerk der Nachwuchsarbeit. 60 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren spielen dort.

Hoffnungen auf die Landesauswahl können sich die 14- bis 15-jährigen Pia Kästner, Anne Kracheel, Vivien Busch und Jasmin Langhagel machen. Sie spielten zuletzt in der zweiten VSB-Mannschaft und werden zum Brandenburgliga-Aufgebot stoßen. Eine Rückkehr in die Regionalliga sei jedoch laut Geller kurzfristig nicht in Sicht. Vielmehr ist es Ziel, in der höchsten Liga des Landesverbandes mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Dafür sei es jedoch unerlässlich, dass einige Leistungsträger bleiben, obwohl ihr beruflich bedingter Aufenthalt außerhalb von Eisenhüttenstadt liegt. So arbeitet Tina Juderjahn in Berlin und studiert Judith Mahlig dort. Ihre Schwester Sophia wird dort ein Studium aufnehmen. Das Trio will weiter die Fahrten nach Eisenhüttenstadt bestreiten.

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