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Aldi will auch in Frankfurt Wohnungen bauen

Das Grundstück von oben: Südlich der Slubicer Straße könnten Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Ein interessierter Investor: Aldi.
Das Grundstück von oben: Südlich der Slubicer Straße könnten Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Ein interessierter Investor: Aldi. © Foto: Heinz Köhler
Heinz Kannenberg / 11.02.2018, 19:32 Uhr
Frankfurt (Oder) Der Lebensmitteldiscounter Aldi will in Frankfurt Wohnungen bauen. Und noch mehr: Die unangefochtene deutsche Nummer eins im Discount plant die Gesamtfinanzierung des Bauprojekts Einzelhandelszentrum und Wohnen auf dem Areal Slubicer Straße.

Am Montag will eine Auswahlkommission aus Stadtverordneten und Experten eine Vorentscheidung für die Vergabe des Projekts Einzelhandelszentrum und Wohnen auf dem Areal Slubicer Straße treffen. Die beiden Bieter P.ARC Real Estate aus der Schweiz und das Hamburger Familienunternehmen Procom haben ihre Konzepte, wie von den Stadtverordneten im November gefordert, nochmals überarbeitet. Dazu gehören unter anderem neue Lösungen zum Anlieferverkehr und Parkdeck.

Anfang Januar hat der Schweizer Projektentwickler der Stadt schriftlich auch ein Gesamtfinanzierungskonzept angekündigt. Vor allem weil ein solches durch einen Investor in den vergangenen drei Jahren immer fehlte, gab es keine Fortschritte bei der Umsetzung des Projekts. Nun warten die Schweizer Projektentwickler mit einem Gesamtfinanzierungspaket auf und präsentieren den Lebensmitteldiscounter Aldi mit seiner hundertjährigen Kaufmannstradition dafür als Partner.

Der Discounter Aldi, ist aus Geschäftskreisen zu vernehmen, steht dem Schweizer Projektentwickler bei der Entwicklung des Areals Slubicer Straße für etwa 5700 Quadratmeter Handelsfläche und etwa 7300 Quadratmeter Wohnfläche als Endinvestor zur Verfügung. Das Unternehmen Aldi würde die Finanzierung in Form von Eigenkapital von der Phase der Projektentwicklung bis zur Fertigstellung des Neubaus übernehmen. Es ist von einem Investvolumen von 20 bis 25 Millionen Euro die Rede. Aldi beabsichtigt, das Objekt dann im Bestand zu halten.  Aldi wolle mit diesem Engagement, heißt es, auch sein Filialkonzept im Zentrum von Frankfurt nachhaltig gestalten. Wie zu vernehmen ist, will Aldi in dem Gebäude nicht nur seinen eigenen Discounter unterbringen, sondern auch andere Handelsflächen vermarkten, wie zuvor bereits geplant. Weder das Unternehmen Aldi noch der Schweizer Projektentwickler wollten sich dazu mit Verweis auf das noch laufende Investorenauswahlverfahren äußern. Auch die Stadtverwaltung verweist auf das laufende Ausschreibungsverfahren.

Mike Ehret, Geschäftsführer von P.ARC Real Estate, weist lediglich darauf hin, dass sich das Schweizer Projektentwicklungsteam ganz anders zusammensetze als vor drei Jahren. Man habe inzwischen in Berlin ein großes Büro eröffnet, um Projekten in Ostdeutschland auch räumlich näher zu sein. Uwe Klett, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi Nord, weilt zurzeit im Urlaub. Er verweist nur darauf, dass Aldi in Berlin bereits plant, an mindestens 30 Standorten Wohnraum zu bauen. Insgesamt sollen so mehr als 2000 Wohnungen in Kombination mit neuen Filialen entstehen – und dann vermietet werden. Zwei Projekte in den Stadtteilen Neukölln und Lichtenberg werden in einer ersten Phase bereits umgesetzt. Neben Frankfurt bewirbt sich Aldi auch Wildau (Landkreis Dahme-Spreewald) für ein Projekt aus Kombination Handelsflächen und Wohnraum. Auch Lidl hat in Berlin bereits solche Projekte in der Prenzlauer Allee und in der Bornholmer Straße realisiert.

In Berlin finden diese Projekte breite Unterstützung in der Politik. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) bezeichnet die Integration von Discountern in ein Wohngebäude als eine intelligente Möglichkeit der Nachverdichtung in bereits besiedelte Gebiete. Auch die CDU, Grünen und FDP sowie der Berliner Mieterverein begrüßen die Initiative für den Neubau von Wohnungen. Aldi will nach eigenen Angaben in Berlin bezahlbare Wohnungen errichten. Vorgesehen sei, heißt es in einem Presseartikel, ein Anteil von Sozialwohnungen mit Mieten bei 6,50 Euro je Quadratmeter kalt. Die übrigen Wohnungen sollen maximal zehn Euro je Quadratmeter kosten.

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Manuela Merker 12.02.2018 - 18:01:03

Der-Discounter-wird-jetzt-zum-Vermieter.html

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article173047336/Aldi-baut-Wohnungen-Der-Discounter-wird-jetzt-zum-Vermieter.html @R.C.: man kann natürlich immer nörgeln- ich finde die Bauten ganz frisch und eine Bereicherung in dieser Ecke

Ralf Cornelius 12.02.2018 - 08:50:23

Eine Frage des Standpunktes

Naja, die Euphorie dürfte sich in Grenzen halten. Jetzt bebauen die Billigheimer auch noch ein Filetstück der Frankfurter Innenstadt, nachdem in besten Geschäftslagen sich schon Ein-Euro & Co schon tummeln. Ob das die Attraktivität der City erhöht bleibt zumindest zweifelhaft. Wie solche preiswerten Bauten aussehen beweist ja hervorragend der Kaufland Bunker. Andererseits muss man ja nehmen, was bleibt, nachdem die Rathausführung mit dem amtierenden OB an der Spitze nicht in der Lage war, etwas besseres auszuhandeln. 6,50 Euro je Quadratmeter mögen in Berlin eine Discountmiete darstellen, in FFO dürfte das weit über dem Durchschnitt im Mietspiegel sein.

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