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Vor seinem Ausscheiden aus dem Betriebsrat beklagt Michael Wobst fehlende Sozialkompetenz der Manager

Betriebsrat beklagt fehlende Sozialkompetenz der Manager

Geht Anfang März nach 25 Jahren als Betriebsratsvorsitzender von Bombardier in den Ruhestand: Michael Wobst.
Geht Anfang März nach 25 Jahren als Betriebsratsvorsitzender von Bombardier in den Ruhestand: Michael Wobst. © Foto: HGA/Roland Becker
Roland Becker / 12.02.2018, 19:57 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Wenn die Bombardier-Mitarbeiter am 7. und 8. März einen neuen Betriebsrat wählen, steht ein Generationswechsel bevor. Der seit 1992 agierende Betriebsratsvorsitzende Michael Wobst geht in den Ruhestand.

Mehr als ein Vierteljahrhundert hat sich der gebürtige Hennigsdorfer für die Arbeitnehmerrechte eingesetzt und dabei mit den verschiedensten Konzernen verhandeln müssen. Nach der Reprivatisierung durch die Treuhand an die AEG gab es seither zwei weitere Besitzerwechsel. Der Wind hat dem Betriebsrat schon immer hart ins Gesicht geweht. Die vergangenen zwei Jahre aber, so Wobst im Interview mit dieser Zeitung, gehörten für ihn zu den schwierigsten. "Es ist sehr schwer, mit den Managern, die die wirklichen Entscheidungen treffen, überhaupt ins Gespräch zu kommen", beschreibt er seine Erfahrungen auch als Gesamtbetriebsratsvorsitzender aller deutschen Bombardier-Standorte. Den Managern fehle die Bereitschaft, den Belegschaften eine Perspektive zu bieten. Die Führungskräften ließen schlichtweg die nötige Sozialkompetenz vermissen.

Von den noch rund 2 300 Hennigsdorfer Bombardier-Mitarbeitern wünsche er sich häufiger "ein stärkeres solidarisches Zusammenstehen". So nahmen an den beiden Warnstreiks im Januar kaum 20 Prozent der Beschäftigten teil.

Dass sich das Engagement des Betriebsrats trotz aller Widrigkeiten lohne, macht Wobst an den Erfolgen fest, die gemeinsam mit der IG Metall im Rahmen der laufenden Umstrukturierung des Konzerns erreicht wurden: "Ursprünglich sollten nur 60 Jobs in der Hennigsdorfer Produktion erhalten bleiben, jetzt werden es knapp 400 sein."

Für die Zukunft wünscht er, "dass es Bombardier in Deutschland und in Hennigsdorf gelingt, die große Chance auf einem wachsenden Markt wahrzunehmen."

Der 61-Jährige wird am 28. Februar aus dem Amt scheiden. Abhängig vom Ergebnis der Betriebswahl wird Betriebsrat Volkmar Pohl als sein Nachfolger gehandelt.

(Ein ausführliches Interview mit dem scheidenden Bombardier-Betriebsrat Michael Wobst finden Sie in der Dienstagausabe des Generalanzeigers.)

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